
05.07.2011, 18:52 Uhr | Financial Times Deutschland
Der klamme Mittelmeerstaat hält das Geld zusammen, was das Zeug hält. Doch genau das wird ihm wohl zum Verhängnis: Laut Experten drückt das Konsolidierungsprogramm Griechenland tiefer in die Rezession.
Das angekündigte neue Konsolidierungspaket wird die griechische Wirtschaft noch tiefer in die Rezession stürzen. "Die zusätzlichen Maßnahmen könnten 2011 noch mal rund 1,4 Prozentpunkte Wirtschaftswachstum kosten", sagte James Nixon, Ökonom bei der Société Générale (SG) in London. Er kündigte an, seine Wachstumszahl für dieses Jahr wegen des Sparprogramms nach unten zu revidieren. Bislang prognostizierten Experten, dass Griechenlands Wirtschaft 2011 um rund drei Prozent schrumpfen wird.
Trifft Nixons Prognose zu, würde das griechische Bruttoinlandsprodukt etwa so stark sinken wie 2010. Zwar hat Griechenland das um konjunkturelle Einflüsse bereinigte Haushaltsdefizit im Katastrophenjahr so stark wie kein anderes Industrieland in den vergangenen 25 Jahren abgebaut. Wegen der umfassenden Einsparungen brach die Wirtschaftsleistung jedoch um 4,5 Prozent ein. Mit der Ankündigung der zusätzlichen Einsparungen wird deutlich, dass der Internationale Währungsfonds, die Europäische Zentralbank und die EU-Kommission nicht die Lehren aus dem heftigen Austeritätsprogramm im vergangenen Jahr gezogen haben.
Im Gegenzug für ein zweites Rettungspaket muss Hellas drakonische Sparmaßnahmen durchsetzen. zum Video
Als Bedingung, damit die nächste Tranche des Hilfskredits ausgezahlt wird, hat sich die Troika mit der Regierung in Athen darauf geeinigt, dass diese eine Finanzierungslücke im Haushalt in diesem Jahr von 6,4 Milliarden Euro decken muss - durch Einsparungen und Einnahmeverbesserungen. So werden die Steuern auf Grundbesitz erhöht; die Zahl der öffentlich Beschäftigten soll verringert und die Arbeitszeit erhöht werden; zudem wird eine neu gegründete unabhängige Agentur die Privatisierung vorantreiben - allein das soll die Staatsverschuldung bis 2015 um 50 Milliarden Euro senken.
Zwar werden die Privatisierungen und Vermögensteuern voraussichtlich nicht so stark auf der Konjunktur lasten wie die massiven Einschnitte im öffentlichen Dienst im vergangenen Jahr. Doch betonten Experten unisono, dass der neue Sparkurs insgesamt wohl kaum moderater ausfallen dürfte. "Ich denke, dass die geforderten Einsparungen ähnlich wie 2010 aufs Wachstum drücken und nicht weniger gefährlich sein werden", sagte Giada Giani, Ökonomin bei der Citigroup in London. "Auch Privatisierungen gehen erst einmal mit Entlassungen einher", so die Ökonomin.
Tatsächlich entsprechen die für 2011 zusätzlich geplanten Einschnitte von 6,4 Milliarden Euro rund 2,8 Prozent der gesamten griechischen Wirtschaftsleistung. "Die zusätzlichen Reformen stellen kurzfristig auf jeden Fall ein weiteres Risiko für die Konjunktur dar", sagte Frank Hansen, Ökonom bei der Danske Bank. Auch er hatte bislang nur ein Minus von drei Prozent für die Gesamtwirtschaft veranschlagt.
Für 2012 bleibt er dennoch vorsichtig optimistisch: Dann könnten strukturelle Reformen greifen und sich positiv aufs Wachstum auswirken. "Die Wirtschaft könnte dann wieder um etwa ein Prozent wachsen", sagte er. Auch internationale Institutionen wie die Industrieländerorganisation OECD und der IWF rechnen dann wieder mit Wachstum.
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Quelle: Financial Times Deutschland , t-online.de
Hans schrieb:
am 7. Juni 2011 um 20:56:26
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Griechen
Eigentlich wird Deutschland von Herrn Juncker regiert - das merkt nur noch nicht jeder!
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Touri schrieb:
am 7. Juni 2011 um 19:04:32
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Griechenland
Also, Urlaub könnte ich jetzt nicht in Griechenland machen. Da wäre es mir ständig übel und ich würde immer denken, was
habe ich hier schon Alles finanziert. Das wäre keine Erholung ! Kali nichta.
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Kritik schrieb:
am 7. Juni 2011 um 18:56:04
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Hellas spart sich
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