18.12.2008, 08:47 Uhr | t-online.de/business / dpa-AFX
Haribo darf seine "Dropje" nicht für Kinder anpreisen. (Foto: Archiv)
"Haribo macht Kinder froh" - der bekannte Slogan des Bonner Süßwaren-Herstellers auf Tüten mit Lakritz für Erwachsene hat dem Unternehmen Ärger eingebracht. Das Landgericht Düsseldorf bestätigte eine einstweilige Verfügung gegen Haribo: Die Firma darf seine "Dropje" nicht mehr in der bisherigen Verpackung verkaufen.
Irreführender Aufdruck
Geklagt hatte Haribo-Konkurrent Katjes. Zwar trägt das Produkt, da es mehr als zwei Prozent Salmiak enthält, den Aufdruck "Erwachsenenlakritz, kein Kinderlakritz". Laut Katjes ist die Schrift aber zu klein und wird vom Werbespruch "Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso" sowie einem abgebildeten Kind irreführend überlagert. Käufer könnten der Auffassung sein, es handele sich um eine normale Süßigkeit für Kinder, sagte eine Gerichtssprecherin nach Angaben des Nachrichtenportals InterNetCologne.de.
Haribo muss Packung ändern
Die Justiz musste sich laut InterNetCologne.de nicht zum ersten Mal mit den "Dropje" beschäftigen. Am Kölner Landgericht habe sich Katjes vor einigen Monaten schon einmal mit einer einstweiligen Verfügung gegen Haribo durchgesetzt. Kritisiert worden sei der Aufdruck "Holländische Lakritze" auf der Tüte, obwohl die Drops in Deutschland produziert werden. Haribo habe danach alle Tüten mit einem Aufkleber "hergestellt in Deutschland" versehen müssen. Nun müsse Haribo die Verpackung erneut ändern, sonst drohe ein Ordnungsgeld in Höhe von 250.000 Euro.
Lakritz für Kinder nicht empfehlenswert
Der Hintergrund: In Deutschland dürfen Lebensmittel ohne Warnhinweis auf der Verpackung nicht mehr als zwei Prozent Salmiak enthalten. Bei Lakritzwaren mit einem höheren Salmiakgehalt ist ein Warnhinweis auf der Verpackung Pflicht. Liegt der Salmiakanteil zwischen zwei bis 4,49 Prozent, muss Lakritz als "Erwachsenenlakritz - kein Kinderlakritz" ausgezeichnet werden. Enthält Lakritz 4,49 bis 7,99 Prozent Salmiak, ist es als "Extra stark, Erwachsenenlakritz - kein Kinderlakritz" zu kennzeichnen. Für Kinder ist Lakritz nicht zu empfehlen, da es den Elektrolythaushalt des Körpers beeinflussen und zu Bluthochdruck, Kopfschmerzen und Ödemen führen kann.
Streit um "Yoghurt-Gums"
Der Streit um die Lakritz-Drops ist nicht der erste zwischen Haribo und Katjes. Schon 2004 hat das Düsseldorfer Oberlandesgericht Spiegel Online zufolge eine Entscheidung bestätigt, nach der Katjes sein Fruchtgummi „Yoghurt-Gums“ nennen darf. Haribo habe ein vergleichbares Produkt mit ähnlichem Namen auf den Markt bringen wollen und argumentiert, "Yoghurt" bezeichne lediglich eine Geschmacksrichtung und werde nicht als Marke von Katjes genutzt.
Weiteres Verfahren in Hamburg
Nach dem Markenrecht verfalle das Recht auf Nutzung eines Produktnamens, wenn dieser fünf Jahre nicht verwendet werde. Das Gericht wies die Klage laut Spiegel Online mit der Begründung zurück, Katjes habe die Marke eintragen lassen und jahrelang benutzt. Außerdem sei "Yoghurt-Gums" durchaus ein Markenname, der Verbraucher stelle mit diesem Begriff eine Beziehung zu Katjes her. Wie das Nachrichtenportal wz newsline der Westdeutschen Zeitung berichtet, läuft derzeit vor dem Landgericht Hamburg ein weiteres Verfahren um das Fruchtgummi. Eine Entscheidung wird demnach im Januar 2009 erwartet.
Branchenführer mit Milliardenumsatz
Haribo, nach eigenen Angaben weltweiter Branchenführer, produziert mit etwa 6000 Mitarbeitern in 18 Standorten in Europa Süßigkeiten aus Fruchtgummi, Lakritz und Schaumzucker. Die Produkte der Firma werden in mehr als 100 Ländern vertrieben. Täglich verlassen laut Haribo etwa 100 Millionen Goldbären die Produktionsstätten weltweit. Der Konzern kam 2005 auf einen Umsatz von mehr als zwei Milliarden Euro, berichtete manager-magazin.de.
Katjes ist drittgrößter Zuckerwarenhersteller
Mit Lakritz-, Fruchtgummi-, Bonbon- und Brauseprodukten ist Katjes Fassin mit Sitz in Emmerich Deutschlands drittgrößter Zuckerwarenhersteller nach Haribo und Storck. Das Familienunternehmen beschäftigt 500 Mitarbeiter und hält nach eigenen Angaben eine Produktionskapazität von 60.000 Tonnen pro Jahr. Der Umsatz lag 2006 bei 200 Millionen Euro.
t-online.de/business / dpa-AFX
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Acht Flaschen 2007er San Martino plus Dekanter jetzt für nur 49,- € statt 78,10 €. von Hawesko
24,6 cm Tablet-PC mit Android 4.0, 1 GHz Prozessor inkl. Ledertasche für nur 229,- €. bei euronics
Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr