Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Wirtschaft > Specials > Schuldenkrise >

Griechenland-Krise: Neue Rettungsaktion wird richtig teuer

...

Neue Rettungsaktion wird richtig teuer

22.07.2011, 08:24 Uhr | dpa-AFX

Milliarden werden in die EU-Rettungspakete gesteckt (Foto: imago) (Quelle: imago)

Milliarden werden in die EU-Rettungspakete gesteckt (Foto: imago) (Quelle: imago)

Die Euroländer wollen Griechenland ein zweites Mal vor dem Untergang retten und damit einen Flächenbrand in Europa verhindern. Abermals pumpen sie viele Milliarden Euro in den maroden Südstaat. Dazu bekommen die Griechen Vorzugszinsen und längere Laufzeiten für ihre Kredite. Neu ist, dass diesmal auch Banken und Versicherung zur Verantwortung gezogen und an der Rettung beteiligt werden. Insgesamt ist die Rettungsaktion 120 Milliarden Euro schwer. Das geht aus dem Entwurf für die Abschlusserklärung des Euro-Krisengipfels hervor. Zusätzlich trägt die Finanzindustrie offenbar 30 Milliarden Euro.

Zweites dreistelliges Milliardenpaket

Damit dürfte der Wert des Gesamtpakets nach Angaben von Diplomaten die ursprünglich angepeilten 120 Milliarden Euro deutlich überschreiten. Denn die 30 Milliarden Euro der Finanzbranche sind noch nicht sicher. Griechenland war bereits 2010 mit internationalen Kreditzusagen von 110 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt worden. Dieses Paket reicht aber nicht mehr aus. Inzwischen hängen auch Portugal und Irland am internationalen Finanztropf; Italien und Spanien gelten als nächste Kandidaten.

Um die wirtschaftliche Erholung Griechenlands zu unterstützen, will die EU die für Athen vorgesehenen Hilfsgelder für schwache Regionen neu verteilen. In Anlehnung an das US-Wiederaufbauprogramm für Europa nach dem Zweiten Weltkrieg spricht die EU von einem "Marshallplan" . Die von Frankreich favorisierte Bankenabgabe ist dagegen vom Tisch.

Wirtschaft
Goldpreis hält sich auf Rekordniveau

Das Edelmetall hat sein hohes Niveau gut behauptet, zeitweise sogar einen erneuten Rekordwert erreicht. zum Video

Flächenbrand verhindern

Die Staats- und Regierungschefs wollen jenseits der Hilfe für Griechenland vor allem verhindern, dass sich die Krise zu einem nicht mehr beherrschbaren Flächenbrand auswächst. Der europäische Krisenfonds für finanzschwache Eurostaaten soll daher schon vorbeugend Geld bereitstellen, falls Euro-Länder in Gefahr geraten.

Spanien und Italien werden in diesem Zusammenhang nicht ausdrücklich genannt; für die Finanzmärkte sind die beiden großen südeuropäischen Volkswirtschaften aber seit längerem die nächsten Wackelkandidaten. Vor allem Italien ächzt unter einem hohen Schuldenberg. "Mit diesem Programm wollen wir die Probleme auch wirklich an der Wurzel anpacken", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor Gipfel-Beginn. Eine Aufstockung des EFSF soll es nicht geben.

Partner-Angebot
Traum-Job finden
Jobsuche bei t-online.de (Foto: t-online.de)

Sie suchen einen neuen Job? Finden Sie den passenden Job aus fast 60.000 Stellenangeboten. Jobsuche starten

Euro legt deutlich zu

Die internationalen Finanzmärkte reagierten erleichtert: An allen wichtigen Börsen kletterten die Kurse; vor allem Finanzwerte profitierten. Der Eurokurs stieg kurzzeitig wieder über 1,44 Dollar (siehe Euro/Dollar-Kurs). Die Risikoaufschläge für Anleihen angeschlagener Euroländer gaben deutlich nach.

Seit Wochen wurde über eine Beteiligung privater Gläubiger diskutiert, die vor allem Berlin forderte. Dies wird nun auf freiwilliger Basis erfolgen. Dieser Schritt gilt als Problem, weil sie aller Voraussicht nach von den Ratingagenturen als teilweiser Zahlungsausfall ("selective default") gewertet wird - mit bislang nicht absehbaren Folgen an den Finanzmärkten. Nun nehmen die Euro-Staaten einen solchen "Zahlungsausfall" Griechenlands in Kauf. Er soll aber auf wenige Tage beschränkt und mit öffentlichen Garantien abgesichert werden.

