
19.07.2010, 10:32 Uhr | Financial Times Deutschland
US-Militärs setzen seit Jahrzehnten die "fliegende Banane" CH-47 Chinook von Boeing ein. (Foto: Reuters)
Die Erzrivalen als Partner? Während die zwei Konzerne im zivilen Flugzeugbau heftig konkurrieren, prüfen sie aktuell Entwicklung und Bau eines großen Militärhubschraubers. Das Luftgefährt soll die Form einer "fliegenden Banane" bekommen.
Die Konkurrenten EADS und Boeing machen zur Abwechslung einmal gemeinsame Sache. Nach Angaben von Lutz Bertling, Chef der EADS-Hubschraubersparte Eurocopter, sollen erste Eckpunkte des Abkommens zu Bau und Entwicklung eines Militärhubschraubers bis Ende 2011 entschieden sein. Das Luftgefährt hätte die Form einer "fliegenden Banane", weil er vorn und hinten je einen großen Rotor hat. Mit Boeing würden derzeit die Eckpunkte der Zusammenarbeit untersucht. Die endgültige Entscheidung sei noch nicht getroffen, sagte Bertling am Rande der am Montag beginnenden Luftfahrtmesse im britischen Farnborough.
Vor allem Deutschland und Frankreich treiben in Europa den Bau eines neuen Großhubschraubers (Future Transport Helicopter) voran. Er soll in gut zehn Jahren fliegen. Wegen der Milliardenkosten bei geringen Stückzahlen suchen die Europäer nach Partnerschaften. Dass sich zu Einzelprojekten sonst hart konkurrierende Konzerne verbünden, ist in der Rüstungs- und Flugzeugtriebwerksindustrie häufig der Fall. Vor dem Hintergrund neuer Rivalen im Flugzeugbau hält EADS-Konzernchef Louis Gallois längerfristig sogar ein Bündnis von Airbus mit einem der neuen Aufsteiger der Branche, etwa Embraer aus Brasilien, für möglich. Derzeit spreche jeder mit jedem, heißt es.
Einen breiteren Ansatz sucht Gallois auch im transatlantischen Streit vor der Welthandelsorganisation WTO zwischen der EU/Airbus und den USA/Boeing über die Zulässigkeit staatlicher Flugzeughilfen. Der EADS-Chef schlug eine weltweite Neuregelung vor, bei der auch Japan eingebunden werden sollte. Die neuerliche Verschiebung der WTO bei der Vorlage des Urteils gegen Boeing sei "sehr frustrierend". Gallois: "Das ist keine faire Situation", weil jüngst der WTO-Airbus-Bericht veröffentlicht wurde. Er zeigt in einigen Punkten Verstöße zugunsten von Airbus.
Wie Eurocopter-Chef Bertling sagte, spielt der WTO-Streit bei seinen Boeing-Gesprächen keine Rolle. Der größte europäische Hubschrauberhersteller, der im vergangenen Jahr 4,6 Milliarden Euro Umsatz machte, will seine Marktstellung in den USA im Zivil- und Militärgeschäft sowie weltweit ausbauen. Neben Deutschland, Frankreich und Spanien sei Brasilien jetzt das vierte Land, in dem Modelle entwickelt, gebaut und zugelassen werden. Bei der Geschäftsentwicklung erwartet Bertling für 2010 und 2011 schwierige Jahre, sowohl im Zivil- als auch Militärgeschäft.
Den Trend zu unbemannten Hubschraubern für Militärzwecke sieht Bertling gelassen. "Wir arbeiten an Modellen, die wahlweise mit oder ohne Pilot fliegen können." Erste Testflüge verliefen bereits erfolgreich. So wäre ein Hubschrauber, mit dem sich Eurocopter gemeinsam mit Lockheed Martin für eine Milliardenausschreibung (Armed Aerial Scout) der US-Militärs bewirbt, auch in einer unbemannten Ausführung möglich Langfristig könnte man auch den neuen europäischen Militärhubschrauber NH-90 unbemannt fliegen lassen. Mit der Entwicklung automatischer Hubschrauber ist Eurocopter nicht allein: In den USA arbeitet Sikorsky an einem Black-Hawk-Modell, das wahlweise auch ohne Pilot fliegen kann.
Quelle: Financial Times Deutschland
Hainchen schrieb:
am 20. Juli 2010 um 12:27:01
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Helikopterbau
Gemeinsam krummes Ding drehen von EADS und Boeing halte ich für sehr gefährlich, ich betohne krummes Ding drehen, wer trägt
die Verandwortung, wenn das schief läuft????? Man kann so sprachlos, wenn man sowas schon als Überschrift liest. Ehrlich bauen ist alle mal besser ihr Manager. Hinterher weis wieder keiner was, seid vorher offen und ehrlich im Geschäft. Die Steuerzahler haben das nachsehen wie immer. Das darf auf keinen fall mehr sein.
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PR schrieb:
am 19. Juli 2010 um 16:28:45
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Helicopter
Jeder blamiert sich so gut er kann.
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TBA schrieb:
am 19. Juli 2010 um 15:57:38
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Hubschrauberbau EADS / Boeing
Das dürfte ein Hubschrauber sein, den ich nie sehen werde; weil ich in 50 Jahren tot sein dürfte. Nur zahlen
werde ich als Steuerzahler wahrscheinlich schon jetzt. Sicher wird dieser Hubschrauber auch eine IKEA- Halterung haben, damit er wenigsten eine Schrankwand als Waffe mitführen kann. Beim Eurofighter hat man das ja wohl vergessen, beim Eurokopter scheint man daran zu arbeiten. Das ist genauso ein fliegendes Teil, was ich nie sehen werde wie der A400M. Da werden Steuermittel sinnlos versieb
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