Gold-ETC stark gefragt - Kupfer mit der besten Rendite (Foto: imago)Die Investoren setzen an der Börse weiter auf Rohstoffe – vor allem Gold bleibt gefragt. Rege Umsätze verzeichnete die Frankfurter Börse zuletzt auch bei ETC (Exchange Traded Commodities - an der Börse gehandelte Rohstoff-Investments) auf Erdöl. Während sich das Silber-Investment zuletzt kaum lohnte, brachte Platin Gewinne. Die meiste Rendite brachte den Anlegern jedoch Kupfer.
Xetra-Gold gefragt
Vor allem das physisch hinterlegte Xetra-Gold (A0S9GB) war mit einem Umsatz von 131 Millionen Euro in den vergangenen zwei Wochen gefragt, dabei hätten die Käufer klar überwogen. Die Bestände an Gold in den Tresoren kletterten laut Deutsche Börse AG um 1,5 auf insgesamt 28,1 Tonnen, das entspricht einem Geldwert von rund 630 Millionen Euro. Auch die Produkte ETFS Physical Gold (A0N62G) mit Umsätzen von rund 25 Millionen sowie der Gold Bullion (A0LP78) mit knapp 20 Millionen Euro fanden ihre Käufer. Diese beiden ETC sind ebenfalls hinterlegt oder anderweitig besichert.
DZ-Bank sieht Gold bei 1200 Dollar
Der Goldpreis war im Februar auf 1006 Dollar gestiegen, dann aber wieder gesunken, zuletzt wurde eine Feinunze zum Preis von knapp über 900 Dollar umgesetzt. Der Plan zur Übernahme "giftiger" Wertpapiere durch die US-Regierung hatte laut der Deutschen Börse an den Kapitalmärkten für leichten Optimismus gesorgt - mit entsprechend negativen Auswirkungen auf den Goldpreis. Laut Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Edelmetallhändler bei Heraeus, hält die Nachfrage nach Investmentbarren zumindest in Mitteleuropa aber weiter an. Außer bei den Kilobarren seien die Wartezeiten bei allen Stückelungen noch recht lang. Die DZ Bank hält die langfristigen Aussichten bei Gold nach wie vor für gut: Die Nachfrage werde aufgrund von Sorgen um eine Inflation oder gar eine Währungsreform hoch bleiben, daran ändere auch der sinkende Schmuck- und Industriebedarf nichts. Für 2010 sehen die Analysten den Preis bei 1200 US-Dollar
Auch Silber wieder schwächer
Ähnlich wie Gold entwickelte sich Silber: Der Preis erreichte im Februar mit 14,63 US-Dollar je Unze den höchsten Stand seit Monaten. Zuletzt gab der Silberpreis wieder nach auf unter 13 Dollar je Unze. Nach Einschätzung von Wrzesniok-Roßbach halten die langfristig orientierten Anleger im Gegensatz zu den Spekulanten dem Metall aber weiter die Treue. Den höchsten Umsatz verzeichnete in den vergangenen zwei Wochen der ETFS Physical Silver (A0N62F) mit 10,5 Millionen Euro.
Platin klettert nach oben
Besser schlug sich Platin, das nach einem Einbruch bis auf 732 Dollar im November zuletzt bei 1135 US-Dollar notierte. Hintergrund sei die Hoffnung von Spekulanten und Investoren auf eine gesamtwirtschaftliche Erholung, von der das in der Industrie stark nachgefragte Metall profitieren würde. Bislang lasse die industrielle Nachfrage allerdings noch zu Wünschen übrig, erläuterte Wrzesniok-Roßbach und verweist auf die Produktion der japanischen Automobilindustrie im Februar, die gegenüber dem Vorjahr um satte 56 Prozent eingebrochen war. Alle anderen Branchen mit Platinbedarf wie die Öl- oder Chemieindustrie hätten ebenfalls Schwierigkeiten. Die Hoffnungen ruhten derzeit auf China, dort stiegen die Einfuhren. Umsatzstärkstes Vehikel war hier der ETFS Physical Platinum (A0N62D).
Reger Handel bei Öl
Auch Papiere auf den Rohölpreis wurden laut Deutsche Börse AG lebhaft gehandelt, besonders der ETFS Crude Oil (A0KRJX), ETFS WTI Oil (A0KRKN), ETFS Brent Oil (A0KRKM) und der gehebelte ETFS Leveraged Crude Oil (A0V9YX). Nach dem deutlichen Ölpreisanstieg in den vergangenen Wochen hätten einige Anleger bei Produkten auf Rohöl der Sorte Brent Gewinne mitgenommen, während gehebelte Produkte und solche auf Öl der Sorte WTI Zuflüsse sahen. Die DZ Bank sieht den Ölpreis im zweiten und dritten Quartal zwischen 50 und 60 US-Dollar je Barrel, erst danach wieder bei 70 US-Dollar.
Kupfer mit der besten Performance
Wer Anfang des Jahres auf Kupfer gesetzt hat, kann sich über üppige Gewinne freuen: Der ETFS Copper von ETF Securities, ein Produkt auf den Kupfer-Future (A0KRJU), legte etwa in den vergangenen drei Monaten um 28,9 Prozent zu und war damit Top-Performer bei den klassischen ETCs. In der vergangenen Woche verzeichnete der ETFS Copper mit fünf Millionen US-Dollar den höchsten Zulauf bei den Industriemetallen. Laut Gabor Vogel, Analyst bei der DZ Bank, ist die positive Entwicklung des Kupferpreises aber nicht unbedingt fortzuschreiben. Die Chinesen hätten die nach dem heftigen Einbruch 2008 niedrigen Preise für Zukäufe genutzt. Damit sei jetzt wahrscheinlich Schluss.