Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Wirtschaft >

Grüne wittern Steuerschlamperei bei schwarz-gelben Regierungen

...

Grüne wittern Steuerschlamperei bei schwarz-gelben Regierungen

07.03.2011, 12:21 Uhr | Spiegel Online

Ein Steuerzahler bekommt 85.000 Euro erstattet - und darf das Geld behalten (Quelle: imago)

Ein Steuerzahler bekommt 85.000 Euro erstattet - und darf das Geld behalten (Quelle: imago)

Agieren Bundesländer bei der Steuerprüfung von Reichen zu nachlässig? Eine aktuelle Analyse der Grünen scheint diesen Trend zu bestätigen. Vor allem einige schwarz-gelbe Regierungen kontrollieren demnach unzureichend. Die Gescholtenen weisen die Vorwürfe zurück.

Die Kleinen fängt man, die Großen lässt man laufen: Diese alte Stammtischweisheit scheint sich durch eine Initiative der Grünen nun einmal mehr zu bestätigen. Mit einer konzertierten Aktion hat die Oppositionspartei die Länder gezwungen, ihre Zahlen zum Steuervollzug offenzulegen. Das Ergebnis fällt wenig schmeichelhaft für einige Ministerpräsidenten aus.

Grüne: Steuerkontrollen ineffizient und ungerecht

Es geht vor allem um zwei Fragen: Wie scharf werden die Steuerzahler kontrolliert? Und wie haben sich die Anzahl und Häufigkeit der Prüfungen in den vergangenen Jahren entwickelt?

Wirtschaft
Wie fahren wir in Zukunft?

Ob E-Cars, Roboterautos und Megacitys - die Mobilität von morgen wird eine andere sein. zum Video

Das Fazit der Grünen: Die Kontrollen sind ineffizient und ungerecht, die Unterschiede zwischen den Ländern riesig. Im Fokus der Kritik: die schwarz-gelb geführten Regierungen in Baden-Württemberg und Bayern. Beide hätten ihre Steuerverwaltung bewusst verkleinert, "um Unternehmen und reiche Privatleute anzulocken".

Personalabbau in fast allen Ländern

Nach der Übersicht haben fast alle Länder ihr Personal in den Finanzverwaltungen zurückgefahren. Spitzenreiter ist Baden-Württemberg mit einem Personalrückgang um mehr als fünf Prozent. Bayern baute sein Personal um 3,7 Prozent ab. Gemessen am Personal pro 10.000 Einwohner sind beide Länder Schlusslichter, sie kommen mit etwa 12 Finanzbeamten aus. Zum Vergleich: Niedersachsen liegt bei knapp 30, der Durchschnittswert der elf Länder liegt bei etwa 17.

Auch andere Bundesländer stehen im Fokus. Bei Bürgern, die mehr als 500.000 Euro pro Jahr verdienen, lag die Prüfungsquote 2009 im Schnitt aller Bundesländer bei 19 Prozent. Im damals noch schwarz-gelb regierten Thüringen dagegen etwa nur bei fünf Prozent.

Millionäre bewusst weniger oft geprüft?

In Thüringen wie auch in Baden-Württemberg habe bei den Prüfungen von Millionären seit 2004 außerdem "ein bewusster Rückbau" stattgefunden, sagt Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag. In Thüringen wurden 85 Prozent weniger Millionäre kontrolliert, in Baden-Württemberg sank die Quote um 45 Prozent.

In eigener Sache
Wirtschafts-Newsletter
Geldwerte Neuigkeiten - werktags per E-Mail

Die aktuellsten Meldungen rund ums Geld werktags in Ihr Postfach! Kostenlos abonnieren

Dass gerade bei den reichen Bürgern selten geprüft werde, lässt Schick zu dem Schluss kommen, es gehe den jeweiligen Landesregierungen darum, "die Gutverdiener im eigenen Land zu schonen - auf Kosten der Steuerzahler".

Baden-Württemberg widerspricht

Ein Sprecher des baden-württembergischen Finanzministeriums weist die Vorwürfe zurück: "Das ist eine bösartige Unterstellung. Wir setzen unser Personal einfach besser und effizienter ein." Das Land liege bei den Steuereinnahmen pro Prüfer bundesweit an der Spitze. Jeder Beschäftigte sorge jährlich für Einnahmen von fast zwei Millionen Euro, in Hamburg seien es nur 1,6 Millionen Euro, im Bundesschnitt 1,8 Millionen. "Wir schöpfen also mit weniger Personal mehr Steuern." Ähnlich äußerte sich Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU).

Anzeige
Gas-Preisvergleich
Kostenloser Gas-Preisvergleich.

Finden Sie den günstigsten Gasanbieter in Ihrer Region.
Vergleichen und Sparen

Personal für verzwickte Fälle fehlt - Mittelständler oft geprüft

Für Schick ist das kein Argument: "Ich höre aus den Finanzbehörden, dass es an Personal für die komplizierten, international verquickten Fälle fehlt." Stattdessen würden die Mitarbeiter sich vor allem auf die weniger komplexen Steuererklärungen von Mittelständlern stürzen. "Das führt in der Bevölkerung zu dem Eindruck: Als ehrlicher Unternehmer wirst du regelmäßig gefilzt - die großen Betrüger lachen sich dagegen ins Fäustchen."

