Henkel will 1000 Jobs in Deutschland abbauen (Foto: dpa)Der Waschmittel-Konzern Henkel streicht bis zum Jahr 2011 1000 Arbeitsplätze in Deutschland und damit etwa jede zehnte Stelle in seinem Heimatland. Betriebsbedingte Kündigungen sind laut Henkel im Einzelfall nicht ausgeschlossen. Die Gewerkschaften wolle den Stellenabbau nicht kampflos hinnehmen. #
Das Ende Februar angekündigte Sparprogramm mit weltweit rund 3000 Stellenstreichungen sei jetzt für die Aktivitäten in Deutschland konkretisiert worden, sagte ein Konzernsprecher in Düsseldorf. Der neue Henkel-Chef Kasper Rorsted begründete die vorgesehenen Einschnitte mit einem gestiegenen Kostendruck und einem härterem Wettbewerb. "Um die Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens zu sichern, sind wir gezwungen, uns heute anzupassen." Man werde sich "sehr bemühen", Veränderungen sozial verantwortlich zu gestalten.
Waschmittelproduktion in Genthin vor dem Aus
Von den 1000 Stellen, die der Konzern bis 2011 abbauen will, entfallen rund 500 Arbeitsplätze auf den Hauptstandort Düsseldorf. Außerdem steht die Waschmittelproduktion in Genthin in Sachsen-Anhalt wegen gestiegener Transportkosten vor dem Aus. Sie soll bis Ende kommenden Jahres nach Düsseldorf verlagert werden. Betroffen seien 190 Mitarbeiter. Henkel will aber prüfen, ob ein Einsatz an anderen Standorten möglich ist.
Gewerkschaften: "Letztes Wort noch nicht gesprochen"
Die Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) äußerte massive Kritik an den Plänen der Unternehmensleitung: "Über den Stellenabbau bei Henkel ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen", erklärte Michael Vassiliadis, Mitglied des geschäftsführenden IG-BCE-Hauptvorstandes und Mitglied des Henkel-Aufsichtsrats. Die angekündigte Verlagerung der Waschmittelproduktion aus dem Werk Genthin sei mit der sozialen Verantwortung des Konzerns nicht in Einklang zu bringen.
Henkel verzeichnet Rekordergebnis
"Sprudelnde Gewinne und Kündigungen passen nicht zueinander", unterstrich Vassiliadis. Henkel habe 2007 bei einem Umsatz von rund 13 Milliarden Euro ein Rekordergebnis von 1,4 Milliarden Euro erzielt. Er verwies zudem auf die Umsatzrendite von 10,1 Prozent. Die IG BCE erwarte, umgehend über die Pläne informiert zu werden.
"Arbeitsplatzabbau ist kontraproduktiv"
Selbstverständlich müsse der Konzern ständige Anstrengungen unternehmen, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Mit simplem Arbeitsplatzabbau könne diese Herausforderung aber nicht bewältigt werden. "Ganz im Gegenteil, Arbeitsplatzabbau ist kontraproduktiv", betonte der Vertreter der Gewerkschaft IG BCE. Ein Konzernumbau müsse sozialverträglich und in jedem Fall ohne Kündigungen erfolgen.