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Goldrausch erfasst Kalifornien

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Goldrausch erfasst Kalifornien

18.02.2010, 12:40 Uhr | cs

Auf der Suche nach Gold erobern Glücksritter Kalifornien (Foto: imago) Auf der Suche nach Gold erobern Glücksritter Kalifornien (Foto: imago)Im "Placerville Hardwarestore", der ältesten Eisenwarenhandlung westlich vom Mississippi, läuft das Geschäft bestens. Keine Spur von Wirtschaftskrise oder Kaufmuffeln. Albert Fausel, der den 1852 gegründeten Laden in der kleinen kalifornischen Stadt Placerville am Rande des Sierra-Nevada-Gebirges betreibt, freut sich über den reißenden Absatz von Goldwasch-Schüsseln, Plastiksieben, Schaufeln und Glasfläschchen, in denen Goldwäscher ihre Ausbeute aufbewahren.

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Auch der Suche nach Reichtum

"Das Geschäft boomt seit Monaten", erzählt Fausel der Deutschen Presse-Agentur. "Ich kriege Anrufe aus Staaten wie Florida und Wisconsin - von Leuten, die auf Goldsuche gehen und Zubehör kaufen wollen." In den alten Goldgräber-Orten Kaliforniens, die Mitte des 19. Jahrhunderts Zigtausende von Abenteurern auf der Suche nach dem großen Reichtum anlockten, grassiert ein neues Goldfieber, wie man es seit Jahren nicht mehr erlebt hat.

Die Hoffnung auf den großen Schatz

In dem von der Rezession schwer gebeutelten "Golden State" suchen viele nach neuen Geldquellen. Die Arbeitslosigkeit ist auf ungewöhnlich hohe elf Prozent angestiegen. Da ist jeder Job gefragt. Und so treibt vor allem der hohe Goldpreis die Schatzsucher an. Brachte eine Unze Gold Ende 2008 rund 750 Dollar ein, so schoss der Preis zuletzt auf 980 Dollar hoch.

Nachfrage nach Schürfrechten explodiert

Die für Schürfrechte zuständige Behörde in Sacramento hat alle Hände voll zu tun. Im vergangenen Jahr stellten die Beamten des Landverwaltungsamtes über 3400 Genehmigungen aus. Im Jahr 2006 waren es weniger als 2000. Mit einem Claim für 170 Dollar darf man ein kleines Stück Flussufer in Beschlag nehmen und die dort gefundene Ausbeute für sich behalten.

Goldsuchen als Freizeitbeschäftigung

Es gibt auch Plätze, an denen Hobbysucher ohne Erlaubnis ihr Glück versuchen dürfen - etwa in dem historischen "Marshall Gold Discovery"-Naturpark am Ufer des American Rivers. Dort hatte der Landarbeiter James W. Marshall 1848 Goldklumpen gefunden und damit eine wahre Völkerwanderung ausgelöst. 40.000 Ostküsten-Amerikaner, dazu viele Mexikaner, Hawaiianer, Australier und Chinesen kamen damals nach Kalifornien, wo sie in den folgenden Jahrzehnten Gold im Wert von 200 Millionen Dollar schürften.

Riesiger Goldschatz noch zu bergen

Doch sie ließen reichlich Gold zurück. "Geologen schätzen, dass noch rund 80 Prozent der Goldschätze in den Bergen Kaliforniens verborgen sind", erzählt der Park-Ranger Mark Michalski. Durch Verwitterung freigelegt, gelangt das Edelmetall vor allem nach der Schneeschmelze und bei Regenstürmen in die Flüsse der Sierra Nevada. Doch Michalski warnt vor allzu großen Erwartungen. "Ab und zu hat jemand Glück und findet ein größeres Stück Gold. Doch das kommt wirklich selten vor."

Eine schwere, harte Arbeit

Hobby-Sucher, die Flüsse und Bäche am Fuße der Sierra auf der Suche nach Reichtum durchsieben, stellen schnell fest, dass dies eine schweißtreibende, harte Arbeit ist. "Wer glaubt, er kreuzt hier einfach auf, läuft ein paar Meter und findet Gold, der sollte lieber einen Psychotherapeuten bezahlen", so Brent Shock, Chef der Firma "Gold Prospecting Adventures" in Jamestown.

Wochenendkurse für Hobby-Sucher

Vor 20 Jahren wurde der Elektriker hauptberuflich Goldsucher und Lehrmeister im Goldschürfen. Seine Wochenendkurse sind auf Wochen hin ausgebucht. Manche machen es nur zum Spaß, wie kürzlich der Vizepräsident einer Bank in San Francisco. Andere wollten das Handwerk von der Pieke auf lernen, um damit Geld zu verdienen. "Hier in der Gegend haben viele Leute ihre Jobs verloren. Da hilft jeder Penny."

Große Funde sind Mangelware

Nur selten werden die Goldschürfer mit Funden belohnt, die auf einen Schlag nennenswerte Summen bringen. "An meinem allerbesten Tag habe ich eine Unze Gold gefunden, das waren etwa 900 Dollar. Doch meistens springen nicht mehr als 150 Dollar für zwei harte Tage Arbeit raus", so Todd Osborne. Der 41-Jährige, früher Baumpfleger, hat sich ganz dem Goldsuchen verschrieben. Er hat eine Waschrinne entworfen und patentieren lassen, die das schwerere Goldgestein besser von gewöhnlichen Steinen trennt. "Ich muss sehr sparsam leben", sagt der Familienvater. Doch er könne sich keinen bessern Job vorstellen. "Ich liebe diese Arbeit, auch wenn sie hart ist. Es macht Spaß, in einem eiskalten Fluss schwere Steine zu wälzen und sich immer wieder überraschen zu lassen."

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Quelle: dpa , t-online.de

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