"Lücken im Steuervollzug sind gesetzeswidrig"

Die großen Unterschiede zwischen den Ländern hat der Bundesrechnungshof bereits 2007 in einem Gutachten gerügt. Die Prüfung der Einkommensmillionäre sei unzureichend. Laut bundesweiter Verordnung müssten diese regelmäßig von den Finanzämtern kontrolliert werden. Sei dies der Fall, führe es im Schnitt "zu Mehreinnahmen von 132.000 Euro". Das starke Gefälle führe dazu, "dass in einem Land die Mehrzahl der Millionäre geprüft wird, während sie in einem anderen Land statistisch nur alle 30 Jahre einer Außenprüfung unterliegen".

Schicks Schlussfolgerung: "Die Lücken im Steuervollzug sind gesetzeswidrig. Denn sie verletzen das Prinzip der Gleichmäßigkeit der Besteuerung, das in der Abgabenordnung steht. Alles andere würde auch dem Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes widersprechen."

Grüne fordern zentrale Steuerverwaltung

Landesregierungen hätten stets einen Anreiz, bei den Kontrollen nicht so genau hinzuschauen - um sich einen Standortvorteil zu verschaffen. Dieses Problem lasse sich nur durch eine Verlagerung der Zuständigkeit auf die Bundesebene lösen. Der Grüne fordert daher, eine zentrale Steuerverwaltung für alle 16 Bundesländer einzuführen.

Die Chancen dafür stehen allerdings eher schlecht, gibt Schick zu: Denn einer solchen Änderung in der Steuerverwaltung müsste der Bundesrat zustimmen - und in der Länderkammer dürfte es kaum eine Mehrheit für die Idee geben, Steuerkompetenzen abzugeben.


Partner-Angebot
Traum-Job finden
Jobsuche bei t-online.de (Foto: t-online.de)

Sie suchen einen neuen Job? Finden Sie den passenden Job aus fast 60.000 Stellenangeboten. Jobsuche starten

Quelle: Spiegel Online

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
 

"Grüne wittern Steuerschlamperei bei schwarz-gelben Regierungen" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Grüne wittern Steuerschlamperei bei schwarz-gelben Regierungen" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (13)

zum Forum

Thema: "Grüne wittern Steuerschlamperei bei schwarz-gelben Regierungen"

belenus schrieb: am 13. März 2011 um 06:24:24
(0) (0) steuern
Was soll dieser Unsinn mit den Steuern.Sie sind doch nur Last,was wir noch von den Römern übernommen haben.Haben wir Deutschen
keine besseren Ideen,als Steuern,Zwangsabgaben.Ein land mit so viel Steuergeldern und doch verarmen wir immer mehr,also funktioniert solch ein System nicht!!!Warum nicht andere Wege gehen.
mehr Kommentar melden

Krobi1944 schrieb: am 12. März 2011 um 20:57:03
(0) (0) Steuergerechtigkeit
Erinnert sein darf an die hessischen Steuerfahnder, die psychiatrisiert wurden, wil sie vermögenden (Nicht)Steuerzahlern
zu sehr auf den Pelz rückten. Erinnert sein darf an einen Steuerberater Vermögender, der öffentlich die Auffassung vertrat, man sollte Leuten mit hohen Einkommen es schon selbst überlassen, wieviel sie dem Staat zu geben gewillt seien. Komme mir keiner mit dem dämlichen Neidargument - darum geht es nicht. Alle sollten vor dem Gesetz gleich sein, auch und gerade die Reichen.
mehr Kommentar melden

Ex-Finanzbeamter schrieb: am 9. März 2011 um 17:52:27
(0) (0) Habe mich selbständig gemacht und schreibe jeden Tag Zehn Einsprüche
Mit 51 Jahren gab ich meinen Beamtenstatus auf und gründetete eine
Kanzlei.Ich konnte es nicht mehr ertragen das der kleine Imbissbuden-Besitzer bei vollem Risiko nach einem 15 Stunden Tag von uns zerlegt werden sollte und bei den ganz grossen in der Stadt;Wurden wir vom Landrat zurückgepfiffen.Was soll den der von Ihm denken wenn rauskommt das er die Allgemeinheit bescheisst.Jetzt habe ich den Spiess umgedreht; Ich zeige die grossen an und gebe den kleinen jedes Tunnel im Steuersumpf .
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr

Shopping

Einkaufswelt
Prämierte Riserva
Spitzenweine bei Hawesko

Acht Flaschen 2007er San Martino plus Dekanter jetzt für nur 49,- € statt 78,10 €. von Hawesko

Einkaufswelt
Bis zu 92% günstiger
Angebot bei druckerzubehoer.de

Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr

Einkaufswelt
Tablet zum Sensationspreis
Knüller knallhart bei euronics.de

24,6 cm Tablet-PC mit Android 4.0, 1 GHz Prozessor inkl. Ledertasche für nur 229,- €. bei euronics

Einkaufswelt
Schicke Brillen für alle
Schicke Brillen - bei optikplus

Für einen klaren Durchblick: Lese-
brillen, Komplettbrillen u.v.m. zu top Preisen! bei optikplus.de


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

Historische Traktoren
Agrar Simulator: Historische Landmaschinen (Quelle: Koch Media)

Landmaschinen der 50er bis 70er Jahre fahren. Spiel jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

Es gibt offenbar einen Käufer für Schlecker
Offenbar Investor an Schlecker interessiert (Quelle: dapd)

Der mögliche Retter ist kein Unbekannter. mehr

Jetzt spricht der Düs- seldorfer Rasenräuber
Der Elfmeterdieb von Düsseldorf klaut noch vor Abpfiff des Spiels ein Stück Rasen. (Quelle: imago)

Er hatte den Elferpunkt ausgegraben. mehr


Anzeigen

Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige