
20.12.2011, 16:31 Uhr | Financial Times Deutschland
Athens Verschuldung steigt auf 200 Prozent Sollte das neue Rettungspaket scheitern, steigt die Gesamtverschuldung des Landes bis 2013 auf 200 Prozent der Wirtschaftsleistung.
Ist Hellas noch zu retten? Die Herbstprognose der EU-Kommission dürfte die Zweifler bestärken. Nach Einschätzung der Behörde wächst die Schuldenlast ungebremst. Auch andere Länder stecken fest in der Spirale aus Sparzwang und Rezession fest.
Die Aussichten für die Euro-Zone sind nicht gut und für die Schuldenstaaten sind sie noch schlechter. Die EU-Kommission sagt in ihrer Herbstprognose für Griechenland einen rasanten Anstieg der ohnehin schon horrenden Gesamtverschuldung von 162,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 2011 auf Werte knapp unter 200 Prozent in den kommenden zwei Jahren voraus. Erlaubt sind in der EU höchstens 60 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Prognose der Kommission gilt nur für den Fall, dass das neue Rettungspaket für Athen scheitert.
Damit erhöht die Brüsseler Behörde den Druck auf die griechischen Parteien, die lähmende Regierungskrise zu beseitigen. Griechenland ist wegen seiner desaströsen Haushaltslage auf die Hilfe der Euro-Partner angewiesen. Die halten momentan jedoch eine Finanzspritze zurück und fordern ein klares Bekenntnis Athens zu den beschlossenen Sparpaketen. Der andauernde Parteienstreit über die Nachfolge des zurückgetretenen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou lassen die Zweifel an der Handlungsfähigkeit der griechischen Politik wachsen.
Die Schuldenkrise in der Euro-Zone wird laut der Kommissionsprognose das Wachstum in Europa im kommenden Jahr fast zum Stillstand bringen. Die Wirtschaftsflaute, Schuldenprobleme und der anfällige Finanzsektor "scheinen sich in einem Teufelskreis gegenseitig zu beeinträchtigen", schreibt die EU-Behörde. Sie senkte ihre Schätzung für das Wachstum in den 17 Euro-Ländern auf 0,5 Prozent gegenüber 1,8 Prozent, die noch in der Frühjahrsprognose im Mai erwartet wurden. Für 2011 liegt die Prognose nahezu unverändert bei 1,5 Prozent.
Die griechische Wirtschaft soll in diesem Jahr um 5,5 Prozent und im kommenden Jahr noch einmal um 2,8 Prozent schrumpfen. Erst für 2013 erwartet die Behörde ein schmales Wachstum von 0,7 Prozent.
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Italien, das derzeit im Fokus der Finanzmärkte steht, wird laut Prognose zum Jahresende in die Rezession rutschen. Die EU-Kommission rechnet für das vierte Quartal mit einem Rückgang der italienischen Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent. Zu Jahresanfang 2012 werde die Wirtschaft noch einmal um 0,1 Prozent schrumpfen. Viele Ökonomen sprechen bei zwei negativen Quartalen hintereinander von einer Rezession.
EU-Kommissar Rehn schickte eine deutliche Botschaft nach Rom, wo derzeit um eine Übergangsregierung gerungen wird: "Die wichtigste Aufgabe Italiens ist es, politische Stabilität wieder herzustellen." Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte seinen Rücktritt angekündigt. Vorher will er aber noch ein neues Sparpaket durch das Parlament bringen. Es müsse bald entschieden gehandelt werden, um die Budgetziele zu erreichen und das Wachstum anzukurbeln, sagte Rehn. Immerhin wird sich Italiens Gesamtverschuldung nicht weiter verschlechtern, sondern bei rund 120 Prozent des BIP verharren.
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In den Krisenländern Irland und Portugal, die bereits unter den Euro-Rettungsschirm geschlüpft sind, wird der Schuldenstand weiter wachsen. Für Irland erwartet die Kommission nach rund 108 Prozent in diesem Jahr, einen Anstieg auf mehr als 117 Prozent 2012. Im darauffolgenden Jahr könnte die 120-Prozent-Marke überschritten werden. In Portugal sieht die Behörde die Gesamtverschuldung 2011 bei mehr als 101 Prozent und 2012 bei 111 Prozent.
