
16.01.2012, 16:38 Uhr | Financial Times Deutschland
Besonders in unsicheren Zeiten lieben Anleger die Krisenwährung Nummer eins. Dafür müssen sie keine Barren horten: Vom Goldsparplan über Goldfonds und ETCs bis hin zu Aktien von Goldminen gibt es zahlreiche Alternativen.
Der Schrei nach Gold ist überall zu hören. Seit die Schuldenkrise in Europa wütet, wollen viele Sparer ihr Vermögen in Sicherheit bringen - und es in Goldbarren oder -münzen umschichten. Denn das gelbe Edelmetall kann - im Unterschied zu Papiergeld - nicht beliebig durch die Notenbanken vermehrt werden. Im Gegensatz zu Bargeld oder Zinsanlagen bleibt Gold auch in Krisenzeiten wertvoll - da kann selbst eine Hyperinflation oder Währungsreform kommen.
Laut der aktuellen Allensbach-Studie im Auftrag der Postbank fürchtet jeder dritte Deutsche um seine Ersparnisse. Die Angst vor einer Geldentwertung durch Inflation ist demnach weit ausgeprägt. "Diese brisante Entwicklung verläuft parallel zur Verschuldungssituation in Europa", sagt Postbank-Retailvorstand Michael Meyer. Eine Folge: Der Studie zufolge plant mehr als jeder achte Berufstätige, der seine private Vorsorge noch ausbauen will, einen Goldkauf.
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Sind die Zeiten unruhig, investieren Anleger vermehrt in Gold - und ihre Angst treibt den Preis des Edelmetalls auf immer neue Höhen. Mehr als 1900 Dollar blätterten Anleger im September pro Feinunze Gold (entspricht 31,1 Gramm) auf den Tisch - umgerechnet knapp 1400 Euro. Seitdem ging es zwar wieder ein Stück abwärts.
Aber mit rund 1600 Dollar (knapp 1200 Euro) hat sich der Goldpreis auf einem nach wie vor hohen Niveau eingependelt. Zum Vergleich: Vor einem Jahr lag der Goldpreis noch bei rund 1400 Dollar (etwa 1000 Euro). Das entspricht einem Wertzuwachs von rund 20 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten - da kann kaum eine Geldanlage mithalten.
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Dennoch sind Experten skeptisch: Gold sei eine sehr spekulative Wertanlage, warnt die Stiftung Warentest. Der schwankende Kurs, hohe Kaufkosten sowie fehlende Erträge seien die großen Unwägbarkeiten der Krisenwährung. "Niemand kann vorhersagen, wie sich der Goldpreis entwickeln wird", sagt Andreas Gernt von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Jeder müsse sich darüber im Klaren sein, dass Gold weder Zinsen noch Dividende bringe. Ebenso müssten die Kosten für eine sichere Aufbewahrung im eigenen Tresor oder im Bankschließfach bedacht werden.
In der Tat bringt vor allem physisches Gold eine Menge Probleme mit sich. Zwar mögen Anlagemünzen und Barren aus Gold die nahe liegendste Lösung sein, wenn es darum geht, Gold zu kaufen. Schließlich bieten sie die Möglichkeit, den edlen Rohstoff tatsächlich in den Händen zu halten - das vermittelt ein Gefühl von Sicherheit. Allerdings sind die Aufschläge auf den offiziellen Goldpreis, die beim Kauf der guten Stücke fällig werden, mitunter schmerzhaft - sie können nämlich bis zu zehn Prozent betragen. Für die sichere Lagerung entstehen weitere Kosten und wer die Barren und Münzen wieder verkaufen will, muss Abschläge gegenüber dem offiziellen Goldpreis in Kauf nehmen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen macht noch auf ein weiteres Dilemma aufmerksam: "Falls es wirklich zu einer schweren Krise kommen sollte, ist fraglich, wie gut sich ein Goldbarren gegen Güter eintauschen lässt, die von Nutzen fürs alltägliche Leben sind."
Die australische Münzanstalt in Perth fertigt einen Schatz an, der 80 Zentimeter im Durchmesser misst und eine Reinheit von 99,99 Prozent aufweist. zum Video
Wer in Gold investieren möchte, ist deshalb gut beraten, über Alternativen zum Kauf von Münzen und Barren nachzudenken. Möglichkeiten dazu gibt es reichlich: vom Goldsparplan über Goldfonds, Goldzertifikate und ETCs (Exchange-Traded Commodities) bis hin zu Aktien von Goldminen oder entsprechenden Aktienfonds.
Ein Goldsparplan ist eine gute Idee, wenn man keinen hohen Einmalbetrag in Gold investieren kann oder will. Mit einer monatlichen Sparsumme - etwa 100 Euro - wird nach und nach das Eigentum an Gold erworben, das vom jeweiligen Anbieter gelagert wird. Die Nachteile sind jedoch die gleichen wie beim direkten Goldkauf: Die Lagerkosten schlagen sich in den in der Regel ziemlich üppigen Gebühren nieder, dazu ist diese Anlageform nicht sonderlich flexibel, weil normalerweise Mindestlaufzeiten vereinbart werden.
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Goldzertifikate wiederum sind im Prinzip nichts anderes als Wetten auf die künftige Entwicklung des Goldpreises. Vielfach bilden sie den Goldpreis genau nach, wobei wie bei den meisten Wertpapieren ein Ausgabeaufschlag und oft auch Managementgebühren anfallen. Dazu kommt noch die sogenannte Geld-Brief-Spanne, also der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Nicht zu vernachlässigen ist hier auch das Emittentenrisiko: Zertifikate würden in einem Krisenfall in der Konkursmasse der ausgebenden Bank untergehen, warnt Martin Siegel, Geschäftsführer des Edelmetallhandels Westgold. "Die Absicherung im Edelmetallbereich durch Zertifikate, Optionen und Optionsscheine ist im Gegensatz zur Anlage in physischen Metallen grundlegend ungeeignet", sagt der Goldmarktexperte. Außerdem bestehe kein Anrecht auf die Lieferung von Edelmetallen.
