17.05.2010, 12:29 Uhr | dpa
Dank guter Geschäfte und des schwachen Euro kann der US-Autokonzern General Motors (GM) die Sanierung der Tochter Opel nach Expertenmeinung aus eigener Kraft stemmen. "GM kann Opel besser und schneller ohne deutsche Staatshilfe sanieren. GM besitzt dazu die notwendige Liquidität", schreibt Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen, in einer Analyse. Durch das unerwartet gute Automobilgeschäft mit hohen zweistelligen Zuwachsraten beim Absatz in Amerika und Asien habe GM deutlich mehr liquide Mittel als erwartet.
Außerdem müsse GM inzwischen deutlich weniger für die Restrukturierung der Tochter aufbringen als im November 2009 gedacht. Als GM den Wunsch nach einer Staatsbürgschaft über 1,3 Milliarden Euro geäußert habe, kostete ein Euro noch 1,50 Dollar. Inzwischen sei der Kurs kräftig gesunken, zuletzt auf unter 1,24 Dollar. Damit müsse GM über 300 Millionen Dollar weniger an Krediten aufnehmen als ursprünglich gedacht, um die Sanierung selbst zu finanzieren.
Aus Sicht des Experten hätte der Verzicht auf deutsche Staatshilfe auch für GM wesentliche Vorteile. "Die Marke, die in Deutschland ungebremst Marktanteile verliert, kann ihre Image-Verschlechterung aufhalten, wenn die Diskussionen um Staatshilfe eingestellt werden", argumentiert Dudenhöffer. Zudem könne das Opel-Management den Sanierungsplan schneller umsetzen und sich deutlich stärker als bislang für neue Produkte engagieren. Zuletzt habe das Bemühen um Staatshilfen das Management zu viel Zeit gekostet: "Opel hat sich durch seinen verbissenen Kampf für Staatshilfen selbst Fesseln angelegt, die seine Marktperformance schwächen."
Ob Opel auf deutsche Staatshilfen bauen kann, steht weiter in den Sternen. Vor einem Treffen des Bürgschaftsausschusses von Bund und Ländern am vergangenen Mittwoch hatte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) erneut seine Skepsis bekräftigt. Mit Abklingen der Wirtschaftskrise müsse man zur Normalität zurückkehren, sagte er. Der Staat könne nicht ständig mit dem Feuerlöscher herumrennen. Nach Informationen des Magazins "Focus" sind auch die Ländervertreter im Bürgschaftsausschuss zerstritten. "Thüringen plädierte für Staatshilfen um jeden Preis, Nordrhein-Westfalen und Hessen waren eher skeptisch", sagte ein Teilnehmer der Verhandlungsrunde dem Magazin. Der Ausschuss war ohne Empfehlung auseinandergegangen.
Quelle: dpa
Enttäuschter Opel-Fahrer. schrieb:
am 18. Mai 2010 um 09:36:44
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Opel Sanierung
Bei GM wäre man doch blöd, wenn man nicht die deutschen Steuergelder einsacken würde. Allerdings müsste sich in der
Modellpolitik von Opel sehr viel ändern. Einen praktischen Kleinwagen muss man dazukaufen, der Corsa ist nur teuer, sonst nichts, der neue Meriva hat erhebliche Lücken im Programm etc. Mein nächster Wagen wird nach über 30 Jahren sehr wahrscheinlich kein mehr Opel sein. Frage: Gibt's die Firma in 5 Jahren überhaupt noch, wenn GM die Subventionen erst einmal kassiert hat ?
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