Anders als in Irland wird in dem südwesteuropäischen Land die Wirtschaft im kommenden Jahr aber voraussichtlich um drei Prozent schrumpfen. Der rigide Sparkurs beeinträchtigt die Wirtschaft. Ministerpräsident Pedro Passos Coelho will jedoch mit den 78 Milliarden Euro umfassenden Hilfspaket auskommen. "Ich glaube ganz ehrlich nicht, dass Portugal einen höheren Betrag braucht", sagte Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker nach einem Gespräch mit Coelho.
Für die Kommission ist die Lösung der Schuldenkrise der Schlüssel zur wirtschaftlichen Erholung. Der drastische Vertrauenseinbruch beeinträchtige Investitionen und Konsum, die Abkühlung der Weltwirtschaft bremse die Exporte und der dringend notwendige Sparkurs in vielen Ländern belaste die Inlandsnachfrage, teilte die Kommission mit. Es müsse das Vertrauen in die öffentlichen Haushalte und das Finanzsystem wiederhergestellt werden, sagte Rehn. Über die dazu nötigen politischen Schritte herrsche Konsens. "Was wir jetzt brauchen, ist eine rigorose Umsetzung." Die Wirtschaft wird sich nach Einschätzung der EU-Volkswirte erst ab Ende 2012 wieder beleben. Für 2013 sagen die Experten 1,3 Prozent Wachstum voraus. Ähnlich ist die für Deutschland erwartete Entwicklung: Nach einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 0,8 Prozent im kommenden Jahr sollen 2013 wieder anderthalb Prozent erreicht werden.
Die Inflationsrate in der Euro-Zone soll bis 2013 unter der von der Europäischen Zentralbank gesetzten Obergrenze von zwei Prozent bleiben. Die Neuverschuldung in den Euro-Ländern wird laut Prognose allmählich gesenkt: Nach einem Defizit von 4,1 Prozent in diesem Jahr erwarten die Experten 3,4 Prozent 2012. Die Drei-Prozent-Grenze des Stabilitätspakts wäre 2013 wieder erreicht.
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Quelle: Financial Times Deutschland
tessiner schrieb:
am 4. Dezember 2011 um 18:23:51
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ablenkungsmanöver
das mit den ultrarechten in dem der bnd scheinb. verstrickt, wusste jeder.
genauso über islamistische gruppen im
untergrund.
jetzt darüber hektisch zu berichten auf allen ebenen,sogar sänger anheuert.udo lindenberg ist nur ein spektakel.
es ist eine reine ablenkung der menschen in europa von dem bankrott.dieser wird sich nächstes jahr einstellen.sarkozy ist der ,der am meisten zittert.
hätte man damals eine volksabst.gemacht herr schröder wäre so etwas nicht eingetreten.die gilt auch herrn kohl.
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Edeltraut schrieb:
am 16. November 2011 um 17:58:21
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Einem "nackten Mann" kann man nicht
mehr in die Tasche greifen,oder?
Zwischen "Dem" was Politiker sagen/sabbeln und
"Dem" was Sie am Ende tun liegen bekanntl. Welten.
Zahlen wird am Ende "Derjenige" von dem noch "Etwas" zu holen ist bzw. sich über den Tisch ziehen läßt und deren Wählervolk am wenigsten murrt,oder?
Also,wer wird das sein? (wohl in erster Linie "Jene" welche jetzt noch Steuern u.Sozialabgaben zahlen-die in der sogen. Realwirtschaft tätigen )
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Turboderegulierter schrieb:
am 14. November 2011 um 14:36:13
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Mehr Schulden in EU-Staaten
Super, super dann können wir ja weiter noch mehr Zinsen einfahren bis die Polit-Deppen die Euro-Bonds einführen. Sylt und Mykonos läßt, krachen.
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