
02.10.2011, 12:36 Uhr | Financial Times Deutschland
Unter den 50 beliebtesten Arbeitgebern weltweit sind neun deutsche Unternehmen. Das ergab die diesjährige Befragung von 160.000 Berufseinsteigern rund um den Globus durch den Employer-Branding-Dienstleister Universum.
An der Spitze bleiben Microsoft und Google. Auffällig in diesem Jahr: Die Studierenden und Absolventen der Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften schätzen vor allem die deutsche Autobranche.
"Die Stärke der deutschen Automobilindustrie sowohl im nationalen als auch internationalen Vergleich verschafft diesen Unternehmen einen großen Vorteil im verschärften Wettbewerb um die qualifizierten Nachwuchskräfte", sagt Stefan Lake von Universum. 2011 schafften es BMW, Daimler, Volkswagen und der Zulieferer Bosch auf vordere Plätze. Daneben positionierten sich auch Adidas, BASF, Bayer, Deutsche Bank und Siemens unter den besten 50 Firmen.
Doch die Studie zeigt, dass die Mehrheit der attraktivsten Arbeitgeber aus den USA und den englischsprachigen Ländern kommt. Offenbar sehen die Unternehmen in diesen Ländern Nachwuchskräfte stärker als internationale Ressource. Wer eine Karriere plant, hat in anglo-amerikanischen Firmen möglicherweise bessere Chancen, weil diese vermitteln: Bei uns ist die Nationalität nicht hinderlich, um nach oben zu kommen.
Lake warnt deshalb: "Der War for Talent spielt sich längst nicht mehr direkt vor unserer Tür ab. Die hiesigen Unternehmen müssen ihre nationalen Employer-Branding-Strategien an die globalen Gegebenheiten anpassen. Ein erster Schritt ist dabei, den Level der eigenen Arbeitgeberattraktivität über die Grenzen hinaus zu erkennen."
Während in den vergangenen Jahren vor allem IT-Firmen auf den Toppositionen des Rankings landeten, punkteten zuletzt auch Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Sie sind auch in diesem Jahr weiter auf den ersten Rängen dabei. Banken und Investmentunternehmen konnten ihre einstmals exzellenten Ränge nicht wieder erreichen. Öl- und Gasfirmen büßten ebenso weiter an Attraktivität ein. Hier schlägt das wachsende Umweltbewusstsein der Nachwuchskräfte zu Buche.
Die Spitzenposition des Rankings eroberte erneut Google. Der Suchmaschinenkonzern bietet seinen Mitarbeitern angeblich 18 verschiedene Kaffeesorten, Gratis-Mahlzeiten und kostenlose Shuttlebusse. Auch die Work-Life-Balance hat der Konzern im Blick - mit Wohlfühlangeboten und flexibler Arbeitszeit. Herausforderungen finden Mitarbeiter in Wettbewerben, deren Teilnahme Google ebenso unterstützt wie die Entwicklung eigener kreativer Projekte, für die das Unternehmen sogar freie Tage gewährt. Die immer wieder aufflammende Diskussion um Marktmacht, Zensur oder mangelnden Datenschutz hat Google als Arbeitgebermarke offensichtlich nicht geschadet.
Zu den Aufsteigern gehört Apple. Der Computerkonzern schaffte es offenbar vor allem mit interessanten Arbeitsaufgaben und dem Sexappeal seiner Produkte, bei den Berufseinsteigern an Attraktivität zuzulegen. An Beliebtheit zulegen konnten auch Unternehmen wie der französische Luxusgüter-Hersteller LVMH und Siemens, die sich unter den Top 50 jeweils um zwölf Ränge verbessern konnten.
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Ingenieure stehen vor allem auf IT-Unternehmen - Google, IBM, Microsoft und Intel bestimmen die Ranglisten-Spitze. Doch auch BMW hat es unter die ersten fünf Arbeitgeber geschafft. Vertreten unter den besten 50 der Ingenieure sind zudem die Konkurrenten VW und Daimler. Bayer kann sich ebenfalls positionieren.
Wichtigstes Merkmal der erfolgreichen Deutschen: Sie bieten neben gut bezahlten Jobs ein stabiles Umfeld, professionelle Weiterbildung und exzellente Karrieremöglichkeiten. Ansonsten dominieren die Ingenieursbeliebtheitsskala Blue Chips wie General Electric, Cisco, Hewlett Packard, Shell und Esso (ExxonMobil) sowie die Autobauer General Motors, Ford und Toyota.
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Quelle: Financial Times Deutschland
Kritiko schrieb:
am 21. November 2011 um 13:07:28
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Autobauer
Mag sein dass die deutschen Autobauer zu den attraktivsten Firmen gehören. Aber doch nur wegen der völlig überzogenen Gehälter
die da gezahlt werden.
Es wäre erfreulich wenn auch mal die Leichen im Keller der Autobauer publik gemacht würden. Nämlich Zulieferer die nichts vom Gewinn beim Autobauer haben. Im Gegenteil wird für zugelieferte Teile immer wieder ein niedrigerer Preis verhandelt. Auf dem Rücken der Arbeitnehmer. Arbeite selbst bei einem Zulieferer für Autobauer für 10€/h in 3erSchicht.
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carlosschlimmer schrieb:
am 4. Oktober 2011 um 09:59:56
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Globales Ranking
Man muss sich schon fragen, wie aussagekräftig ein Ranking von 160.00 Neueinsteigern ist, die eh noch Alles durch die
rosarote Brille sehen, insbesondere wenn sie gerade einen Arbeitsvertrag erhalten haben. Warum keine Umfrage gemäss der Altersstruktur und Betriebszugehörigkeit der jeweiligen Firma. Aber heutzutage ist ja Alles käuflich, auch Umfragen.
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OBI schrieb:
am 3. Oktober 2011 um 14:51:47
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Arbeitsklima
Nach meiner Erfahrung wird das Arbeitsklima in Deutschland von Jahr zu Jahr schlechter. Es wird immer mehr Druck auf die
Arbeitnehmer ausgeübt. Ganz übel wird es wenn, wie in meiner Firma, asiatische Managermentalität auf europäische Arbeitswelt treffen. Da kann man eigentlich nur noch abhauen. Dort ist absolutes Hirarchiedenken angesagt. Eine Managerentscheidung ist immer richtig, egal wie unsinnig sie ist.
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