Hochtief präsentiert sich in Europa stark (Foto: dpa)Der größte deutsche Baukonzern Hochtief hat trotz der Krise die Trendwende in seinem europäischen Baugeschäft geschafft. Der Sektor, zu dem auch das deutsche Baugeschäft gehört, sei mit einem Vorsteuerergebnis von 5,2 Millionen Euro in den ersten drei Monaten in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt, berichtete der Konzern in Essen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte der Verlust des Unternehmens in dieser Sparte noch bei 9,4 Millionen Euro gelegen. Allerdings sahen im Gesamtkonzern die Zahlen nicht ganz so gut aus.
Konzernweit verzeichnete Hochtief in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2009 einen Rückgang beim Ergebnis vor Steuern um 4,6 Prozent auf 98,6 Millionen Euro. Hintergrund seien Währungseffekte, hieß es. Der Konzerngewinn ging um 24,5 Prozent auf 24,2 Millionen Euro zurück. Der Auftragseingang lag im ersten Quartal mit 4,4 Milliarden Euro um 16,9 Prozent unter dem Vorjahreswert von 5,3 Milliarden Euro.
Europa stellt nur ein Achtel der Erlöse
Das stärkere Europa-Geschäft konnte den Rückgang im ganzen Unternehmen nicht ausgleichen, denn mit einem Umsatz von 535,6 Millionen Euro zählt es zu den kleineren Sparten im Konzern. Der Gesamtumsatz im ersten Quartal lag bei 4,4 Milliarden Euro. Die größten Geschäftsfelder im Hochtief-Konzern sind die Region Asia-Pacific mit einem Umsatz von 1,8 Milliarden Euro und die Americas mit 1,7 Milliarden Euro.
Hochtief will sein Ergebnis halten
Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen beim Konzerngewinn weiter mit einem Wert auf dem Niveau des Vorjahres, hieß es. Im vergangenen Jahr war der Konzerngewinn um 24,4 Prozent auf 175,1 Millionen Euro angestiegen. "Es ist nicht die Zeit, neue Rekorde anzukündigen", erklärte Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter. Vor allem in den USA und in Australien rechne das Unternehmen im laufenden Jahr jedoch damit, von Sonderkonjunkturprogrammen zu profitieren.
Freude an der Börse
Die Aktionäre begrüßten die Nachrichten: Die Aktie zog zuletzt um 5,7 Prozent auf 34,70 Euro an. Der MDAX stieg zugleich um ein Prozent auf 5446 Zähler. Analyst Ingbert Faust von equinet hob die Entwicklung im ersten Quartal und den für den Konzern bestätigten Ausblick positiv hervor. Die Deutsche Bank beließ Hochtief auf "Hold" mit einem Kursziel von 33,00 Euro: Während der Umsatz seine Erwartungen übertroffen habe, sei der Gewinn darunter geblieben, schrieb Analyst Michael Kuhn. Der Rückgang beim Auftragseingang von 17 Prozent sei angesichts des Rekordhochs im vergangenen Jahr vertretbar. Zudem mache der momentane Auftragsbestand die weitere Entwicklung berechenbar.