22.02.2011, 10:50 Uhr | dapd
Pleitebank: Experten sind bei HRE und WestLB offenbar pessimistisch (Foto: imago) (Quelle: imago)
Die Münchner Pleitebank Hypo Real Estate (HRE) sollte nach Ansicht eines Expertengremiums, das im Auftrag der Bundesregierung arbeitet, komplett abgewickelt werden. Das berichteten "stern.de" und die "Zeit" unter Berufung auf das Gutachten einer Kommission unter dem Vorsitz des Bonner Juraprofessors Daniel Zimmer. Auch für die WestLB raten die Fachleute demnach, ernsthaft eine Abwicklung zu prüfen. Die Bundesregierung habe das Expertengremium im Juni 2010 eingesetzt, um "Strategien für den Ausstieg des Bundes aus krisenbedingten Beteiligungen an Banken" ermitteln zu lassen. Für die Commerzbank empfehlen die Experten laut "Zeit" eine Kapitalerhöhung.
Der Sprecher des Finanzministeriums erklärte in Berlin, offiziell sei das Gutachten noch nicht vorgestellt. Die Gutachter würden ihren Bericht aber "in naher Zukunft" übergeben.
Ein Sprecher der WestLB sagte lediglich: "Kein Kommentar." Hinter verschlossenen Türen werden neben der wohl endgültig gescheiterten Rettung durch eine Landesbank-Fusion noch zwei Szenarien diskutiert: der Komplettverkauf, für den vier namentlich nicht genannte Bieter unverbindliche Angebote vorgelegt haben - und eine Zerschlagung. Bei der Zerschlagung würde die WestLB zu einer reinen Verbundbank für die Sparkassen schrumpfen und sich künftig auf das Firmenkundengeschäft sowie die Funktion als Zentralbank der Sparkassen konzentrieren. Das internationale Geschäft und die Projektfinanzierung der WestLB würden verkauft. Der verbleibende Rest könnte in die schon bestehende "Bad Bank" verschoben werden, in die die WestLB bereits toxische Wertpapiere und andere nicht-strategische Geschäfte im Volumen von über 77 Milliarden Euro ausgelagert hat.
Aktuelle Stellenangebote für Filialleiter, Kundenberater, Buchhalter und Absolventen in Ihrer Wunschregion finden.
Jobsuche starten
Aus dem Gutachten berichtete "stern.de" weiter, es sei jetzt geboten, dass der Rettungsfonds SoFFin für die WestLB "zeitnah Vorbereitungen für eine eventuell erforderlich werdende Abwicklung trifft". Für einen Verkauf von einzelnen Teilen des Instituts mit heute noch 4700 Beschäftigten gebe es auf dem Markt zwar durchaus "gute Chancen", glaubt die Expertenkommission. Doch "für einen Verkauf im Ganzen", wie ihn der ehemalige CDU-Politiker Friedrich Merz im Auftrag des SoFFin bisher versuchte, seien die Chancen "sehr begrenzt". Zwar würde die Abwicklung "unmittelbar zu einem Verlust von Arbeitsplätzen führen", so das Expertengutachten. Doch handele es sich vor allem um qualifizierte Kräfte mit "guten anderweitigen Beschäftigungschancen".
Sowohl die HRE als auch die WestLB erbrächten "keine volkswirtschaftlich unentbehrliche Leistung", heißt es laut Magazin in dem Gutachten. Der Ratschlag der Experten widerspreche den bisherigen Berliner Plänen, zumindest das in Deutsche Pfandbriefbank umbenannte Kerngeschäft der HRE am Leben zu erhalten und irgendwann zu verkaufen. Stattdessen rieten die Gutachter dazu, "die Ausstiegsoption einer Abwicklung" der gesamten HRE-Gruppe "sehr ernsthaft in Betracht zu ziehen". Beide Geschäftsfelder der Münchner Restbank, das Pfandbriefgeschäft und die Staatsfinanzierung, seien durch "anhaltende Margenschwäche" und einen hohen Wettbewerb geprägt. Es sei daher "unwahrscheinlich", dass der Bund bei einem Verkauf "substanziell mehr erlösen kann als bei einer geordneten Abwicklung".
