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Gutachten: "Heatballs" sind Glühlampen und keine Heizungen

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Aus für den "Heatball"?

10.12.2010, 17:15 Uhr | dapd

Tüftler Siegfried Rotthäuser mit seinem "Heatball". (Foto: Rotthäuser, Montage: toi)

Tüftler Siegfried Rotthäuser mit seinem "Heatball". (Foto: Rotthäuser, Montage: toi)

Es steht schlecht um den "Heatball". Der Verband Deutscher Elektroingenieure macht dem deutschen Erfinder des "Heatballs" - einer Kleinstheizung, die verblüffend einer konventionellen Glühbirne ähnelt - einen Strich durch die Rechnung. Wir erläutern Ihnen, wie die Ingenieure entschieden haben.

Glühbirnen als Kleinstheizung deklariert

Der satirisch gemeinte Vorstoß des Unternehmers Sigfried Rotthäuser aus Niederzier gegen die EU-Glühbirnen-Verordnung hat kaum noch Aussichten auf Erfolg. Rotthäuser hatte im November 40.000 so genannte Heatballs aus China importiert, die auffallend konventionellen 75- und 100-Watt-Glühbirnen ähneln.

Da diese Leuchtkörper aber in der EU nicht mehr verkauft werden dürfen, wurden die Waren nicht als Lichtgeber, sondern als "Heatballs", also Kleinstheizungen deklariert. Dabei verwies der Importeur darauf, dass die klassische Glühbirne nur fünf Prozent Lichtausbeute erziele, mit ihrer Energie aber zu 95 Prozent Wärme produziere.

"Heatballs" dürfen nicht eingeführt werden

Dieser Einschätzung schloss sich die zuständige Kölner Bezirksregierung nicht an. Wie ein Behördensprecher mitteilte, ergab ein Gutachten des Verbandes Deutscher Elektroingenieure, dass die "Heatballs" sehr wohl von der EU-Glühbirnen-Verordnung erfasst werden und nicht eingeführt werden dürfen.

Die Lieferung wird am Zoll des Köln-Bonner Flughafens festgehalten. Sollte der Importeur an seiner Verkaufsabsicht weiter festhalten und keine neuen Argumente vorbringen, werde die Ware nicht zur Einfuhr freigegeben, hieß es weiter. Mit der Aktion wollte der Unternehmer nach eigenen Angaben gegen Bürokratismus und die Entmündigung der Bürger protestieren.

Zündende Idee

Die Idee zum "Heatball", erzählt Rotthäuser gegenüber der Financial Times Deutschland, entstand aus einer Blödelei mit Kollegen. Daraufhin habe er sich die EU-Verordnung einmal genauer angeschaut. Dabei habe er dort den Eintrag gefunden: ",Lampe‘ bezeichnet eine Einrichtung zur Erzeugung von (in der Regel sichtbarem) Licht." Für den Essener stand fest, dass Thomas Edisons Erfindung bislang falsch verstanden verstanden worden sei: "Der Mann hat keine Lampe erfunden, sondern eine Heizung!" Also ersann er laut ftd.de den Namen "Heatball" und ließ ihn in China produzieren.


Quelle: dapd

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