20.01.2012, 09:30 Uhr | dapd
Die Euro-Schuldenkrise heizt die Debatte über den Spielraum für Lohnerhöhungen im neuen Jahr an. Spitzenverbände der Wirtschaft mahnen zu "Augenmaß". Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) fordert jedoch eine Stärkung der Binnennachfrage in der Bundesrepublik.
Der DIW-Vorstandsvorsitzende Gert Wagner sagte der Nachrichtenagentur dapd: "Gerade wegen der Eurokrise wäre es volkswirtschaftlicher Unsinn, zur Lohnzurückhaltung aufzurufen." Er halte Lohnabschlüsse "von im Schnitt gut drei Prozent" für möglich. Wagner fügte hinzu: "In manchen Branchen kann es auch deutlich mehr sein, in anderen Wirtschaftszweigen weniger."
Der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHK) warnt hingegen vor zu umfangreichen Lohnerhöhungen im neuen Jahr. DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann sagte dazu in einem dapd-Interview: "Gerade mit Blick auf die unsichere Entwicklung - Stichwort: Schuldenkrise - sollte mit Augenmaß entschieden werden." Ziel müsse es sein, "den Beschäftigungsaufbau nicht zu gefährden".
Handwerkspräsident Otto Kentzler stimmt diesem zu und betont, dass Maßvolle und flexible Abschlüsse die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gestützt hätten und so zur erfreulichen Lage am Arbeitsmarkt beigetragen. Und diesen Weg gelte es "in Zeiten zunehmend unsicherer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen weiter zu gehen - im Interesse von Beschäftigung und Wachstum".
Wagner sieht Deutschland nur bei einer stärkeren Binnennachfrage einer ausgeglichenen Leistungsbilanz näher kommen - "und das würde mit dazu beitragen, aus der Eurokrise herauszukommen". Die jahrelang schwache Lohnentwicklung hierzulande habe "zu den außenwirtschaftlichen Ungleichgewichten beigetragen, die nun die Eurozone in die Krise gebracht haben".
Der DIW-Vorstandsvorsitzende betonte: "Man kann Griechenland zu Recht dafür kritisieren, dass das Land über seine Verhältnisse gelebt hat. Deutschland hat aber unter seinen Verhältnissen gelebt." Denn wegen der "immer ungleicheren Verteilung der Einkommen und Vermögen" sei der private Konsum schwach geblieben - "und es lohnte sich deshalb auch immer weniger, in Deutschland zu investieren".
Wagner fügte hinzu: "Entsprechend floss das Geld ins Ausland ab - und hat dort die Krise mit verursacht, indem es in Griechenland zu einem aufgeblähten Staatssektor und in Spanien zu einer riesigen Immobilienblase geführt hat, deren Platzen jetzt die Arbeitslosigkeit auf fast 25 Prozent hochgetrieben hat."
Quelle: dapd
Joe schrieb:
am 4. Januar 2012 um 13:47:22
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Lohnerhöhung
Wird doch gleich wieder von der kalten Progression aufgefressen. man wollte die ja abschaffen aber konnte sich nicht darauf
verständigen eine gute Einnahme Quelle zu beseitigen. Die Förderung der Binnennachfrage fällt dennen aber ziemlich spät ein nach dem hier schon fast alles am Boden liegt. Gut dann ist auch entsprechende Nachfrage da. Nur muß noch der Lohn stimmen 3% sind da ziemlich mager denkt man an die Geringverdienerr. Wer soll sich da noch was leisten können bei den Preisen heut zu Tag
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uwe1705 schrieb:
am 29. Dezember 2011 um 22:47:37
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3% das ist doch ein Witz
Um die Binnenwirtschaft zu steigern müßte es minimum12% mehr Lohn geben, bei den Preisen die hier in Deutschland
verlangt werden, kann man sich nur noch wundern das überhaubt noch Geld auf dem Markt ist. Die Einzelhändler haben sich über die Weihnachtsgeschäfte gefreut, aber das erwachen kommt dann ab Januar wenn der Markt wieder einbricht. Mal im ernst die Menschen haben nichts mehr übrig deswegen geben sie nichts aus, manchmal ist weniger mehr aber dafür ist die Gier zu groß.
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kruetla schrieb:
am 29. Dezember 2011 um 16:23:17
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sieben Berge/Lohnerhöhung
ist doch klar,ein Arbeiter soll mit 5€zufrieden sein,eine wohnung,eine Familie
von diesem betrag ernähren.und
sie schaffen im ausland arbeitsplätze.
Doch seien sie sicher,einen vernünftigen arbeiter bekommen sie auch nicht im ausland unter 10€ also nichts wie weg mit solchen ausbeutern
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