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Hedge Fonds verspekulieren sich mit Kaffee

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Hedge Fonds erleiden Koffeinschock

15.06.2010, 07:02 Uhr | Financial Times Deutschland

Kaffee wird wohl deutlich teurer (Foto: imago)Kaffee wird wohl deutlich teurer (Foto: imago) Spekulanten verdienten mit Kaffeewetten jahrelang gutes Geld. Jetzt erlitten sie wohl Millionenverluste, weil sie den Markt falsch einschätzten. Wegen der Turbulenzen könnte sich Kaffee in den kommenden Tagen stark verteuern.



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Massiver Short-Squeeze

Der Anstieg des Kaffee-Preises über 20 Prozent in kurzer Zeit hat Spekulanten Verluste in Millionenhöhe beschert. Der Terminkontrakt der Kaffeesorte Robusta zur Lieferung im Juli kletterte vergangene Woche an der Börse NYSE Liffe in London in drei Tagen um 18,7 Prozent auf das 14-Monatshoch von 1579 Dollar je Tonne. Wahrscheinliche Ursache: Hedge Fonds hatten auf fallende Preise gewettet und mussten sich dann rasch mit Kontrakten eindecken, als der Markt gegen sie lief. Im Fachjargon wird das als "Short-Squeeze" bezeichnet.


Rohstoff-Händler brachte Spekulanten in Not

Nach Informationen der "Financial Times" soll ein großer Rohstoffhändler die Hedge Fonds in die Enge getrieben haben. Er soll mit seinen Kaufpositionen auf eine physische Lieferung gedrängt haben. Da die Spekulanten keinen bzw. nur eingeschränkten Zugang zu Kaffeebohnen haben, mussten sie ihre Verkaufsposition zu für sie ungünstigen Konditionen schließen. Zu dieser Erklärung passt der Rückgang der Kaffeevorräte. Seit September gingen die zertifizierten Bestände um 40 Prozent auf 230.000 Tonnen zurück.

Hedge Fonds haben falsch gewettet

Drückt ein Käufer die Verkäufer an die Wand, wird von "Corner" gesprochen. "Solch ein Corner gelingt leicht, wenn die Bestände gering sind", sagte ein Händler. Aus Sicht der Marktteilnehmer sind die Hedge Fonds schuld. Sie hätten die aktuelle Situation falsch eingeschätzt. Momentan sei es besser, in London Terminkontrakte zu kaufen und physisch erfüllen zu lassen, als sich in Ursprungsländern wie Vietnam einzudecken, wo die Preise aktuell höher sind.

Kaffee-Handel im Wandel

Die enormen Preisausschläge dokumentieren den grundlegenden Wandel des Kaffeehandels. Früher war der Markt fest in der Hand von Handelshäusern wie Louis Dreyfus. Im Zuge der Rohstoff-Rally wandelte er sich zu einem Tummelplatz für Hedge Fonds. Zwei Jahre lang erzielten die Spekulanten gute Renditen, in dem sie auf fallende Preise wetteten. Die Zeit der einträglichen Gewinne könnte jetzt erst einmal vorbei sein.

Kaffee am Terminmarkt bereits deutlich teurer

Experten prophezeien steigende Preise. Am Montag kletterte der Robusta-Preis um 0,3 Prozent auf 1528 Dollar je Tonne. "Kaufstopps wurden durchbrochen. Wenn das passiert, gibt es nach oben keine Grenzen mehr", sagte Doug Whitehead, Analyst bei Rabobank. Im September 2009 bewegte sich der Preis zwischen 1365 und 1510 Dollar je Tonne. Im März lagen die Notierungen bei 1190 Dollar.

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Quelle: Financial Times Deutschland , t-online.de

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