30.08.2010, 10:55 Uhr | dpa-AFX, AFP
DGB-Chef Michael Sommer (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Die Gewerkschaften fordern angesichts des Rekordwachstums der deutschen Wirtschaft nach der Krise immer lauter kräftige Lohnerhöhungen. "Jetzt sind unsere Leute mal wieder dran", sagte DGB-Chef Michael Sommer dem "Hamburger Abendblatt". Die Arbeitnehmer hätten für die Krise mitbezahlt und durch Kurzarbeit auf Lohn verzichtet. Zudem hob Sommer die moderate Lohnpolitik der Gewerkschaften in den vergangenen Jahren hervor. "Aber im Aufschwung halten wir uns nicht mehr zurück." IG-Metall-Chef Berthold Huber sagte der "Bild am Sonntag": "Arbeitnehmer müssen etwas vom Aufschwung abbekommen. Höhere Löhne sind gerecht und vernünftig. Sie sind gut für die Menschen und für die Konjunktur."
Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser zeigte sich in der "Bild am Sonntag" zurückhaltend und warnte: "Nach dem tiefsten und brutalsten Einbruch der jüngeren Wirtschaftsgeschichte steht der Aufschwung noch auf wackeligen Beinen." In der Metall- und Elektroindustrie stehen erst Anfang 2012 neue Verhandlungen an. Beide Seiten hatten zuletzt einen Abschluss mit langer Laufzeit vereinbart, der für das Frühjahr 2011 moderate Lohnerhöhungen von 2,7 Prozent vorsieht. Sie könnten jedoch in den Betrieben um zwei Monate vorgezogen werden, auch übertrarifliche Nachschläge sind möglich.
Die IG Metall war am Freitag mit einer Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn für die Stahlbranche, eine Hochburg der Gewerkschaft, vorgeprescht. Die Arbeitgeber lehnten dies jedoch umgehend ab. Die Verhandlungen für die rund 85.000 Beschäftigten der Eisen- und Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen beginnen am 6. September in Gelsenkirchen. Der nordrhein-westfälische IG-Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard hatte bereits von der "erste Tarifrunde der Nachkrisenzeit" gesprochen.
Im zweiten Quartal war die deutsche Wirtschaft mit 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal so stark gewachsen wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Geschäftklima-Indikatoren zeigen klar nach oben. Allerdings warnen Experten vor Risiken, die sich im Ausland - unter anderem durch die schwächelnde US-Konjunktur - für die boomende deutsche Exportwirtschaft abzeichnen.
Nach der Stahlindustrie stehen in großen Branchen Ende des Jahres die Verhandlungen im Öffentlichen Dienst der Länder und im Frühjahr 2011 für den Einzelhandel, die Chemische Industrie und das Baugewerbe an.
Des Weiteren will der Deutsche Gewerkschaftsbund ab September mit Aktionen in ganz Deutschland gegen die Politik der Bundesregierung protestieren. "Für uns ist dieses Land in der Schieflage: Klamme Kommunen, die Rente mit 67, Leiharbeit, Lohnsubventionen durch Hartz IV oder auch die unsoziale Kopfpauschale machen deutlich, dass es nicht mehr gerecht zugeht", sagte DGB-Chef Sommer. Ziel sei es deshalb, den Unmut über die "falsche Politik" hörbar zum Ausdruck zu bringen.
Für den kommenden Monat planten der DGB und seine Gewerkschaften Aktivitäten in den Betrieben und Verwaltungen sowie auf Plätzen und Straßen, sagte Sommer. Ende Oktober folgten dann "drei zentrale Aktionswochen" mit größeren Kundgebungen in Hannover, Stuttgart, Nürnberg und Kiel.
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Quelle: AFP , dpa-AFX
Gewerkschafter schrieb:
am 30. August 2010 um 16:18:36
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Entlohnung
Ich bin 54 Jahre und habe noch eine Arbeit als qualifizierter Fachmann. Wenn ich meine jährlichen Entgeldbescheide zur Hand nehme
stelle ich fest; Jahr für Jahr gehen die Jahresbeträge und damit die Beitragszahlungen zur gesetzlichen Rentenversicherung zurück. Wenn das so weitergeht und ich bis 67 Jahre arbeiteten muß habe ich nur noch die Hälfte Entgeld von 2002 und ebenfalls nur noch die Hälfte an Rentenversicherungsbeiträgen. Was wird noch kommen.
Gewerkschaft wach auf und handelt sofort!
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Hans-Willi 1 schrieb:
am 30. August 2010 um 14:11:59
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Höhere Löhne
Hans-Wille dann mache es so schnell wie möglich. Es wird ganz schlimm mit den Profiten. Einen Teil davon sollst du nämlich
an deine Mitarbeiter abgeben.
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Artur schrieb:
am 30. August 2010 um 13:52:01
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Walter-Lohnerhöhung
Walter schrieb: "Sollten jetzt noch Lohnsteigerungen anstehen, verlagere ich meinen Betrieb ins benachbarte POLEN.
"
Habe in Polen Grund und Immobilien für deine Zukunft. Bin soeben wieder mit der Firma in Deutschland seßhaft geworden.
Überlege es dir gründlich!
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