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Heißes Spiel mit Hochzinsanleihen

...

Gefährliches Spiel mit heißen Bonds

20.01.2012, 09:50 Uhr | Financial Times Deutschland

Heißes Spiel mit riskanten Investments (Quelle: imago)

Brenzlige Lage in Griechenland (Quelle: imago)

Die Fondsbranche spielt zurzeit ein interessantes Spiel. Es heißt: "Wer kennt die meisten Alternativen zu europäischen Staatsanleihen?" Pfandbriefe werden als gutes Ausweichinvestment gehandelt, auch Unternehmensanleihen und Schwellenländerpapiere. Mittlerweile gelten auch Hochzinsanleihen als Alternative, Unternehmenspapiere mit einer erhöhten Ausfallwahrscheinlichkeit also und entsprechend hohen Risikoaufschlägen. Die Anleihen seien ein äußerst interessantes Investment, heißt es fast unisono.

Unternehmens-Bonds als Alternative zu Staatsanleihen

Noch sieht es tatsächlich gut aus auf dem europäischen Hochzinsmarkt. Die Ausfallrate liegt bei rund zwei Prozent, die Firmen scheinen stabil. Nach den Krisenjahren 2008 und 2009 haben sie ihre Liquidität erhöht und Schulden abgebaut. "Die Unternehmen sind jetzt weit besser gerüstet als 2008", sagt Gregory Saichin, Manager eines High-Yield-Fonds bei Pioneer Investments. Er rechnet damit, dass sich die Ausfallrate weiterhin im niedrigen einstelligen Bereich bewegen wird. "Ein Jahr ohne Wachstum können die Unternehmen gut überstehen." Das sollten sie allerdings auch, denn mittlerweile bewegen sich die Prognosen für das Jahr 2012 in der Euro-Zone im negativen Bereich.

Wie bei vielen anderen Anlageprodukten hängt auch das Wohl europäischer Hochzinsanleihen stark davon ab, wie lange die Euro-Krise noch andauert und ob sie sich weiter verschlimmert. Verschärft sich die Situation, dürften Banken ihre Kreditvergabe restriktiver handhaben und sich vor allem gegenüber Unternehmen mit mäßiger Bonität häufiger querstellen. Was für deren Anleihekäufer nicht gerade erfreulich wäre. "Konjunkturelle Eintrübungen treiben erfahrungsgemäß die Ausfallrate", sagt Chris-Oliver Schickentanz, Anlagestratege der Commerzbank. Er empfiehlt Hochzinsanleihen derzeit höchstens als Beimischung von zehn bis 15 Prozent. "Noch wird man für die höheren Risiken adäquat bezahlt. Aber man muss sehr selektiv vorgehen."

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Schon in ruhigeren Zeiten ist die Auswahl am schwankungsreichen und nicht sonderlich liquiden Markt für Anleihen geringer Bonität schwierig. Selbst wenn die Ausfallrate wie von Fondsmanagern erwartet im einstelligen Bereich bleibt, gilt: Steigt sie etwa von aktuell zwei auf sechs Prozent, fallen dreimal so viele Anleihen aus wie bisher. "Privatanleger haben dann ein deutlich höheres Risiko, sich im Papier zu vergreifen", warnt Schickentanz.

Fonds sind in diesem Segment deshalb die weitaus bessere Wahl, zumal sie sich bislang einigermaßen wacker geschlagen: Im Schnitt machten europäische High-Yield-Fonds im laufenden Jahr ein Minus von 5,4 Prozent. Demgegenüber steht auf Drei-Jahres-Sicht ein durchschnittliches Plus in Höhe von 20 Prozent.

Je nach Schwankungsanfälligkeit der Einzeltitel fällt die Performance der Fonds unterschiedlich aus. Wer jetzt bei Hochzinsanleihen einsteigen möchte, sollte sich die bisher erzielten Ergebnisse der Produkte genau ansehen, rät Schickentanz: "Es gibt Fonds mit hervorragender Historie, die bewiesen haben, dass sie in ihrem Portfolio sehr niedrige Ausfallraten haben." Historische Zahlen hätten zwar nicht unbedingt Aussagekraft für die Zukunft. Bei High Yields könnten sie aber einen brauchbaren Hinweis darauf geben, wie gut die Arbeit des Fondsmanagers sei, so Schickentanz.

Hightech und Versorger gefragt

Viele Fondsmanager bauen jetzt vor allem auf Titel aus der Technologiebranche, aber auch auf Hochzinsanleihen aus dem Umfeld von Versorgern. "Bei Kabelunternehmen beispielsweise haben wir derzeit ein richtig gutes Gefühl", sagt Ian Spreadbury, Fondsmanager bei der Investmentgesellschaft Fidelity. "Sie bieten beständige, Versorgern ähnliche Cashflows, starke Margen und steigende Umsätze bei gleichzeitig solidem Schuldenabbau." Für zyklische Branchen, die vom Konsum abhängen, und auch für Banken seien die Aussichten dagegen eher schlecht.

Wer das hohe Risiko in Kauf nehmen will und an eine baldige Lösung der Euro-Krise glaubt, würde jetzt jedenfalls nicht den schlechtesten Zeitpunkt für ein Investment in Hochzinsanleihen wählen. Für den Fall, dass sich die Märkte beruhigen, rechnen Experten nämlich bei diesen Papieren mit einem raschen Anstieg der Kurse. "Wir könnten Anfang 2012 durchaus eine Rally sehen", sagt Andrew Wilmont, Leiter des Teams für europäische Hochzinsanleihen bei Axa Investment Managers. Zurzeit sind Hochzinsanleihen überdies sehr günstig zu haben.

Wacker gehalten

Fonds mit Anlageschwerpunkt Hochzins-Anleihen

Fonds

ISIN

Performance

in %

Agio

in %

Gebühr p.a.

in %

1 Jahr

3 Jahre*

Brookfield

High Yield

GB0007368888

-6,4

30,6

0,75

2,00

Pioneer Euro

High Yield

LU0229386650

-4,6

24,7

1,20

2,50

Aviva Investors

Global

LU0367993408

4,1

23,6

1,20

5,00

Fidelity Euro

High Yield

LU0110060430

-3,2

22,6

1,00

5,25

Robecco

High Yield

LU0085136942

0,9

22.5

1,00

3,00

*: maximal; Stand 15.12.2011; Quelle: Morningstar


Quelle: Financial Times Deutschland , t-online.de

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Kommentare (1)

zum Forum

Thema: "Heißes Spiel mit Hochzinsanleihen"

uwe1705 schrieb: am 20. Dezember 2011 um 19:10:30
(1) (0) Brandgefährlich
Diese Spekulation ist Brandgefährlich den sie ist zu 100% davon abhängig das die Wirtschaft steigt, die Banken werden um
Verluste auszugleichen, sicher in dieses Spiel mit einsteigen, doch was ist wenn es schief geht? Dann muß der Steuerzahler wieder die Verluste tragen, im anbetracht dieses Risikos, gehören diese Spekulationen an der Börse Verboten, da niemand das Risiko berechnen kann. Wo ist jetzt wieder diese Börsenaufsicht? Die werden auch erst wieder wach wenn es zu spät ist.
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