GfK: Verbraucher in Deutschland blicken pessimistischer in die Zukunft (Foto: t-online)Verbraucher in Deutschland schätzen ihre Lage immer pessimistischer ein. Wie das Marktforschungsunternehmen GfK mitteilte, zeigen sich die Bürger vor allem für das kommenden Jahr äußerst skeptisch. Schuld ist die zunehmende Angst vor Arbeitslosigkeit. Mehr Menschen als noch im Oktober befürchteten, künftig weniger Geld zur Verfügung zu haben. Zum Weihnachtsgeschäft seien die Verbraucher aber nach Einschätzung der GfK noch gut gelaunt.
Zum einen werde das Weihnachtsgeld in den meisten Fällen trotz Krise in voller Höhe ausgezahlt, sagte GfK-Marktforscher Rolf Bürkl im ARD-Morgenmagazin. Zum anderen sei Sparen wegen der niedrigen Zinsen derzeit unattraktiv. Insgesamt versuchen die Deutschen aber zunehmend, ihr Geld zusammenzuhalten. Die Konjunkturerwartungen und die Erwartungen zum eigenen Einkommen seien leicht zurückgegangen. Es gebe mehr Angst vor Arbeitslosigkeit, so dass "auch in den Köpfen die Stimmung gedämpft" sei.
Konsumklimaindex wird sich weiter eintrüben
Für Dezember rechnet Bürkl mit einer weiteren Verschlechterung des Konsumklimaindex von 4,0 auf 3,7 Punkte. Vor einem Jahr hatte Konsumklimaindex bei nur 1,9 Punkten gelegen. Trotzdem werde "der private Konsum in diesem Jahr die wesentliche Stütze der Konjunktur bleiben". Denn bei den Investitionen sowie den Exporten werde am Jahresende aufgrund der schweren Rezession ein dickes Minus stehen.
Konjunkturentwicklung wird skeptisch gesehen
Skeptisch beurteilen die Verbraucher laut GfK dagegen die weitere Entwicklung der Konjunktur. Nach einem Anstieg über sieben Monate hinweg büßte der Indikator für die Konjunkturerwartungen im November erstmals wieder knapp acht Punkte ein. Dabei spielt der zu erwartende deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit die Hauptrolle: Im Jahr 2010 wird mit durchschnittlich etwa vier Millionen Arbeitslosen gerechnet, das wären 600.000 mehr als in diesem Jahr.
Arbeitsmarkt für Konsum entscheidend
"Der Anstieg der Arbeitslosigkeit dürfte dank Kurzarbeit, Arbeitszeitkonten und der wieder anziehenden Konjunktur aber weitaus weniger dramatisch ausfallen als noch im Frühjahr befürchtet", sagte Bürkl. Trotz des allgemein erwarteten Anstiegs werde die Zahl der Arbeitslosen 2010 zwar die Schwelle von vier Millionen überschreiten, gleichzeitig aber deutlich unter der "Horrorzahl" von fünf Millionen bleiben. Auf dem Höhepunkt der Krise hatte eine solche Zahl für Ende 2010 die Runde gemacht. "Die künftige Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wird für den Konsum entscheidend sein", sagte Bürkl. Mehr Arbeitslose senken die Einkommen der Konsumenten direkt und schüren auch bei nicht direkt Betroffenen die Angst vor Arbeitslosigkeit. Diese habe sich in der Vergangenheit oftmals als entscheidende Konsum-Bremse erwiesen.