
20.01.2012, 09:51 Uhr | Financial Times Deutschland
Einmal mehr haben sich Hedge Fonds nicht abkoppeln können von der tristen Entwicklung an den Börsen. Im kommenden Jahr muss die Branche zeigen, ob es ihr gelingt, wieder erfolgreicher zu agieren. Helfen kann dabei ausgerechnet der Zwang zu schärferer Aufsicht.
Er hat Milliarden verdient, als andere alles verloren. Er wurde zum Anlageguru, zum Megastar der Kreditkrise. Alles schien ihm zu gelingen. Doch dann lag er daneben, einmal, zweimal. Ein Minus von 46 Prozent erlitt sein Fonds Advantage Plus in diesem Jahr. Die Kunden begannen zu zweifeln, und schließlich wollten auch noch die Demonstranten von Occupy Wall Street vor seine Haustür ziehen.
Hedge-Fonds-Manager John Paulson steht stellvertretend für seine Branche. Nicht nur seine Wetten schlugen fehl, auch viele Rivalen patzten. "Es gab etliche Einschätzungen, bei denen Hedge Fonds zuletzt falsch lagen", sagt der Londoner Branchenbeobachter Jacob Schmidt. "Die Fonds wurden vom Aktieneinbruch im Sommer überrascht und von den Schwankungen des Schweizer Franken. Sie waren bei Bankaktien nicht vorsichtig genug, und sie haben zu lange auf steigende Rohstoffpreise gesetzt."
Die Folge: Hedge Fonds konnten ihre Kunden 2011 kaum vor Einbußen bewahren. Von Januar bis Ende November verlor die Branche im Schnitt 4,4 Prozent an Wert, ermittelte der Datendienstleister Hedge Fund Research (HFR). Aktien-Hedge Fonds büßten sogar 7,1 Prozent ein. Der US-Aktienindex S&P 500 sank in diesem Zeitraum nur um ein Prozent. Er wird oft als Maßstab verwendet, weil der Großteil der Fonds in Aktien investiert und von den USA aus operiert.
Viele Hedge Fonds konnten sich also wenig oder gar nicht von den Börsen lösen. Dabei streben sie marktunabhängige Renditen an und wollen Verluste möglichst meiden, etwa durch Wetten auf fallende Kurse.
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Deshalb steht die Branche jetzt am Scheideweg: Holt sie ihre Verluste wieder auf, dürften sich die Anleger an Schwächephasen gewöhnen und ihr treu bleiben. Hält die Durststrecke aber an, werden Hedge Fonds ihren Nimbus als cleverste und schnellste Anleger wohl endgültig verlieren.
Für das Positiv-Szenario spricht, dass Hedge Fonds sich schon einmal zurückgekämpft haben. Im Krisenjahr 2008 verloren sie durchschnittlich fast 20 Prozent. Investoren zogen damals hohe Summen ab; einige Fonds mussten ihre Mittel sogar einfrieren.
2009 dann gelang ihnen das Comeback: Die Branche gewann im Schnitt 20 Prozent und das Vertrauen der Anleger zurück. Dank Wertsteigerungen und Zuflüssen verwalteten Hedge Fonds Ende Juni 2011, also vor dem Börsencrash, 2045 Milliarden Dollar (1519 Milliarden Euro) - Rekord.
Doch auch für das Negativszenario gibt es Signale: Ob die Mehrheit der Fonds das Ruder herumreißen kann, ist angesichts der Marktturbulenzen und wachsenden Wettbewerbs fraglich. "Es steckt inzwischen viel Geld in der Branche, und viele Hedge Fonds und andere Investoren verfolgen sehr ähnliche Strategien", sagt Werner Goricki, Partner beim Anlageberater Prime Capital. Das mindert die Chancen auf erkleckliche Renditen für die Masse der Anbieter. Hohe Gebühren sorgten zudem dafür, dass am Ende oft nur wenig für die Anleger herausspringe, glaubt Goricki.
Und die Anleger - Pensionsfonds, Stiftungen, reiche Privatleute - reagieren bereits: In September und Oktober zogen sie netto 16 Milliarden Dollar aus Hedge Fonds ab, meldete Trim Tabs Investment Research. Die Branche wächst also nicht mehr so rasant wie noch in den Vorjahren.
Viele Anleger dürften daher in erster Linie den etablierten Fonds ihr Geld anvertrauen - was die Marktkonzentration noch verstärken würde, denn bereits in den vergangenen Jahren haben besonders die Schwergewichte zugelegt. HFR zufolge verwalten heute fünf Prozent der Fonds - die größten der Branche mit mindestens 5 Milliarden Dollar Volumen - mehr als 60 Prozent des kompletten Branchenvermögens.
Mit 27 Milliarden Dollar zählt Paulson trotz der Verluste weiter zu den Riesen der Szene. Bisher hielten ihm seine Geldgeber weitgehend die Treue in der für ihn ersten echten Krise. In einem Brief entschuldigte sich der Erfolgsverwöhnte jüngst bei seinen Kunden. Und einen Anleger entschädigte er sogar: Laut "New York Times" erstattete er dem Kulturzentrum "92nd Street Y" dessen Verluste.
Quelle: Financial Times Deutschland
frustbolzen schrieb:
am 26. Januar 2012 um 07:55:59
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hedge-fonds
= moderne Pest. Nur wenn die Politiker der Staatengemeinschaften sich mal einig wären, dagegen per Gesetz anzugehen, liesse
sich diese Pestkrankheit (Gierhoch12) effizient bekämpfen.
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HarryV2 schrieb:
am 26. Dezember 2011 um 16:51:04
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Hadge-Fonds
Frage: Mit welchem Recht wird ein Bankräuber zu mehreren Jahren Haft verurteilt ,beim Klau von einigen hundert Euro
?
Wahrscheinlich, weil er nicht das Geld des Arbeiters klaut !
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dielie schrieb:
am 26. Dezember 2011 um 09:49:30
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Verbrechergilde
Allen die mit Hedgefonds zu tun haben, wünsche ich alles erdenkliche Böse.
Dort geht es nicht um Leistung, sondern um
vorsätzlichen Betrug an der Weltbevölkerung! Wer dort Geld investiert, hat es bestimmt leicht ergaunert. Das gilt generell für alle Börsengeschäfte. Wenn ich 10T€ eisern zusammengespart habe, haue ich dieses Geld nicht in irgend einen Risikorachen!
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