Henkel stockt nach starkem Quartal die Prognose auf
04.08.2010, 12:30 Uhr | dpa-AFX
Henkel meldet ein starkes Quartal (Foto: dpa)Der Düsseldorfer Konsumgüterhersteller Henkel hat im zweiten Quartal dank der starken Klebersparte und der strikten Kostenkur Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Zudem stockte das im DAX notierte Unternehmen am Mittwoch die Jahresprognose auf. Der bereinigte operative Gewinn soll um mehr als 25 Prozent wachsen, statt wie bisher prognostiziert um mehr als 15 Prozent. Händler begrüßten die aufgestockte Prognose sowie die verbesserte Profitabilität. Die Aktie legte gegen den Trend zu.
"Nach dem sehr guten Start in das Geschäftsjahr 2010 hat sich die erfolgreiche Entwicklung unserer Geschäfte auch im zweiten Quartal fortgesetzt. Dazu haben insbesondere die Unternehmenssparten Adhesive Technologies und Kosmetik/Körperpflege beigetragen", sagte Vorstandschef Kasper Rorsted.
Gute Geschäfte auch mit Klebern
Organisch wuchs Henkel um 6,8 Prozent. Dazu trug in erster Linie die Klebersparte bei, die nach den Einbrüchen während der Konjunkturkrise im vergangenen Jahr nun wieder deutlich zulegte. Die Umsätze von Kosmetik/Körperpflege stiegen um fünf Prozent. Dagegen konnte das angestammte Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln mit dem Flaggschiff Persil zwar mehr verkaufen, setzte aber wegen des Preiswettbewerbs 1,5 Prozent weniger um.
Henkel spürt die Konjunktur-Erholung
Konzernweit erhöhte sich der Umsatz im zweiten Quartal wegen der weltweiten Konjunkturerholung von 3,5 auf 3,9 Milliarden Euro. Auch auf der Gewinnseite schlug die Erholung der stark auf Industrie-Kunden angewiesenen Klebersparte voll zu Buche. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg von 308 auf 476 Millionen Euro. Daraus ergibt sich eine bereinigte EBIT-Marge von 12,2 Prozent nach 8,7 Prozent vor einem Jahr. Unter dem Strich legte der Gewinn von 150 auf 280 Millionen Euro zu.
Starkes Plus in Übersee
Henkel verdankt sein Wachstum besonders den Wachstumsregionen Osteuropa, Afrika/Nahost, Lateinamerika und Asien. Dort wuchsen die Düsseldorfer organisch mit 11,6 Prozent fast doppelt so stark wie insgesamt. Der Umsatzanteil dieser Regionen am Gesamtkonzern erhöhte sich von 38 auf 41 Prozent. In Nordamerika stagnierte das Geschäft. In den Stammmärkten Westeuropas verzeichnete Henkel ein organisches Wachstum in mittlerer einstelliger Prozenthöhe.
Applaus von den Analysten
An der Börse stießen die Zahlen auf Zustimmung. Eva Qiroga von der UBS sah den Umsatz und den bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) leicht über den Erwartungen und bewertet Henkel mit "Neutral" sowie einem Ziel von 40,00 Euro. Alex Smith von Nomura sah das EBIT acht Prozent über seinen und den Konsensschätzungen, was er vor allem auf die starke Margenentwicklung in der Klebersparte zurückführte. Dies habe das schwache Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln mehr als kompensiert. Mit Blick auf den höheren Gewinnausblick geht der Experte davon aus, dass die Markterwartungen hier um rund fünf Prozent steigen dürften. Smiths Votum für Henkel lautet "Buy" mit einem Kursziel von 48,10 Euro.