17.01.2012, 16:07 Uhr | dpa-AFX
Nächster Schritt auf dem Sanierungskurs: Die größtenteils verstaatlichte Royal Bank of Scotland (RBS) verkauft ihr Flugzeug-Leasinggeschäft nach Japan. Ihre Sparte Aviation Capital gehe für rund 7,3 Milliarden US-Dollar - 5,7 Milliarden Euro - an die Großbank Sumitomo Mitsui Financial Group, teilte die britische Großbank mit.
Das Geschäft soll demnach zum dritten Quartal 2012 abgeschlossen sein. Nach Angaben der Japaner wird angesichts unsicherer Finanzmärkte noch an einer stabilen Finanzierung gearbeitet. Die RBS Aviation Capital mit Sitz im irischen Dublin ist die weltweit viertgrößte Leasinggesellschaft. Zu ihren Kunden zählen etwa die Air China, BMI und der Billigflieger Easyjet. Ihre Flotte besteht den Angaben zufolge aus derzeit 206 Flugzeugen.
RBS mache Fortschritte bei der Trennung von Sparten, die nicht zum Kerngeschäft der Bank gehörten, erklärte der Finanzdirektor der RBS-Gruppe, Bruce van Saun. Die Großbank war eine der Hauptbetroffenen in der Finanzkrise von 2008 und gehört inzwischen zu 83 Prozent dem britischen Staat.
Sie hatte sich mit der Übernahme der niederländischen Bank ABN Amro verhoben. Zwischen 2008 und 2010 häufte das Geldhaus Verluste von rund 29 Milliarden Pfund an. Wie auch andere europäische Finanzinstitute verkauft es Bereiche, um bei der Sanierung voranzukommen.
Auch bei den Stellen wurde kräftig eingespart: Vergangene Woche hatte RBS bekanntgegeben, weitere 3500 Jobs zu streichen. Ende September 2011 beschäftigte die Bank nur noch 150.000 Menschen und damit fast 50.000 weniger als noch vor drei Jahren.
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Die Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) würde durch den Kauf zur weltweiten Nummer vier der Wachstumsbranche Flugzeug-Leasing. Die Gruppe will durch die Großakquisition ihr Geschäft vor allem im boomenden Flugzeugmarkt Asiens weiter ausbauen. Im Dezember 2008 hatte Sumitomo ein Flugzeug-Leasing-Geschäft aufgebaut. Seither sind die Japaner dabei, den Bereich stark voranzutreiben.
Angesichts des derzeit ungewissen Finanzmarktklimas werde das Konsortium stabile langfristige Finanzierungsquellen für die geplante Übernahme suchen, hieß es in einer offiziellen Mitteilung der japanischen Finanzgruppe. Dazu gehöre auch die Option, die Japan Bank for International Cooperation um Unterstützung zu bitten.
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Quelle: dpa-AFX
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