Starke Zahlen von Hugo Boss (Foto: ddp)Gute Zahlen in Metzingen: Der Modekonzern Hugo Boss hat im dritten Quartal ungeachtet der Schuldenkrisen in Europa und den USA kräftig verdient. Dank der ungebremsten Nachfrage nach hochwertiger Mode und Accessoires legte der Konzern bei Umsatz und Gewinn zweistellig zu. An der Börse kamen die Zahlen des vom Finanzinvestor Permira kontrollierten Unternehmens gut an.
Ranking - Die wertvollsten deutschen Marken Video - Krise spannende Chancen Das passierte an der Börse - Aktueller Marktbericht Interbrand Ranking - Wertvollste marken weltweit Video - Warum Anleger Geld verlieren
Hugo Boss steigert Umsatz kräftig
Aller Krisen zum Trotz leisten sich noch immer genügend Verbraucher teure Dinge - das hatten bereits andere Hersteller von Luxusgütern wie der französische LVMH-Konzern oder der britische Modehersteller Burberry mit ihren Zahlen unter Beweis gestellt. Auch die gestiegenen Löhne und Rohstoffkosten konnten die Branche bislang gut wegstecken.
Bei Hugo Boss kletterte der Umsatz im dritten Quartal zum Vorjahresquartal um 14 Prozent auf 615 Millionen Euro. Das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit nahm um 24 Prozent auf 159,7 Millionen Euro zu und unter dem Strich stieg der Überschuss um 30 Prozent auf 119,7 Millionen Euro. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten.
Eigene Läden bringen mehr Profit
Besonders stark wächst der Metzinger Modehersteller mit seinem eigenen Einzelhandel. Der Umsatz mit Hugo Boss-Geschäften und -Outlets übertraf den des Vorjahres um 30 Prozent. Eigene Geschäfte zu haben, ist ungleich profitabler, weil Zwischenhändler wegfallen. Das Boss-Management betont aber auch immer wieder, dass es so auf die Kundenwünsche schneller reagieren kann. Den Produktionszyklus hat Hugo Boss inzwischen deutlich verkürzt, so dass Kollektionen schneller wechseln.
Um sich weniger abhängig vom europäischen Markt zu machen, expandiert der Konzern mit seinen Filialen vor allem in den USA und in Asien, wo er noch Nachholbedarf sieht. Ende September hatte Hugo Boss knapp 600 Läden weltweit.
Hugo Boss bestätigt Prognose
Für das Gesamtjahr bestätigte Hugo Boss seine im Sommer angehobene Prognose. Danach soll der Konzernumsatz währungsbereinigt um 15 bis 17 Prozent steigen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll um 25 bis 30 Prozent höher ausfallen als im Vorjahr. Im dritten Quartal legte es um 18 Prozent auf 177 Millionen Euro zu.
Equinet beließ die Einstufung für Hugo Boss auf "Hold" mit einem Kursziel von 75,00 Euro. Die Kennziffern seien etwas besser als erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Ingbert Faust in einer Studie vom Mittwoch. Da jedoch größere Überraschungen ausgeblieben seien, halte er vorerst an seiner Einschätzung fest.
Auch das Düsseldorfer Bankhaus Lampe hat Hugo Boss nach Zahlen auf "Kaufen" mit einem Kursziel von 82,00 (Kurs: 66,14) Euro belassen. Die Kennziffern für das dritte Quartal des Modekonzerns seien besser als von ihm und vom Markt erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Christoph Schlienkamp. Das Zahlenwerk untermauere die Stärke der Marke und die erfolgreiche Expansion im Groß- sowie im Einzelhandel.