30.09.2009, 12:09 Uhr | Von Claudia Giese
Der Frankfurter Weihnachtsmarkt (Foto: imago)Nach dem Aus für klassische Glühbirnen müssen Städte mit den schönsten Weihnachtsmärkten neue Lösungen für eine stimmungsvolle Beleuchtung finden. Denn bisher erstrahlten an vielen größeren Weihnachtsbäumen, die bald ausrangierten Glühbirnen. Das wird sich bald ändern. "In diesem Jahr halten wir an unserem Lichtkonzept fest", sagt beispielsweise Anja Hitzler-Spital vom Münster Marketing. Es gebe einen Vorrat an 7-Watt-Lampen. Doch wolle die Stadt Vorbild sein. Daher solle für die 10.000 Birnen mittelfristig Ersatz gefunden werden. Moderne LED-Dioden leuchteten bisher aber blau oder bläulich-weiß. "Sie versprühen damit nicht die gewünschte wohlig-warme Atmosphäre", hieß es.
Auch der Frankfurter Weihnachtsmarkt hat beim Lichtschmuck und dem traditionellen großen Weihnachtsbaum auf dem Römer bereits weitgehend auf LED-Leuchten umgestellt. Die rund 6000 Lämpchen des Weihnachtsbaumes erstrahlen bereits seit 2008 in LED-Licht. Dabei hat man jedoch darauf geachtet, dass Lichter mit einem möglichst warmen Licht ausgesucht wurden. Doch es gab auch kritische Stimmen, erklärt Kurt Stroscher, Cheforganisator des Frankfurter Weihnachtsmarktes. Er hält trotzdem an den LED-Lichtern fest. "Wir haben hier ja auch keine Alternative", so Stroscher, "zudem wirkt der Baum dadurch noch eindrucksvoller und ist zu einem richtigen Eyecatcher geworden."
Am 1. September begann der EU-weite Glühlampen-Ausstieg in der ersten Stufe. Damit sollen matte und klare Glühlampen mit einer Leistung von mehr als 75 Watt vom Markt verschwinden. Die restlichen Birnen sollen in weiteren Stufen bis 2012 und der Großteil der Halogenlampen im Jahr 2016 folgen. Energieeffiziente Beleuchtungs-Techniken sollen den EU-Plänen zufolge im Jahr 2020 zu einer europaweiten Energieeinsparung von 39 Terawattstunden führen. Das entspricht der Leistung von vier großen Atomkraftwerken.
Der Glühlampen-Ausstieg hatte bereits Monate zuvor für heftige Diskussionen in Deutschland gesorgt. Dabei hatten viel Bürger vor allem heftig Kritik an den bisher auf den Markt erhältlichen Stromsparlampen geübt. Sowohl deren Leuchtkraft, als auch die aufwendige Entsorgung der Energiesparlampen belasten viele. Denn Energiesparlampen dürfen nicht im normalen Hausmüll entsorgt werden, sondern müssen bei entsprechenden Rückgabestellen abgegeben werden. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil die Lampen einen Quecksilberanteil enthalten. Zerbricht eine Energiesparlampe, so rät die Deutsche Umwelthilfe auf ihrer Internetseite dazu, zuerst das Fenster zu öffnen und dann für etwa eine halbe Stunde den Raum zu verlassen.
Unterdessen arbeitet die Fachhochschule Münster an LED-Energiesparlampen mit einem natürlichen Schein. Das Projekt mit dem Namen "HELIOS" (Highly Efficient Line Emitting Ions in Ordered Structures) soll dazu beitragen die Lichtausbeute und die Farbqualität zu verbessern. Zu den Kooperationspartnern gehören neben Philips Research Aachen auch die Merck KGA Darmstadt und Global Light Industries.
Ratgeber - Glühbirnen-Verbot 2012: Das endgültige Aus für gemütliches Licht?
Quelle: t-online.de , dpa
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