Druckwerk des Typs Speedmaster von Heideldruck (Foto: dpa) Hoffnungsschimmer nach der Krise: Der vom Staat gerettete Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck will seinen Erholungskurs im laufenden Jahr fortsetzen. "Wir sind zurück auf dem Wachstumspfad mit zweistelligen Zuwachsraten", sagte der Vorstandsvorsitzende Bernhard Schreier bei der Vorstellung der Bilanz in Heidelberg. Als mittelfristiges Umsatzziel nannte Schreier drei Milliarden Euro, nach 2,6 Milliarden im vergangenen Jahr. Die Aktie reagierte nicht auf die Nachrichten.
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Heideldruck will 2012 Gewinn schreiben
Der MDAX-Konzern, der in den vergangenen Jahren aufgrund der Wirtschaftskrise hohe Verluste verbucht hatte, erwartet für das im April begonnene Geschäftsjahr 2011/12 ein ausgeglichenes Vorsteuerergebnis. Unter dem Strich geht Schreier jedoch erst im Folgejahr, also 2012/13, von einem Gewinn aus. Frühestens dann will das Unternehmen auch eine Dividende auszahlen.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Heideldruck erstmals seit zwei Jahren mit vier Millionen Euro operativ wieder schwarze Zahlen geschrieben - nach einem Minus von 130 Millionen Euro im Vorjahr. Dabei profitierte der Konzern von der dynamischen Entwicklung in den Schwellenländern, insbesondere in China. In dem Land macht das Unternehmen laut Schreier mit 16 Prozent inzwischen den größten Umsatz.
Druckindustrie zieht an
Nachdem dem Unternehmen während der Wirtschaftskrise die Aufträge weggebrochen waren, lag das Bestellvolumen im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 2,8 Milliarden Euro um 16 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Umsatz stieg dabei um 14 Prozent auf 2,6 Milliarden. Der Jahresfehlbetrag verbesserte sich um 100 Millionen, blieb jedoch aufgrund hoher Finanzierungskosten sowie Einmalaufwendungen aus der Rückführung von Verbindlichkeiten bei einem Minus von 129 Millionen Euro.
Das Unternehmen profitiere von einer besseren Geschäftslage der gesamten Printmedienindustrie, sagte Schreier. Der Aufschwung in der Branche stehe erst ganz am Anfang. Impulse erhofft sich das Unternehmen zudem von der Messe drupa 2012.
Expansion in den Autosektor
Schreier plant, das Unternehmen breiter aufzustellen und Auftragsfertigungen in den Bereichen Umwelttechnik, Energietechnik sowie Automotive anzunehmen. Es gehe dabei um hochkomplexe Teile in kleiner oder mittlerer Serienproduktion. Infrage käme laut Schreier beispielsweise die Fertigung von Cabrioteilen. Es gebe bereits Anfragen von Autoherstellern. Um rechtlich die Weichen dafür zu stellen, will das Unternehmen auf der kommenden Hauptversammlung eine Satzungsänderung beschließen lassen.
Wichtig für den Aufschwung des Druckmaschinenherstellers war neben einer Erholung der Märkte vor allem die Refinanzierungsstrategie. So nahm das Unternehmen 2009 Kreditlinien in einer Gesamthöhe von 1,5 Milliarden Euro auf. Diese konnten zum April 2011 auf 915 Millionen Euro gedrückt werden. Die Nettoverschuldung verringerte sich im selben Zeitraum von knapp 700 Millionen Euro auf 247 Millionen Euro.
Im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen erfolgreich eine Kapitalerhöhung vornehmen und damit auch die Staatskredite frühzeitig zurückzahlen. "Die Refinanzierung wurde damit auf stabile Füße gestellt", sagte Schreier.