Newsletter
Die wichtigsten News kostenlos ins Postfach
Werktags die wichtigsten Neuigkeiten rund um Wirtschaft und Finanzen per E-Mail in Ihr Postfach  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Newsletter bietet Ihnen die wichtigsten Meldungen aus der Welt von Wirtschaft und Geldanlage werktags kostenlos per E-Mail. Jetzt abonnieren!

Griechische Banken beschützen

Der Euro-Gipfel will nach Angaben aus den Delegationen Vorsorge treffen, dass die griechischen Banken nicht abstürzen; diese halten viele griechische Staatsanleihen und sind darauf angewiesen, die Papiere auch weiterhin bei der Europäischen Zentralbank (EZB) als Sicherheit hinterlegen zu können. Wie Diplomaten berichteten, gab die EZB ihre Fundamentalopposition gegen die Bankenbeteiligung auf.

In dem Papier, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, heißt es: "Der Finanzsektor hat seine Bereitschaft erklärt, Griechenland auf einer freiwilligen Basis mit einer Reihe von Optionen zu unterstützen (...)". Dazu gehört beispielsweise der Umtausch von griechischen Anleihen in neue Bonds mit längeren Laufzeiten. Es wäre ein Novum, dass auch Banken und Versicherungen Athen unterstützen - und nicht mehr nur der Steuerzahler allein das Risiko tragen muss.

Anzeige
Goldhandel beim Testsieger!
Testen Sie den Handel mit Gold und Siber mit dem kostenlosen Demokonto der FXdirekt Bank (Foto: FXdirekt Bank)

2,6% Zinsen p.a. auf Ihr Trading-Konto, Cash Back und keine Ordergebühren!
Jetzt im Demokonto testen

Merkel setzt sich durch

Deutschland habe bei den Verhandlungen im wesentlichen seine Linie behauptet, sagten Diplomaten. Frankreich haben sich mit der Bankenabgabe gegen Berlin nicht durchsetzen können. Deutschland war dagegen, weil die Einnahmen nicht einzelnen Ländern, sondern der EU zur Verfügung gestellt werden sollten. Mit dieser Abgabe hätte man weitere Hilfen für Athen finanzieren können.

Damit Griechenland seine Kredite leichter zurückzahlen kann, sinken wohl die Zinsen und die Laufzeiten werden verlängert. Das von der Pleite bedrohte Griechenland werde vom Krisenfonds EFSF mit frischem Geld zu niedrigen Zinsen versorgt werden. Der Zinssatz soll sich auf rund 3,5 Prozent belaufen, heißt es in dem Papier. Die Laufzeiten der Kredite sollen von bisher siebeneinhalb auf bis zu 15 Jahre gestreckt werden. "Die Zeiträume müssen sich so erstrecken, dass die Griechen sich das leisten können", sagte Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann.

Zinsen für Schuldenstaaten sollen sinken

Auch für Portugal und Irland, die ebenfalls von milliardenschweren Hilfsprogramm der Partner profitieren, sollen die Zinsen sinken. Der Krisenfonds zur Rettung wackelnder Eurostaaten (EFSF) wird somit zum Ankauf von Staatsanleihen genutzt - aber nur unter strikten Bedingungen. Dies war von deutscher Seite bislang kritisch gesehen worden. Der EFSF wurde ursprünglich als Feuerwehr geschaffen, um Staaten vor der Pleite zu bewahren - wie bisher Irland und Portugal.


