Das Stahlgeschäft floriert (Bild: ddp)Deutschlands größer Stahl- produzent ThyssenKrupp hat nach einem unerwartet starken dritten Quartal seine Gewinnprognose für das laufende Jahr angehoben. Die Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten habe die Erwartungen übertroffen, berichtete Konzernchef Ekkehard Schulz in Düsseldorf.
Der Industriekonzern ThyssenKrupp erwartet nun für 2007/2008 einen Gewinn vor Steuern und vor Sondereffekten von mehr als 3,2 Milliarden Euro. Das sind 200 Millionen Euro mehr als bislang prognostiziert. Vor allem Belastungen im Edelstahlgeschäft und hohe Rohstoffkosten hatten den Konzern bisher eher zur Zurückhaltung veranlasst. Auch die Umsatzentwicklung schätzt Schulz positiv ein, "sofern nicht unvorhersehbare konjunkturelle Einbrüche unsere Geschäfte beeinträchtigen." Mittelfristig strebt der Stahlriese einen Umsatz von 60 Milliarden Euro an. Nach Inbetriebnahme der neuen Werke soll der Umsatz auf 65 Milliarden Euro steigen.
Bau neuer Stahlwerke in Nord- und Südamerika problematisch
Im dritten Quartal schnitten die Düsseldorfer trotz der negativen Einflüsse nun aber deutlich besser ab als erwartet und sehen sich nach neun Monaten auf Kurs für die neuen Ziele. Probleme bereitet weiterhin der Bau neuer Stahlwerke in Brasilien und den USA: Sie werden teurer als geplant. Bei der Prognose wurden die Ausgaben für den Bau der Werke und auch die massiv gestiegenen Rohstoffkosten ausgeklammert.
Positive Einschätzung am Markt
Marktanalysten hoben vor allem die höhere Gewinnprognose hervor, zeigten sich aber auch von den Zahlen begeistert. Die höheren Investitionen für die neuen Werke der Sparten Steel und Stainless enttäuschten zwar, die Analysten von Merrill Lynch halten die Projekte aber nach wie vor für wettbewerbsfähig. Die Aktie von ThyssenKrupp entwickelte sich am Morgen besser als der Markt. Am Mittag lag sie 1,3 Prozent im Plus bei 34,23 Euro.