24.02.2011, 14:11 Uhr | dpa, t-online.de/business, sia
Die Arbeit im Großraumbüro muss kein Albtraum kein. (Foto: imago)
Der Lärm nervt, die Luft ist häufig schlecht - und trotzdem sind einer Umfrage zufolge 83 Prozent aller Beschäftigten in Großraumbüros mit ihrem Arbeitsplatz mehr oder weniger zufrieden. Der "Albtraum" Großraumbüro - nur eine Legende? Wir erklären Ihnen, was die Deutschen am Arbeitsplatz stört, was sie sich wünschen und wie sich die Arbeit im Open Office erträglich gestalten lässt.
Eine Umfrage des Instituts Forsa, von der die Tageszeitung "Die Welt" berichtet, zeigt: Open Offices sind besser als ihr Ruf: 20 Prozent der Großraum-Beschäftigten seien sehr zufrieden und 63 Prozent eher zufrieden, ermittelte Forsa in seiner Analyse für den Immobilienkonzern Hamburgische Immobilienhandlung (HIH).
Befragt wurden für die Erhebung die Nutzer von Einzel-, Mehrpersonen- (zwei bis drei Mitarbeiter) und Großraumbüros (ab vier Mitarbeitern). Nur 15 Prozent der Befragten gaben Welt Online zufolge an, mit ihrem Arbeitsplatz im Open Office unzufrieden zu sein, und nur zwei Prozent erklärten, "sehr unzufrieden" zu sein.
Die Zufriedenheit von Mitarbeitern mit Einzelbüros liegt mit 96 Prozent allerdings noch deutlich höher. Die von Forsa befragten Beschäftigten, die ihr Büro mit niemandem teilen müssen, zeigten sich mit ihrer Raumsituation zu 57 Prozent sehr zufrieden und zu 39 Prozent eher zufrieden.
In den Großraumbüros klagen 57 Prozent der Beschäftigten über schlechte Raumluft. 47 Prozent sind dort mit dem Geräuschpegel unzufrieden. In Einzel- und Mehrpersonenbüro sind die Mitarbeiter damit viel zufriedener. Das zeigt der Durchschnitt aller Bürotypen: Da wünschen ein Drittel (33 Prozent) aller Befragten eine bessere Raumluft. 28 Prozent wollen weniger Lärm, 24 Prozent einen attraktiveren Aufenthaltsraum und 15 Prozent mehr Tageslicht.
Damit das Miteinander im Großraumbüro funktioniert, empfehlen Experten, einfach mehr Rücksicht zu nehmen. Etwa, indem Mitarbeiter ihre Telefonate und Gespräche mit Kollegen in moderater Lautstärke führen oder geruchsintensive Speisen nicht unbedingt am Schreibtisch essen.
Auch die Chefs können einiges tun, um die Lage zu entschärfen. Eine gute Lärmdämmung des Raums beispielsweise senkt den Geräuschpegel ebenso wie spezielle Akustikdecken oder mit weichem Stoff bezogene Stellwände zwischen den Arbeitsplätzen. Ein so genanntes Soundmasking-System soll ebenfalls helfen: Es produziert ein leises Hintergrundgeräusch, das vom menschlichen Ohr nicht als störend oder irritierend wahrgenommen wird. Es ist aber laut genug, um Unterhaltungen und störende Geräusche zu übertönen.
Sind außerdem technische Geräte in einem separaten Raum untergebracht, wird es im Büro nicht nur leiser: Auch wegen der Wärmeabgabe und eventuellen Schadstoffen bietet es sich an, Drucker und Co. "auswandern" zu lassen. Für noch mehr Entspannung könnte ein weiteres Zimmer sorgen, das Mitarbeiter für Gespräche nutzen können, die nicht für die Ohren der gesamten Firma bestimmt sind.
Quelle: dpa
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