
27.01.2012, 13:47 Uhr | Financial Times Deutschland
Die Griechenlandkrise ist noch nicht ausgestanden. Währungskommissar Rehn erwartet einen höheren Deckungsbeitrag der Europäer als zunächst geplant. Die Euro-Staaten erwägen einen Sondergipfel.
Die Rettung Griechenlands wird für die Staaten der Euro-Zone voraussichtlich teurer als bisher geplant. EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte in Davos, für das geplante zweite Hilfspaket werde wohl ein etwas höherer Beitrag des öffentlichen Sektors nötig. Auch ein teilweiser Schuldenerlass durch die Europäische Zentralbank (EZB) und Kreditgeber wie Deutschland ist in der Diskussion.
Das neue Griechenland-Problem wird möglicherweise auch Thema eines Treffens der Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone am Montagabend sein. Ein solches Treffen unmittelbar nach dem offiziellen EU-Gipfel sei nicht ausgeschlossen, hieß es im Umfeld von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy. Allerdings sollen sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy noch dagegen sträuben.
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Der zusätzliche Bedarf an EU-Hilfen lenkt den Blick darauf, dass die Euro-Krise noch nicht durchgestanden ist. Viele EU-Politiker hatten angesichts leicht verbesserter Wirtschaftsdaten in einigen Ländern und niedrigerer Zinsen für Staatsanleihen aus Italien, Spanien und Frankreich zuletzt Optimismus verbreitet.
Bei Anlegern wachsen indes auch die Sorgen um Portugal. Die Renditen für fünf- und zehnjährige Papiere des Landes stiegen auf den höchsten Stand seit Einführung des Euro. Analysten erwarten, dass auch die Regierung in Lissabon ein zweites Hilfspaket braucht. "Für Portugal wird die Lage nach der Zinseskalation der letzten Tage gefährlich", sagte der Ökonom André Sapir vom Thinktank Bruegel.
Weitere öffentliche Kredite für Griechenland werden offenbar nötig, obwohl sich die Banken bei den Verhandlungen über die geplante Umschuldung noch einmal bewegt haben. Der Bankenverband IIF ist nach Angaben aus EU-Kreisen bereit, die Forderung der Euro-Finanzminister zu erfüllen. Diese verlangen einen Durchschnittszinssatz von unter vier Prozent für Anleihen, die Kreditgeber nach dem geplanten Schuldenschnitt erhalten sollen. In griechischen Medien war von 3,75 Prozent die Rede. Die Verhandlungen wurden am Abend in Athen wieder aufgenommen.
Rehn sagte, er erwarte einen Abschluss in den kommenden Tagen. Trotzdem werde man "wahrscheinlich etwas mehr Geld benötigen, aber nichts Dramatisches", sagte Rehn. Zahlen nannte er nicht. Es könnte aber um zwölf bis 15 Milliarden Euro gehen.
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Dieser zusätzliche Aufwand könnte möglicherweise vermieden werden, wenn sich die EZB am Schuldenschnitt beteiligt - mit den Anleihen, die sie zur Unterstützung des Landes seit 2010 am Markt gekauft hat. Die Folge wäre erstmals ein echter Verlust von Steuergeldern. In deutschen Regierungskreisen hieß es dennoch, es handele sich um eine Angelegenheit der Zentralbank.
Ein EU-Insider sagte, ohne Beteiligung der EZB sei die Gefahr größer, dass die Vereinbarung mit den Banken über einen freiwilligen Schuldenschnitt nicht von genug Anleihebesitzern mitgetragen werde. Das Land könnte dann doch noch gezwungen sein, sich für zahlungsunfähig zu erklären. Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker warnte vor einer solchen Staatspleite: "Es gibt keine Pleite ohne Ansteckung", sagte der Luxemburger der Zeitung "Le Figaro".
Nicht ausgeschlossen wird auch, dass die Euro-Länder Kredite aus dem ersten Hilfspaket abschreiben oder die Zinsen senken. "Ohne den öffentlichen Sektor wird es nicht gehen", hieß es in Brüsseler Kreisen.
Beim EU-Gipfel am Montagnachmittag geht es offiziell darum, wie sich das Wirtschaftswachstum ankurbeln lässt. Eventuelle Mehrausgaben sollen dabei nicht beziffert werden.
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Quelle: Financial Times Deutschland
cat schrieb:
am 27. Januar 2012 um 19:47:41
(22)
(1)
Geld zu verschenken!!!
An alle Staatsoberhäupter, wer braucht noch ein "wenig" Geld? Wir geben es Euch gerne und buckeln dafür,
das wir von der Arbeit gleich zum Friedhof befördert werden können. Ich hasse dieses Europa und das irgendjemand meint - Deutsch-Scheisse-Zahlen können Slie!
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Berater schrieb:
am 27. Januar 2012 um 18:13:47
(25)
(0)
Steuerhinterzieher
Die griechische Regierung kommt an den größten Teil der hinterzogenen Milliarden, die anständige Menschen nun bezahlen
sollen, nicht ran, weil die sich fernab In Luxushotels unter Palmen ohne Hinterlassung ihrer Adresse tummeln. Gibt es denn wirklich keine Möglichkeit, diese miesen Schweine zu orten und sie zu bekehren, zu besseren sozial angepassten Menschen zu machen?
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Kritik schrieb:
am 27. Januar 2012 um 15:21:49
(10)
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Juncker warnt Pleite
zu Heinz Juergen - dieses Märchen ist bekannt stimmt aber nicht. Die Panzer und anderes Gerät liefert u.a. Kraus
Maffei. Die U-Boote kommen von HDW und kosten je Stk. knapp 1 Mrd. Was wollen Sie mit dieser Beschönigung - oder wissen Sie's nicht besser. Sie zahlen so wie wir alle und haften. Unglaublich diese Kommentare?
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