
11.01.2012, 12:11 Uhr | Financial Times Deutschland
Zwei Chinesinnen präsentieren goldfarbene Briefmarken anlässlich des Jahres des Drachen (Quelle: AFP)
Nicht immer sichert das Edelmetall Gold Anleger ideal gegen fallende Aktienkurse ab. Eine statistische Betrachtung sagt warum.
"Anleger flüchten in Gold", "Sicherheit geht vor", "Schutz vor dem Absturz" - solche Schlagzeilen liest man immer wieder, wenn es um Gold geht. Angeblich verhalten sich Aktien und das Edelmetall recht konträr zueinander. Danach steigt der Goldpreis dann, wenn Sicherheit gefragt ist oder Aktien unpopulär sind. Die klassische Versicherung also, wenn es abwärtsgeht. Entsprechend haben sich in den vergangenen Monaten und Jahren viele Anleger mit Gold eingedeckt, sei es in physischer Form, als Indexfonds oder über Zertifikate. Doch stimmt es wirklich, dass wenn die Aktienkurse fallen, Gold als Krisenwährung steigt?
Beurteilen kann man eine solche Beziehung am besten mithilfe eines Korrelationsindex. Dieser gibt an, ob überhaupt zwei Anlageklassen gleichzeitig steigen oder fallen und wie stark diese Bewegung ist. Ein Beispiel: Der Euro Stoxx 50 und der VStoxx laufen exakt gegeneinander, denn steigt die Volatilität, fällt der Index - und umgekehrt. Das klingt logisch und hat sich seit Jahren als Orientierungskriterium für Anleger bewährt. Doch trifft dies auch auf den DAX und Gold zu?
Hier gehen die Meinungen auseinander. Die Commerzbank gibt in einer aktuellen Veröffentlichung an, dass laut ihrer eigenen und auf Bloomberg gestützter Berechnungen die Korrelation zwischen Gold und dem DAX nahezu bei null liege. Basis für diese Aussage ist die Korrelation, die aus Wochenrenditen des vergangenen Jahres errechnet wurde. Nach dieser Interpretation wäre es also so, dass der Goldpreis steigen, fallen oder einfach gleich bleiben kann, wenn die Aktienmärkte sich verändern.
Die Korrelation zwischen DAX und Gold sowie Euro Stoxx 50 und Gold beträgt laut Commerzbank-Matrix exakt minus 0,04 gemessen im Jahr 2011. Bei einem Wert von eins wäre die Korrelation perfekt, bei minus eins genau gegenläufig. Mit anderen Worten: Jegliche Aussage darüber, ob Gold als Schutz bei fallenden Kursen taugt oder man in steigenden Märkten eher die Finger von Gold lassen sollte, wäre danach mit Vorsicht zu genießen.
Doch der Blick auf den Kursverlauf bei Gold und DAX zeigt etwas anderes. Legt man beide Basiswerte in den vergangenen drei Monaten übereinander, so bestätigt sich ein exakter Gleichklang. DAX und Gold haben je rund zwei Prozent gewonnen. Auf sechs Monate sieht es schon ganz anders aus. Hier schneidet Gold fast 30 Prozent besser ab als der DAX. Auf das gesamte Jahr 2011 gesehen liegt die Krux daher in der Berechnung der Korrelation.
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Nimmt man 30-Tage-Korrelationen, so wird die Unterschiedlichkeit in der Performance zwischen Gold und DAX beziehungsweise Euro Stoxx 50 deutlich. Denn auch auf ein Jahr gesehen sind es fast 30 Prozent, die DAX und Euro Stoxx auf der einen und Gold auf der anderen Seite trennen.
Dennoch spricht auch fundamental ein Punkt klar für die Berechnungsweise der Commerzbank: Seit Sommer 2011 haben sich die Aktienindizes in Europa auf der einen und Gold auf der anderen Seite gegenläufig entwickelt. Die Gold-Stärke war primär jedoch nicht den fallenden Aktienkursen geschuldet, sondern vielmehr der Sorge um den Euro und dem Unglauben an alle nicht greifbaren Vermögenswerte. Ob Gold also 2012 eine hohe, niedrige oder gar keine Korrelation zu Aktien haben wird, hängt maßgeblich vom Fortgang der Schuldenkrise und aufkommender Inflationsängste infolge der Geldschwemme ab.
Anleger, die losgelöst von jeglichen Korrelationen auf das Edelmetall setzen wollen, bietet sich jedoch gerade jetzt die Gelegenheit dazu. Denn der Preis ist bis auf rund 1600 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) zurückgekommen. Das macht im Derivatebereich zum Beispiel Capped-Optionsscheine attraktiv. Interessant sind Papiere mit einer Obergrenze (Cap) bei 1400 und 1500 Dollar. Zu beachten ist allerdings, dass die Auszahlung maximal 10 Dollar beträgt und am Ende in Euro erfolgt. Währungsschwankungen haben damit also Einfluss auf die Höhe des Ertrags. (Beispiele für Scheine sind: ISIN DE000BN7UDY8 und ISIN DE000BN7UD00)
Quelle: Financial Times Deutschland
Skeptiker schrieb:
am 12. Januar 2012 um 20:39:47
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Wert des Goldes
Die die hier meinen Gold wird immer einen Wert besitzen, haben in dieser Hinsicht zwar recht, allerdings welchen ist eine
Frage des Kaufpreises,.
Anleger die im Juli/September Gold kauften mussten nicht unerhebliche Verluste hinnehmen.
Was macht ihr wenn sich die finanzielle Lage erholt und der Goldpreis wieder auf 600$ die Unze fällt?
Dass ist dass gleiche wie mit den Aktien wenn in den Medien die goldenen Zeiten berichtet werden steigt der Bauer ein und von da an geht es nur noch Berg ab.
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mil schrieb:
am 12. Januar 2012 um 15:05:52
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@Bürger
Um zu verstehen warum überhaupt Gold Geld sein soll, empfehle ich den Film bei youtube "Fabian gib mir die welt plus 5 prozent
komplett" hier wird die Geschichte des Geldes leicht verständlich erklärt.
Oder bei der Deutschen Bundesbank vorbeischauen unter "Schule und Bildung >Geld und Geldpolitik" und sich diese PDF Datei durchlesen!
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Bürger schrieb:
am 11. Januar 2012 um 21:11:28
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..dann kann man ja Goldstücke..
..gegen Brot eintauschen. Oder wie funktioniert das ??
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