12.01.2012, 17:40 Uhr | Martin Mrowka mit Material von dpa-tmn
Der Goldpreis notiert in diesen Tagen auf dem niedrigsten Stand seit zwei Monaten. Eine Feinunze Gold (31,1 g) kostete am Donnerstag zeitweise nur noch 1560 US-Dollar bzw. 1200 Euro. Damit ist die Notierung allein seit Anfang Dezember um gut zehn Prozent gefallen - auch wegen einer nachlassenden Inflationsangst. Händlern zufolge versuchten die Investoren mit dem Auflösen ihrer Gold-Positionen die Verluste in anderen Rohstoff-Klassen auszugleichen. Außerdem hat der US-Dollar zuletzt wieder zugelegt (vgl. Euro-Dollar-Chart). Doch das Potenzial für einen weiteren kurzfristigen Abschwung erscheint begrenzt. Am Freitag rückte schon wieder die 1600-Dollar-Marke in Reichweite. Und glaubt man den Analysten, sind die Aussichten für Gold längerfristig sogar richtig gut.
Gold reagiert in schwierigen Zeiten oft als "sicherer Hafen". Doch auch in Krisenzeiten ist Gold manchmal deutlichen Turbulenzen ausgesetzt, wie Anleger erst in diesem Sommer spüren konnten. "Wir waren über 1900 US-Dollar und im Tief bei 1530 US-Dollar - und das alles in einem Zeitraum von drei bis vier Wochen", berichtet Gabor Vogel, Rohstoff-Analyst bei der DZ-Bank in Frankfurt/Main. Der Experte rechnet allerdings langfristig mit einem Anstieg der Goldpreise. "Das wird sich nicht drehen, so lange die Zinsen so tief sind." Er erwartet zunächst einen Anstieg auf bis zu 1800 US-Dollar, bis Ende 2012 dann auf rund 2000 US-Dollar. Die europäische Schuldenkrise sei aber nicht unbedingt ein Garant für anziehende Preise, ganz im Gegenteil, erklärt der Experte: "Wenn sich die Krise dramatisch zuspitzen sollte, kann der Preis auch sinken."
Michael Blumenroth, Rohstoff-Analyst bei der Deutschen Bank, ist ebenfalls überzeugt, dass der Preis für Gold tendenziell weiter steigt. "Für die nächsten zwei bis drei Jahre könnte der Trend noch halten." Ein Goldpreis-Anstieg von etwa zehn Prozent pro Jahr sei durchaus realistisch, der langfristige Aufwärtstrend nach wie vor intakt.
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Die Edelmetall-Experten der amerikanischen Citigroup sind noch deutlich optimistischer. Sie erwarten für die zweite Hälfte von 2012 gar Gold-Preise zwischen 2300 und 2400 Dollar. Der Goldpreis könnte sich im neuen Jahr ähnlich entwickeln wie im Jahr 1978, als eine Rally das gelbe Metall um fast 50 Prozent nach oben trieb. Noch weiter nach vorn blickend könnte sich Gold im Jahr 2013 dem Niveau von 3400 Dollar nähern. Auch diesen Aufschwung begründen die Analysten mit dem Gold-Hype vor fast 32 Jahren. Anfang 1980 markierte Gold ein markantes Hoch, als die Russen in Afghanistan einmarschierten. Damals schoss der Goldpreis binnen weniger Tage von 500 auf etwa 850 Dollar. Wenn man die damalige Bewegung auf heutige Kurs-Verhältnisse übertrüge, könnte Gold sogar über die 6000-Dollar-Marke steigen, schreiben die Citigroup-Analysten. Sie glauben aber nicht, dass eine derartige Bewegung in absehbarer Zeit bevorsteht.
Sind die aktuellen Gold-Kurse bei 1600 Dollar (1220 Euro) nun günstige Einstiegsgelegenheiten? Jein. Denn viel hängt vom Ausmaß der erwarteten weltweiten Konjunkturabkühlung ab. Ein starker Rückgang lässt auch die Nachfrage nach Gold (und anderen Edelmetallen) schrumpfen - mit entsprechenden Auswirkungen auf die Preisniveaus. Aus diesem Grund wird Gold wohl kurzfristig nicht durch die Decke gehen. Immerhin ist zu beobachten, dass die Zone zwischen 1550 und 1600 Dollar Goldkäufer anlockt und einen weiteren Preisrutsch verhindert.
Charttechnisch stimmt hingegen bedenklich, dass der Goldpreis bei gut 1600 Dollar einen langfristigen, seit Anfang 2009 intakten Aufwärtstrend unterschritten hat. Zudem wurde der gleitende 200-Tage-Durchschnitt bei 1670 Dollar markant unterschritten - ebenfalls ein negatives Chart-Signal. Steigt der Goldpreis in den kommenden Tagen nicht über 1610/1620 Dollar, muss mit einem weiteren Preisverfall auch unter 1550 Dollar gerechnet werden. Dann trifft der Goldpreis erst bei etwa 1450 Dollar auf technische Unterstützung. Fällt Gold auch unter diese Marke, müsste mittelfristig mit Preisen um 1300 Dollar gerechnet werden. Da Gold aber bereits jetzt überkauft ist, dürfte dieses Szenario eher unwahrscheinlich sein.
Als Fazit bleibt: Gold hat seine beste Zeit wohl vorerst hinter sich. Im kommenden Jahr sind eher Preise um 1400 als um 2000 Dollar wahrscheinlich. Nur eine schnelle Rückkehr zu einer stabilen Welt-Konjunktur oder eine massive Geldmengen-Ausweitung durch die Notenbanken wird den Goldpreis wieder markant aufwärts treiben. Private Gold-Käufer sollten ihre Bestände aber dennoch behalten. Langfristig betrachtet dürfte Gold weiterhin glänzen. Und als Weihnachtsgeschenk taugt es allemal.
Quelle: t-online.de , dpa-tmn
Goldbär schrieb:
am 26. Januar 2012 um 10:23:48
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Prognosen Goldpreis
Mit solch utopisch hohen Goldpreisprognosen will die Citigroup wohl ihre schlecht laufenden Gold Optionsscheine loswerden
und den Gewinneinbruch etwas abfangen. Der Dumme ist wieder der Kunde oder der, der es glaubt. Der Goldpreis ist überhaupt nicht mehr real durch Spekulanten und Zertifikate. Wenn dann noch in Not geratene Länder Teile ihrer Goldreserven veräußern müssen, wird es große Schwankungen nach unten geben. (Dieser Comment ist völlig uneigenützig!)
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Fritzchen schrieb:
am 20. Dezember 2011 um 16:08:59
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Goldpreis
Ich bin als Goldpreisexperte so gut wie ein Wetterprophet, wir kriegen nächstes Jahr weiße Ostern.
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Goldmine schrieb:
am 20. Dezember 2011 um 12:34:51
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anheizen
schon solche Spekulative Aussagen -- "" Gold über 3000 "" --- feuert den Preis an --. nicht weiter sagen -
Gold ist Genug da -- falls Nötig stoppt man die Producktion -
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