Quelle: t-online.de , dpa-AFX

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Griechenland-Krise: Neue Rettungsaktion wird richtig teuer" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Griechenland-Krise: Neue Rettungsaktion wird richtig teuer" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (14)

zum Forum

Thema: "Griechenland-Krise: Neue Rettungsaktion wird richtig teuer"

monamaus schrieb: am 19. September 2011 um 09:54:49
(0) (0) Griechenland
Das kommt davon, wenn man die Zahlen fälscht und sich besser darstellt als man ist. Wenn ich mit einem frisierten Lohnschein
bei der Bank einen Kredit nehme und ihn dann nicht zahlen kann, muß ich auch die Konsequenzen tragen.
mehr Kommentar melden

Lacher schrieb: am 4. September 2011 um 12:15:51
(2) (0) EU-Desaster
Ein Desaster, was mit Griechenland passiert und zugleich ein falsches Signal an andere, ebenfalls (Fast-Pleite-)EU-Staaten nach
dem Motto: Wir machen was wir wollen und andere bezahlen dafür. Kein Wähler in Deutschland kann das gutheißen, also Protest mit Wahlboykott - DENN WIR SIND DAS VOLK.
mehr Kommentar melden

Paul schrieb: am 2. September 2011 um 11:26:19
(2) (0) Parteien
Was unsere tolle Regierung in Nacht und Nebelaktionen unter dem Mantel der "Verschwiegenheit" bei der sogenannten EU-Rettung
unternimmt, ist nicht mehr zu verantworten. Die großen Parteien scheinen sich in dieser Vorgehensweise einig zu sein und ich halte sie deshalb für nicht mehr wählbar. Allerdings ist mir klar, welche Partei ich jetzt zu wählen habe.
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
Prämierte Riserva
Spitzenweine bei Hawesko

Acht Flaschen 2007er San Martino plus Dekanter jetzt für nur 49,- € statt 78,10 €. von Hawesko

Einkaufswelt
Bis zu 92% günstiger
Angebot bei druckerzubehoer.de

Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr

Einkaufswelt
Tablet zum Sensationspreis
Knüller knallhart bei euronics.de

24,6 cm Tablet-PC mit Android 4.0, 1 GHz Prozessor inkl. Ledertasche für nur 229,- €. bei euronics

Einkaufswelt
Schicke Brillen für alle
Schicke Brillen - bei optikplus

Für einen klaren Durchblick: Lese-
brillen, Komplettbrillen u.v.m. zu top Preisen! bei optikplus.de


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

Historische Traktoren
Agrar Simulator: Historische Landmaschinen (Quelle: Koch Media)

Landmaschinen der 50er bis 70er Jahre fahren. Spiel jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

Es gibt offenbar einen Käufer für Schlecker
Offenbar Investor an Schlecker interessiert (Quelle: dapd)

Der mögliche Retter ist kein Unbekannter. mehr

Jetzt spricht der Düs- seldorfer Rasenräuber
Der Elfmeterdieb von Düsseldorf klaut noch vor Abpfiff des Spiels ein Stück Rasen. (Quelle: imago)

Er hatte den Elferpunkt ausgegraben. mehr


Anzeigen

Anzeige
Wirtschaft
Wie schlimm steht es wirklich um Italien?

Der Chefvolkswirt der Berenberg Bank zum Thema Euro. zum Video

UMFRAGE

Über einen Schuldenschnitt Athens wird heftig diskutiert. Was denken Sie?

Wirtschaft
Anleger verklagen Facebook und Banken

Verpatzter Börsenstart ist der Grund für die Sammelklage. zum Video

Einkaufswelt
Rasenmäher kostengünstig
Mähen leichtgemacht von plus.de

Angebote sichern und jetzt dabei kräftig sparen. bei plus.de

Euro-Münzen-Quiz

Erkennen Sie die verschiedenen Euros? mehr

Goldener Krügerrand

Die bekannteste Anlagemünze aus Gold. Krügerrand kaufen

Börsen-Gezwitscher
Börsenradar auf Twitter

Das Börsenradar-Team zwitschert auch auf Twitter. Folgen Sie uns!

Geld-Newsletter
Werktags die wichtigsten Neuigkeiten rund um Wirtschaft und Finanzen per E-Mail in Ihr Postfach  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Aktuelle Wirtschafts- Themen täglich ins Postfach. mehr

Anzeige
Konto mit Kick

Jetzt mit dem Postbank Giro plus bis zu 200 € sichern!* mehr

Anzeige
Silber-Sonderangebot
Silbermünzen: 25 x Silber Unze Maple Leaf zum Sonderspreis. (Quelle: ophirum.de)

Exklusiv für Nutzer von t-online.de. zum Angebot

Anzeige

Anzeige
iPad gewinnen
 (Quelle: fxDirekt Bank)

Am Börsenspiel teilnehmen und gewinnen. Jetzt mitmachen


Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige