10.05.2010, 15:53 Uhr | apn, mmr
Straßenbahn in Lissabon - für Portugal wird's nun auch eng (Foto: imago)
Nun wackelt auch Portugal: Die Rating-Agentur Standard & Poor's stufte die Kreditwürdigkeit des Landes am Dienstag von A+ auf A- herab. Portugal stehe "erweiterten Risiken" gegenüber, erklärte Standard & Poor's zur Begründung. Portugal gilt mit einem Haushaltsdefizit von 9,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nach Griechenland als eines der von der Wirtschaftskrise am meisten gefährdeten Mitglieder der Eurozone. Die Hellenen wurden derweil auch weiter herabgestuft und haben nur noch Ramsch-Status ("Junk"). An den europäischen Börsen kam es in Folge zu einem Kurssturz.
Die Differenz zwischen den Zinsen auf zehnjährige portugiesische Staatsanleihen zu denen auf Bundesanleihen stieg am Dienstag auf 5,51 Prozentpunkte. Das ist die höchste Differenz seit der Euro-Einführung. Auch für Portugal wird es damit immer schwerer, an frisches Kapital zu gelangen. Die Regierung in Lissabon rechnet zwar mit 0,7 Prozent Wachstum in diesem und 0,9 Prozent im kommenden Jahr. Die EU-Kommission befürchtet allerdings, dass diese Zahlen zu optimistisch sind.
Aus Protest gegen die Sparpläne der Regierung traten am Dienstag die portugiesischen Eisenbahner in den Streik. Auch die Fährverbindungen und zahlreiche Buslinien wurden bestreikt. Im Großraum Lissabon kam es am Morgen zu zahlreichen Staus, weil Pendler aus dem Umland mit dem Auto zur Arbeit fahren mussten. Der U-Bahn-Betrieb in der Hauptstadt selbst war von dem Ausstand allerdings nicht betroffen, auch einige Busse fuhren. Die Zugverbindungen ins Ausland wurden aufrechterhalten, wie die Bahngesellschaft Caminhos de Ferro Portugueses mitteilte.
Der Wirtschaftswissenschaftler Carlos Andrade von der Banco Espirito Santo machte am Dienstag Spekulanten für die Probleme des Landes verantwortlich. Die sozialistische Regierung hat im März ein Sparprogramm vorgelegt, um das Haushaltsdefizit wieder unter Kontrolle zu bringen. Dazu sollen in den kommenden vier Jahren Sozialausgaben gekürzt, Steuererleichterungen für bestimmte Gruppen abgeschafft und die jährlichen Gehaltserhöhungen im öffentlichen Dienst unter der Inflationsrate gehalten werden. Zudem will das Finanzministerium durch Privatisierung von Staatseigentum sechs Milliarden Euro Schulden abbauen.
Griechenland gerät unterdessen an den Finanzmärkten unter massiven Druck, denn zu allem Übel wurde neben Portugal auch die Kreditwürdigkeit der Hellenen weiter herabgestuft. Griechenland-Anleihen haben jetzt nur noch Ramsch-Status. Die anhaltenden Diskussionen über Zeitpunkt und Bedingungen einer Rettungsaktion für Athen trieben die Risikoprämie für griechische Staatsanleihen schon am frühen Nachmittag auf einen neuen Höchststand. Die Differenz zwischen den Zinsen auf zehnjährige griechische Staatsanleihen zu denen auf Bundesanleihen stieg am Dienstag auf 6,8 Prozentpunkte. Die Zinsen auf zehnjährige griechische Staatsanleihen beliefen sich damit auf 9,85 Prozent. Die Zinsen für Papiere mit zweijähriger Laufzeit kletterten um einen weiteren Prozentpunkt auf 14,96 Prozent.
Der griechische Aktienmarkt setzte unterdessen seine Talfahrt den fünften Tag in Folge fort. Der Leitindex der Athener Börse gab am Dienstagnachmittag um sechs Prozent nach. Portugals Leitindex sackte um fünf Prozent ab, spanische Aktien verloren im Schnitt gut vier Prozent, die Pariser Standardwerte verloren etwa 3,4 Prozent. Der DAX schloss auf Tagestief mit einem Minus von 2,7 Prozent (Aktueller Marktbericht). Die Botschaft der Finanzmärkte ist klar: Es gibt konkrete Zweifel, dass Athen in der Lage sein wird, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.
Und tatsächlich: Am Dienstag-Nachmittag teilte die griechische Regierung mit, kein Geld mehr auf den internationalen Finanzmärkten aufnehmen zu können. Die in Aussicht gestellten Nothilfen der Euro-Staaten und des Internationalen Währungsfonds (IWF) müssten daher bis zum 19. Mai bereit stehen, sagte Griechenlands Finanzminister Giorgos Papakonstantinou vor Abgeordneten seiner Sozialistischen Partei. Wegen der Unmöglichkeit für die griechische Regierung, weiter Zugang zu den Märkten zu haben, müsse "die Prozedur bis zu diesem Datum beendet, bestätigt und unterschrieben sein", hob er hervor. Es ist das erste Mal, dass Athen erklärt, tatsächlich keine neuen Kredite mehr aufnehmen zu können. Die Rating-Agentur S&P reagierte sofort und stufte griechische Staatsanleihen von "BBB+" auf "BB+" reduziert. Damit gelten die Papiere als Junk-Bonds und haben Ramsch-Status. Der Ausblick bleibe negativ.
Sollten die beiden anderen Rating-Agenturen (Moody's und Fitch) ihre Bewertung für Griechenland auf ein ähnliches Niveau senken, würden griechische Anleihen auch nicht mehr von der Europäischen Zentralbank (EZB) als Sicherheiten akzeptiert.
"Wir erleben in Griechenland die härteste Zeit seit Jahrzehnten", sagte der Athener Ministerpräsident Giorgos Papandreou. "Die Herausforderungen, vor denen unser Land steht, sind beispiellos, nicht nur für Griechenland, sondern auch für Europa und sogar die Weltwirtschaft. Und was ich sage, ist keine Übertreibung." Eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands würde den Euro beschädigen und könnte dazu führen, dass die Krise andere überschuldete EU-Staaten wie Portugal und Spanien erfasst. Beide Wackelkandidaten könnten in den gleichen Teufelskreis mangelnder Kreditwürdigkeit und steigender Zinsen geraten.
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Quelle: dapd , t-online.de
noch kein Ausländerfeind schrieb:
am 28. April 2010 um 09:49:29
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Bankrottes Griechenland
Deutschland wird schon helfen (machen wir doch immer,auf Kosten der Steuerzahler), damit die Griechen weiterhin nach
nur 35 Arbeitsjahren in Rente gehen können und dabei noch eine höhere Rente beziehen als ein Deutscher nach mind. 45 Jahren "mallochen". ARMES Deutschland, oder besser arme "Volksvertreter" in Berlin, wo führt Ihr UNS hin.
Wann wacht das deutsche Volk endlich auf. Die deutschen haben schon immer schwer gearbeitet für Ihren "Wohlstand".
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muesli schrieb:
am 28. April 2010 um 09:46:32
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Griechen
Jammert nicht, macht es wie ich. Ich gehe dieses Jahr nicht in Urlaub, spende mein Urlaubsgeld, meine komplette Urtlaubskasse und
oben drauf noch 1.000,-Euro, die doch eh bald nichts mehr wert sind, an die armen Griechen, damit die
weiterhin großzügig das Geld ausgeben können, das ihnen nicht gehört!!!
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Rentner aus Kusel schrieb:
am 28. April 2010 um 09:19:04
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EU - Euro- Marktwirtschaft
Wir regiert eigentlich? Die Finanzmärkte? Die Lobbyisten? Die Deutsche Bürger haben keine vertrauen in diese
EU oder Euro. Wir willen unser "Repräsentativer Demokratie wieder" und nicht die "Marktwirtschaft Gier" mehr. Die Finanzkrise ist nicht daran nicht schuld. Sie hat das Regierung versagen lediglich mit einer Brutalität offen-gelegt wie Marktwirtschaft nicht funktioniert.
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