18.12.2011, 10:01 Uhr | dapd, dpa-tmn, t-online.de - mmr
Seit Monaten sorgt die Kauflust der Bundesbürger für Rekordbestellungen bei Gold und Silber. Kurz vor Weihnachten scheint der Hype auf einen neuen Höhepunkt zuzusteuern. Wer das Gold erst jetzt kauft, erwischt nun günstigere Preise als noch vor vier Wochen. T-Online gibt Tipps, was es beim Goldkauf zu beachten gilt.
Im Sog der unberechenbaren Euro-Krise ist Gold zum Jahresende so begehrt wie selten zuvor. Gekauft wird nicht mehr nur fürs eigene Depot, zum eigenen Risikoschutz. Goldiges soll auch andere beglücken. Da investieren Großeltern ohne mit der Wimper zu zucken in Mini-Goldbarren für die Enkel, Eltern in Goldmünzen für die Kinder, Verliebte in Goldschmuck. Selbst manche Firmen verschenken in diesem Jahr Hochkarätiges an Mitarbeiter, quasi als krisenbeständige Alternative zur Erfolgsprämie in Euro. Viele Privatleute investierten in das Edelmetall als Vorsorge für Notzeiten, nicht so sehr aus Gewinnabsicht, hat Roland Aulitzky beobachtet. Laut des Finanzexperten von "Finanztest" schrecke es nicht ab, dass für Gold trotz einer markanten 200-Dollar-Kurskorrektur seit Anfang Dezember weiterhin recht hohe Preise hingeblättert werden müssen.
Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold schwankt minütlich, liegt derzeit bei 1600 Dollar (siehe aktuelle Gold-Notierung), was in etwa 1220 Euro entspricht. Aber: In diesem Herbst kosteten 31,1 Gramm Gold auch schon mal gut 1900 Dollar bzw. knapp 1400 Euro. Die längerfristigen Aussichten für Gold zeigen indes weiter aufwärts. Analysten erwarten, dass der Goldpreis bereits im Jahr 2012 die 2000-Dollar-Marke überspringen wird.
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Trotz des jüngsten Preisrückgangs kann als Faustregel gelten: Je mehr sich die Anleger um die Sicherheit ihres Geldes sorgen, desto höher klettert der Kurs von Gold. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Goldpreis mehr als verdreifacht. Tatsächlich glauben viele Anleger, dass sie mit dem Investment in Gold nicht viel falsch machen können. Schließlich legt man sein Geld in Sachwerte an und ist somit vermeintlich vor Inflation und Börsenturbulenzen geschützt.
Doch Experten wie Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnen: "Wir sehen das Thema sehr kritisch. Gold ist eine spekulative und riskante Anlage und nicht der sichere Hafen, für den es oft gehalten wird." Wer Gold kauft, erwirbt gleich mehrere Risiken dazu. Da ist zum einen die Preisentwicklung. "Der Goldpreis ist in Zeiten von Inflation oder anderen Krisen keineswegs immer gestiegen. Teilweise mussten Anleger auch in solchen Zeiten Verluste hinnehmen", erklärt Oelmann.
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Konsequenz: Wer sich für ein Gold-Investment entscheidet, sollte dies nicht als kurzfristige Anlage sehen, wie DZ-Bank-Analyst Gabor Vogel erklärt. "Man sollte Gold als langfristige Versicherung und nicht so sehr als Spekulationsobjekt sehen." Er empfiehlt das Edelmetall als Beimischung im Anlage-Portfolio. Und Verbraucherschützerin Oelmann ergänzt: "Wer Gold kaufen möchte, sollte auf jeden Fall mehrere Angebote vergleichen und nicht übereilt handeln." Beim Kauf von physischem Gold sei oft das erste Angebot nicht das beste.
Wer seinen Lieben statt des dritten Computerspiels oder des fünften Kosmetik-Gutscheins in diesem Jahr ein goldiges Präsent machen will, sollte sich vorher genau informieren, betont Verbraucherschützer Aulitzky. Für Einsteiger kann Stückgold am besten geeignet sein. Wer Barren mit einem Feingoldgehalt von 99,99 Prozent kauft, möglichst noch mit einem Stempel von Firmen wie Heraeus, Umicore oder Valcambi, macht nichts falsch. Es kann jederzeit wieder zu Geld gemacht werden. Der 10-Gramm-Barren kostet derzeit (Mitte Dezember 2011) gut 410 Euro, das Kilo etwa 40.000 Euro.
Bei Privatkunden besonders begehrt sind Mini-Stücke zwischen 1 und 20 Gramm, wie Hartmann erläutert. Ein Gramm Hochkarätiges kostet etwa 50 Euro. Mit Gravur vom Schenker, wie bei einigen Online-Händlern möglich, etwa 70 Euro. In vielen Städten und Einkaufszentren lassen sich Mini-Goldbarren bereits als Geschenk verpackt aus Automaten ziehen wie Schokoriegel. Erschwingliche 2,5-Gramm-Stücke für gut 120 Euro sind vielerorts schon ausverkauft.
Aber aufgepasst: Winzige Barren sind immer recht teuer erkauft. Je größer die Einheit, desto günstiger die Herstellung. So kostet ein Fünf-Gramm-Barren pro Gramm rund 20 bis 30 Prozent mehr als umgerechnet das Kilo. Als lupenreine Geldanlage eignen sich kleine Goldstücke deshalb nicht, betonen Experten unisono. Auch bei Goldschmuck sind in der Regel keine großen Wertsteigerungen drin. Schmuckstücke bestehen nicht aus reinem Gold, sondern aus Edelmetall-Legierungen. Was sie teuer macht, ist vor allem die Verarbeitung.
Wer Münzen für seine Lieben kaufen will, sollte unbedingt Standardprodukte nehmen wie den Krügerrand, den Maple Leaf, US-Eagle, den Philharmoniker oder den Känguru, wie die von den Notenbanken verschiedener Staaten herausgegebenen Goldmünzen genannt werden. Nur diese Anlagemünzen lassen sich weltweit über Banken und Münzhändler leicht wiederverkaufen, wenn sie zu Geld gemacht werden müssen. Ein Viertel Unze Krügerrand kostet derzeit etwa 350 Euro, ein Zehntel Unze Wiener Philharmoniker knapp 150 Euro.
Wer Gold am Stück kauft, braucht in Deutschland keine Mehrwertsteuer für das Edelmetall zu zahlen. Mehrwertsteuerfrei können die handelsüblichen Goldbarren erworben werden. Außerdem Goldmünzen, die nach 1800 geprägt wurden, gesetzliche Zahlungsmittel sind oder waren und deren Marktpreis sich im Wesentlichen nach ihrem Goldgehalt bestimmt. Für Silber werden dagegen sieben respektive 19 Prozent fällig.
Seit Einführung der Abgeltungsteuer am 1. Januar 2009 sind Goldbarren und -münzen für Anleger zusätzlich interessant geworden. Nach einer zwölfmonatigen Haltefrist sind Gewinne aus physischen Positionen steuerfrei, es fällt kein 25-prozentiger Abschlag ans Finanzamt an. Barren und Münzen werden - ähnlich wie Kunst - als Sachwerte eingestuft. Physisches Gold darf man bis zu einem Betrag von 15.000 Euro anonym kaufen, ohne Ausweispflicht.
Doch Gold ist nicht gleich Gold. Von modernen Sammlermünzen, wie es sie vor Weihnachten sogar bei Lebensmittel-Discountern zu kaufen gibt, sollten Verbraucher die Finger lassen, rät Aulitzky. Was als Gedenk- oder Ehrenprägung beispielsweise vom amtierenden Bundespräsidenten Christian Wulff teuer verkauft wird, mit Echtheitszertifikat und in samtbezogene Edelholzkisten verpackt, sei meist keine gute Investition. Oft liegt der tatsächliche Gold-Wert von Medaillen bei höchstens 5 bis 10 Prozent ihres Verkaufspreises. Sammler und Liebhaber zahlen dennoch manchmal ordentliche Preise.
Quelle: dapd , dpa-tmn , t-online.de
Hannes schrieb:
am 18. Dezember 2011 um 11:46:07
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Gold
Wenn die Deutschen noch geld für Goldkäufe haben ist die Wirtschaftskrise wohl an uns vorbeigegangen. Viele haben wahrscheinlich noch
zuviel Geld. Wird langsam mal Zeit für Steuererhöhungen.
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Olli schrieb:
am 18. Dezember 2011 um 10:56:44
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Gold
gold braucht doch niemand ausser die dame für ihr ring .nur müll weg damit nur der goldverkäufer verdient.bei ebay liegt der müll
rum keiner will es.
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onkel schrieb:
am 16. Dezember 2011 um 13:54:50
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Gold
Leute kauft Gold, damit der Staat bei einem Goldverbot alles wieder sehr günstig einsammeln kann
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