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Griechenland-Krise: Horst Köhler kritisiert Finanzmärkte

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Köhler: Griechenland helfen - Finanzjongleure stoppen

10.05.2010, 15:53 Uhr | dpa-AFX, apn

Bundespräsident Horst Köhler (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Bundespräsident Horst Köhler unterstützt die deutsche Hilfe zur Rettung Griechenlands vor der Zahlungsunfähigkeit. Er verlangt zugleich drastische Maßnahmen gegen die internationalen Finanzjongleure. "Die aktuelle Krise zeigt ein Muster, das nicht akzeptabel ist - die Gewinne haben Wenige gemacht, die Verluste muss die Allgemeinheit tragen", sagte Köhler bei einer Münchner Wirtschaftstagung. "Das gebietet einfache und harte Regeln für die Finanzindustrie."

Griechenland aus eigenem Interesse helfen

Zu Griechenland sagte Köhler laut Redemanuskript: "Deutschland sollte auch aus eigenem Interesse seinen Beitrag zur Stabilisierung leisten". Griechenland erwarte verständlicherweise Hilfe zur Selbsthilfe. Der Bundespräsident forderte die Euro-Länder und die Europäische Kommission zu einer besseren Koordinierung der nationalen Wirtschafts- und Finanzpolitiken auf. Sie sollten auch ein neues Regelwerk für die Finanzmärkte vorlegen.

Staat hat sich erpressbar gemacht

Der Bundespräsident verlangt, dass die Politik ihr Primat über die Finanzmärkte zurückgewinnen muss. "Sie hat den Interessen der Finanzmarktakteure zu viel Raum ohne Regeln überlassen." Der Staat habe sich damit erpressbar gemacht. "So etwas darf sich nicht wiederholen", sagte Köhler.

Köhler für Abgabe auf internationale Finanztransaktionen

Als Konsequenzen aus der Finanzkrise schlug er vor, die direkte Haftung der Verursacher durchzusetzen. Keine Bank und kein Finanzakteur dürften mehr zu groß zum Scheitern sein. Das Schattenbankenwesen müsse beendet werden, und die Finanzindustrie müsse an den Kosten der Krise beteiligt werden. Köhler befürwortete erneut eine Abgabe auf internationale Finanztransaktionen.

Kritik an hohen Bonuszahlungen

Die Praxis des heute vorherrschenden Finanzkapitalismus kann nach seinen Worten kein Leitbild sein: "Er operiert vor allem mit Wetten und Schulden. Er steigert seine eigenen Renditen ohne Rücksicht darauf, ob das dem Wohlergehen der Nationen nutzt." Unter Hinweis auf die "gigantischen Boni" für Finanzmanager sagte Köhler: "Haben die Betreffenden überhaupt verstanden, was auf dem Spiel steht?"

Köhler war früher IWF-Chef

Schon früher hatte sich der Bundespräsident kritisch zu dem Geschäftsgebaren von Bankern geäußert. 2008 bezeichnete er die Finanzmärkte gar als "Monster". Die Kritik des Bundespräsidenten kommt von einem Politiker, der früher selber in leitender Funktion unmittelbar mit den Finanzmärkten und ihren Akteuren zu tun hatte. Von 2000 bis 2004 war Köhler Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Institution, die nun zusammen mit der EU für die Griechenland-Hilfen zuständig ist.


Quelle: dpa-AFX , dapd

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Kommentare (60)

zum Forum

Thema: "Griechenland-Krise: Horst Köhler kritisiert Finanzmärkte"

hjb schrieb: am 7. Mai 2010 um 16:23:29
(0) (0) Boni-Forderungen
Es wäre ein Skandal wenn Herrn Funke ehemaliger Chef der IHR-Bank die mit Steuermitteln gerettet wurde jetzt seine
Boni-Forderungen in Höhe von ca. 3,6 Mio EUR erhalten würde!!! Er war der maßgebliche Mann,der diese Bank an die Wand gefahren hat. Hat dieser Mann überhaupt noch ein Gewissen? Nicht umsonst hat er Deutschland bereits verlassen,damit man ihn nur schwer belangen kann. Scheinbar zählt auch er zu den gewissenlosen Abzockern! Solche Personen gehören in den Knast statt Boni zu zahlen.
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ich schrieb: am 7. Mai 2010 um 12:33:59
(0) (0) Kritik
Wenn´s denn nur mal helfen würde, daß Herr Köhler andere kritisiert. Ist ja hübsch, daß das große Umverteilungssystem von
vielen Taschen in wenige einschließlich Rückversicherung durch den Steuerzahlen auch Leuten auffällt, die dafür bezahlt werden. Was aber nicht gleich heißt, daß es in der Gesetzgebung Konsequenzen geben wird. Geht ja auch kaum, denn solange sich noch ein Cent verdienen läßt, werden die Lobbyisten schon jedes aufkeimende Rechtsbewußtsein im Keim ersticken...
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EUZUPA schrieb: am 7. Mai 2010 um 08:22:17
(0) (0) Euroverfall durch Abzocker
Jeder normale Bürger hat es längst begriffen, es geht rapide abwärts mit dem Euro und der EU. Schuld daran sind
nicht die kleinen Bürger sondern üble Finanzlumpen in den Großbanken, an der Börse und anderswo. Alle Regierungen geben ein Armutszeugnis ohnegleichen ab nämlich bodenlose Unfähigkeit, Dummheit und Versagen wohin man schaut. Wichtigste Entscheidungen gegen Finanzverbrecher werden nicht getroffen weil viele Politiker selbst in dem Sumpf verstrickt sind auch in Deutschland. Abwählen!
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