Laut "Zeit" gestehen die Experten der Commerzbank "grundsätzlich eine profitable Geschäftstätigkeit" zu. Die Bank könne aber durch eigene Mittel nur einen "Bruchteil der Stillen Einlage ablösen", mit der sich der Bund an dem Institut beteiligt hat. Etwa drei Milliarden Euro könne sie aufbringen, indem sie ihr pralles Kapitalpolster etwas reduziere. Dazu komme bis 2013 ein "niedriger einstelliger Milliardenbetrag" aus anfallenden Gewinnen. Um die restliche Summe aufzubringen, empfehlen die Experten eine Kapitalerhöhung. Diese soll "so bald wie möglich durchgeführt werden, um die Bank wenigstens teilweise von der Stillen Einlage zu entlasten".
Bei einer zweiten Variante würde der Bund die Einlage in Aktien umwandeln und verkaufen. Sein Anteil an der Bank stiege so zeitweise auf bis zu 79 Prozent. Die Gutachter empfehlen dem Bund, "sehr ernsthaft zu prüfen", in diesem Fall das gesamte Aktienpaket "an einen strategischen Investor, der bereit wäre, für die mit einem sehr großen Anteil einhergehenden Kontrollmöglichkeiten einen Aufpreis zu bezahlen", zu verkaufen. Als mögliche Kandidaten werden in Finanzkreisen spanische und chinesische Banken gehandelt.
Quelle: dapd
Levitian schrieb:
am 11. Februar 2011 um 16:00:24
(0)
(0)
@Kaufmann
Jedes Kreditgeschäft und jedes Investment ist mit Risiken behaftet. Dafür berechnen die Banken schließlich einen Risikozuschlag.
Wenn sie nur Kredite ohne Risiko geben, wofür dann die Aufschläge? Die Versicherungen leben übrigens sehr gut von der Übernahme von Risiken. Ich habe auch noch nie gehört, dass eine Bank in Schieflage kam, weil ein selbständiger Handwerker seine Kredite nicht zurückzahlen konnte, sondern weil überforderte Banker Geschäfte eingegangen sind, die sie nicht überblickten!
mehr
Kommentar melden
Kaufmann schrieb:
am 10. Februar 2011 um 19:16:51
(0)
(0)
HRE/WestLB
Hallo Levit., sieh dir nur im BubaBericht die enormen Zuwachsraten im Kreditgeschäft an, nat.müssen lt.KWG etc.
Kreditvergaben
akribisch geprüft und ggfs. besichert werden. Hinzu kommen noch Basel II/III etc. Wenn Kredite an Unternehmen wacklig werden, müssen auch Wertber.oder sogar Abschreibungen vorgenommen werden, sind z.B.
bei einer Volksbank mehr als 30% des Kreditvol.risikobehaftet, wird i.d.R. der zust.Vorstand gefeuert, der AL Kredit ggfs. auch.Die werden von den Genoverbänden geprüft e
mehr
Kommentar melden
Wir sind das Volk schrieb:
am 10. Februar 2011 um 17:04:53
(0)
(0)
Wir BETROGENEN Bürger solten die GELDVERNICHTER
zur Rechenschaft ziehen: Wir müssen die Bankster-Lobby (Regierung Merkel) abwählen. Statt
dessen müssen wir die Linkspartei in eine Position bringen, die es ihr ermöglicht, die Finanz-Terroristen (von HRE u. Landesbanken) vor Gericht zu stellen und ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Denn MP Seehofer u. MP Mappus denken nicht im Traum daran ihre Partei-Spezi (Ex-Sparkassenpräsident Naser u. Sparkassenpräsident Schneider) die Landesbankgeldvernichter in den Verwaltungsräte vor Gericht zu bringen.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Acht Flaschen 2007er San Martino plus Dekanter jetzt für nur 49,- € statt 78,10 €. von Hawesko
Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr
24,6 cm Tablet-PC mit Android 4.0, 1 GHz Prozessor inkl. Ledertasche für nur 229,- €. bei euronics
Für einen klaren Durchblick: Lese-
brillen, Komplettbrillen u.v.m. zu top Preisen! bei optikplus.de
Die 58-jährige Gina Rinehart ist Bergbau-Unternehmerin. zum Video