Insiderhandel mit HRE-Aktien: Mehrere Banken unter Verdacht (Quelle: ddp)Die Finanzaufsicht BaFin geht einem möglichen Insiderhandel mit Aktien des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) nach. Zunächst werde eine Abfrage bei all den Banken gemacht, die die Papiere gehandelt hätten, sagte eine BaFin-Sprecherin auf Anfrage. 30 bis 40 Banken seien angeschrieben worden. Konkrete Verdachtsmomente hätten sich noch nicht ergeben. Insiderhandel kann in Deutschland mit bis zu fünf Jahren Haft oder Geldbußen bestraft werden.
Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, die BaFin habe bereits im Herbst vergangenen Jahres auffällige Verkäufe von HRE-Aktien vor dem Kurssturz am 29. September 2008 registriert. Das gehe aus einer internen Notiz der Aufsichtsbehörde hervor. Die betreffenden Banken hätten sowohl HRE-Aktien, die ihnen selbst gehörten, als auch HRE-Papiere von Kunden veräußert. Die BaFin habe die Banken bereits aufgefordert, die Namen dieser Kunden mitzuteilen.
Dramatische Lage der Hypo Real Estate war Banken bekannt
Ende September war bekanntgeworden, dass die damals noch im DAX notierte Hypo Real Estate wegen Finanzierungsproblemen ihrer Tochter, dem dem Staatsfinanzierer Depfa BANK plc (Dublin) kurz vor der Pleite stand. Daraufhin stürzte die Aktie am 29. September 2008 innerhalb eines Tages um rund 80 Prozent ab. Der Konzern musste schließlich mit Hilfe von Bund und Banken gerettet werden und hat seitdem mehr als 100 Milliarden Euro an Kapitalhilfen und Garantien erhalten. Die dramatische Lage der HRE war mehreren Banken dem Bericht zufolge bereits in der Woche vor dem Kurssturz bekannt. Vom 23. September an hatte die damalige HRE-Spitze nach Erkenntnissen der BaFin in der Finanzbranche um Hilfe gebeten, berichtete die Zeitung.