Google macht Kasse mit Werbekunden (Foto: imago)Bei Google läuft das Geschäft rund. Der Suchmaschinen-Primus hat im zweiten Quartal verglichen zum Vorjahreszeitraum seinen Umsatz um satte 23 Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar hochschrauben können. Im gleichen Maße stieg der Gewinn auf 1,8 Milliarden Dollar. Börsianer zeigten sich trotzdem unzufrieden mit dem Ergebnis.
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Mehr Werbekunden für Google
"Google hatte ein starkes zweites Quartal", bilanzierte Konzernchef Eric Schmidt im kalifornischen Mountain View. Der Konzern verdient sein Geld hauptsächlich mit Werbung im Umfeld von Suchergebnissen. In der schlechten Wirtschaftslage sparten sich viele Firmen die teuren Anzeigen. Nun geht es aber wieder deutlich aufwärts. Nicht nur die Zahl der Buchungen nimmt zu, sondern auch der Preis, den Google für den einzelnen Klick verlangen kann. Der so genannte Cost-per-Click (CPC) stieg im Jahresvergleich um vier Prozent.
Nach den Worten von Schmidt ist ein eindeutiger Trend erkennbar: Die werbenden Unternehmen stecken ihr Geld immer öfter in Internetanzeigen. Selbst Firmen, die bislang eher auf Zeitungen, Radio oder Fernsehen gesetzt haben, schwenkten um. "Wir sind zuversichtlich, was unsere Zukunft angeht."
Google in der Offensive
Die Börsianer zeigten sich unbeeindruckt. Ihnen war der Gewinn immer noch zu niedrig. Die Aktie fiel nachbörslich um rund vier Prozent. Google hatte auf seinem Wachstumskurs mehr Mitarbeiter eingestellt (die Zahl stieg von 20.600 auf 21.800) und mehr Geld in neue Produkte und die Vermarktung gesteckt. Das schmälerte das Ergebnis. Doch Google-Chef Schmidt will sich nicht beirren lassen. Erst jüngst hat er einen Spezialisten für die Suche nach billigen Flügen im Internet übernommen. "Wir werden weiter aggressiv investieren", kündigte Konzernchef Schmidt an. Ende Juni hatte das Unternehmen 30,1 Milliarden Dollar in der Kasse.
Google eckt immer wieder an
An Google kommt im Internet kaum jemand mehr vorbei. Das einst als Suchmaschine gestartete Unternehmen hat mittlerweile in unzähligen Feldern Fuß gefasst. Eines der größten Abenteuer ist das Mobilfunk-Geschäft. Der Konzern hat das Handy-Betriebssystem Android entwickelt und mit dem Nexus One auch ein eigenes Smartphone auf den Markt gebracht. Nach einem durchwachsenen Start gilt Android mittlerweile als größte Gefahr für Apple mit seinem iPhone.
Die Größe des Suchmaschinen-Primus führt aber auch unweigerlich zu Konflikten. Der heftigste Streit tobte in China, wo Google die Internetzensur nicht länger hinnehmen wollte. Mittlerweile haben die Amerikaner mit der Regierung in Peking einen Waffenstillstand geschlossen. In der westlichen Welt war Google wegen seines "Street View"-Projekts angeeckt. Die durch die Städte fahrenden Autos hatten nicht nur Fotos geschossen, sondern sich auch in offene WLAN-Netze eingeklingt und Daten von Firmen und Privatleuten aufgezeichnet.
Konkurrenz holt Google ein
Heute wird der Internetkonzern von Rivalen wie dem sozialen Netzwerk Facebook oder Microsoft mit seiner Suchmaschine Bing bedrängt. In China hat Google nach dem Streit mit der Regierung Marktanteile an den Rivalen Baidu verloren.