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Händler erwarten stabilen Ölpreis

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Ölhändler erwarten stagnierende Preise

21.12.2009, 16:31 Uhr | Financial Times Deutschland

Förderturm in Norddeutschland (Foto: imago) (Quelle: imago)Förderturm in Norddeutschland (Foto: imago)Der Ölpreis wird nach Einschätzung der wichtigsten Ölhandelshäuser in der ersten Hälfte 2010 zwischen 70 und 80 Dollar je Barrel verharren. Grund: Die Nachfrage werde sich langsamer erholen als erwartet. "Die Ölpreise werden wahrscheinlich in der gegenwärtigen Spanne steckenbleiben", sagte Ian Taylor, Chef von Vitol, dem weltgrößten Ölhändler, der "Financial Times" (FT). Pierre Lorinet, Finanzchef von Trafigura, sagte: "Die Fundamentaldaten stützen die derzeitigen Preise nicht." Momentan pendelt der Preis der Sorte WTI in New York um die 73 Dollar - nach einem Plus von 58 Prozent in diesem Jahr.

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IEA sieht starken Anstieg der Ölnachfrage

Damit sind die Händler deutlich pessimistischer als andere Experten. Die Internationale Energiebehörde (IEA) etwa prognostiziert für 2010 einen scharfen Anstieg der Öl-Nachfrage: Sie geht von einem Plus von 1,5 Millionen Barrel pro Tag im Vergleich zu dem Niveau von 2009 aus. Die meisten Händler erwarten lediglich einen Anstieg um eine Million Barrel pro Tag. "Wir sehen eine Zunahme der Nachfrage, aber wir sind nicht so bullish wie die IEA", sagte Lorinet.

Ölhändler mit starker Marktmacht

Die Aussagen der Unternehmen sind bedeutend, da sie im Mittelpunkt der weltweiten Handelsflüsse stehen und ihre weitreichenden Geschäftsbeziehungen es ihnen ermöglichen, Preiszyklen vorauszusehen. Außerhalb der Energiebranche sind sie zwar weitgehend unbekannt. Zusammengerechnet handeln sie aber fast 15 Prozent der Weltproduktion - das entspricht dem Ausstoß von Iran, Irak, Kuwait, Venezuela und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Die OPEC tagt

Die Einschätzungen dürften auch auf dem außerordentlichen Treffen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) in der Hauptstadt Angolas, Luanda, Thema sein. Die OPEC-Staaten diskutieren über ihre Produktionspolitik für den Winter in der nördlichen Hemisphäre, werden die Förderquoten aber laut Generalsekretär Abdullah al-Badri unverändert lassen. Auch die OPEC erwartet, dass Angebot und Nachfrage in der ersten Hälfte 2010 schwach sein werden, bevor sie sich in den zweiten sechs Monaten steigern. Das Kartell geht für das kommende Jahr von einem Anstieg der Nachfrage um 0,8 Millionen Barrel pro Tag aus.

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Ölpreis weit entfernt vom Hoch

US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) hatte im Juli 2008 das Rekordhoch von mehr als 147 Dollar je Barrel erreicht. Mit der Finanzkrise brachen die Notierungen bis auf 30 Dollar im Dezember ein. In diesem Jahr zogen die Preise wieder an - unter anderem getrieben von der Hoffnung auf eine Erholung der Weltwirtschaft. Seit Anfang Juli bewegen sich die Preise zwischen 65 und 80 Dollar je Barrel. Positiv wirkt sich starke Nachfrage aus Asien aus. Mauer Konsum in den USA und Europa zieht jedoch nach unten.

Höherer Ölpreis erst Ende 2010

Auch die Ölhändler Glencore und Gunvor sehen laut Insidern wenig Aufwärtspotenzial für die erste Hälfte des kommenden Jahres. Offiziell wollten sich beide nicht äußern. Ein wenig optimistischer zeigte sich Daniel Jaeggi, Co-Chef von Mercuria. Er sagte, die Weltwirtschaft werde "in der zweiten Jahreshälfte beginnen, sich zu erholen", und das werde Ölpreise wahrscheinlich in die Höhe treiben. Jaeggi warnte allerdings auch. In China und Indien werde die Nachfrage zwar stark sein. Für reiche Länder hingegen erwartet er ein "einigermaßen blutarmes" Wachstum beim Verbrauch.


Quelle: Financial Times Deutschland , t-online.de

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