Die gleichen Probleme wie Zertifikate bringen Gold-ETCs mit sich. Dabei handelt es sich um Schuldverschreibungen, die dazu dienen, die Wertentwicklung des Edelmetalls möglichst exakt nachzuvollziehen. ETCs sind zwar auf verschiedene Arten besichert - das schützt Anleger aber trotzdem nicht immer vor dem Emittentenrisiko. Zudem bilden nicht alle Produkte den tatsächlichen Goldpreis ab: Vielfach wird auch in Gold-Futures investiert, also Warentermingeschäften. Damit werden Verträge über die Lieferung von Gold in der Zukunft abgeschlossen. Die Preise für Termingeschäfte können sich jedoch vom tatsächlichen Goldpreis unterscheiden.
Mit Goldminenaktien kann man indirekt von steigenden Goldpreisen investieren. Denn eine Goldmine ist grundsätzlich so viel wert wie das Gold in ihrem Grund. Aktien haben den Vorteil, leichter handelbar und spesengünstiger zu sein als andere Anlageprodukte. Während Goldminenaktien relativ unabhängig vom übrigen Aktienmarkt sind, schlägt sich ein steigender Goldpreis sofort im Wert nieder.
Allerdings ist nicht jede Goldmine auch eine Goldgrube. Dieses Risiko können Anleger umgehen, indem sie in spezielle Goldminenaktienfonds investieren, beispielsweise den Earth Gold Fund UI: Solche Fonds streuen das Risiko, indem sie das Geld auf verschiedene Goldminenaktien aufteilen. Dabei fallen aber wieder Ausgabeaufschläge und Managementgebühren an.
Etwas gänzlich anderes als Goldminenaktienfonds sind sogenannte Goldfonds. Diese dürfen nur zu einem bestimmten Anteil direkt in Gold investieren, der Rest des Fondsvermögens fließt in andere Anlageformen wie Zertifikate oder Anleihen. Der Fondsmanager hat das Ziel, die Entwicklung des Goldpreises möglichst exakt nachzubilden. So sei der Erwerb von Gold für Anleger, die nur von steigenden Preisen profitieren wollen, gar nicht notwendig, argumentieren die Anbieter. Doch eine Garantie, dass das Vorhaben des Fondsmanagers aufgeht, gibt es nicht, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen - denn das Ziel, den Goldpreis abzubilden, kann auch fehlgehen.
Die Anlagealternativen sind in jedem Fall wesentlich komplizierter zu handhaben als physisches Gold. Wer also Wertpapiere kaufen will, anstatt die gelben Barren und Münzen zu horten, sollte sich genau informieren und neutral beraten lassen.
Edelmetalle in Papierform - Ausgewählte Gold- und Silberzertifikate 1
Produkt | ISIN | Emittent | Laufzeit | Kurs in € |
Gold-ETC | DE000A1EK0G3 | Deutsche Bank | 15.06.2060 | 141,48 |
Silber-ETC | DE000A1EK0J7 | Deutsche Bank | 15.06.2060 | 252,12 |
Gold Best Turbo Bull 2 | DE000CM98C86 | Commerzbank | endlos | 32,90 |
Silber Sprint-Zertifikat 3 | DE000DZ2PUN0 | DZ Bank | 18.05.2012 | 31,73 |
Stand 22.11.11
1: mit Währungssicherung
2: aktuelle Basis und KO-Marke: 1367,44 Dollar, aktueller Hebel: 5,16
3: Basis: 31,20 Dollar; Cap: 36,20 Dollar, Hebel: 2,0
Quelle: Börsenradar
Quelle: Financial Times Deutschland
Frank Henrich schrieb:
am 16. Januar 2012 um 19:15:11
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Gold in Wetpapieren
Gold in Wertpapieren oder dergleichen, müssen erstens versteuert werden, der rest ist im Internet als Info zu suchen wie
auch Makler schrieb!
Binn halt ein alter Rentner mit Frau undunsere Eheringe sind aus 333 Gold, das ist das Einzige.
Also für Leute die es sich leisten können Tresor und Gold als Hartware!!!
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Makler schrieb:
am 16. Januar 2012 um 18:49:33
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Last euch nicht verarschen
Wer in Gold investieren möchte soll sich dieses kaufen und zu Hause in einem Tresor bunkern! Wer aus SICHERHEIT
Goldsparpläne oder Fonds kauft wird in der Krise sicherlich weder Geld noch Gold haben ;). Wer RENDITE erwirtschaften will muss sich an den Banken orientieren, wann kaufen die?! Fazit: Glaubt diesem Bericht kein Wort, die Leute wollen über Gold lesen und dort (sicher) anlegen, also machen die Medien mit Berichten drüber Geld. Gold ist nur so teuer wegen euch Privatinvestoren! BLASE!
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nawer schrieb:
am 12. Dezember 2011 um 16:41:48
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Gold braucht niemand ?
Von wegen, Gold braucht niemand ! Die Elektronik-Industrie, speziell im Hinblick auf die Elektro-Mobilität, benötigt
dringend immer mehr Gold. In jedem Handy oder PC oder TV ist eine kleine Menge Gold, denn das ist das ultimative Kontaktmaterial.
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