Drucken
Ex-HRE-Chef Funke klagt 3,5 Millionen Euro ein
06.03.2009, 07:46 Uhr | bv
Ex-HRE-Chef Georg Funke klagt auf Erfüllung seines Vertrages (Quelle: dpa)Nach seinem Rauswurf bei der schwer angeschlagenen Hypo Real Estate (HRE) hat der frühere Vorstandsvorsitzende Georg Funke die Bank auf Gehaltszahlungen in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro verklagt. Der Eingang einer sogenannten Feststellungsklage wurde der "Bild"-Zeitung zufolge vom Landgericht München bestätigt. Demnach verlangt der Manager die Weitergeltung seines Vertrages bis zum regulären Ablauf im September 2013 und die Aufrechterhaltung seiner Pensionsansprüche von 560.000 Euro im Jahr. Die Hypo Real Estate stellte in einer Pressemitteilung klar, sie halte die Kündigung Funkes für rechtens.
Banken-Rettungsfonds -Regeln für den Staatseinstieg
Hinter den Kulissen - So feudal arbeiten die Großbanker
Gute alte Zeit - Service, den es bei Banken nicht mehr gibt
Festgehalt von 800.000 Euro jährlich
"Herr Funke will feststellen lassen, dass sein Anstellungsverhältnis nicht aufgelöst ist und die Ruhegehaltszusage nicht widerrufen wird", erläuterte ein Gerichtssprecher den Inhalt der Klage. Funke war wegen der Fast-Pleite der
HRE im Dezember entlassen worden, obwohl sein Vertrag noch bis September 2013 läuft. Sein darin vereinbartes Festgehalt betrug dem Bericht zufolge 800.000 Euro im Jahr.
Zweite bekannt gewordene Klage
Seine Ansprüche beliefen sich dadurch auf etwa 3,5 Millionen Euro. Hinzu kämen vertraglich zugesicherte Pensionsansprüche von 560.000 Euro im Jahr. Das Arbeitsverhältnis mit Funke sei im Dezember 2008 "aus wichtigem Grund auf Basis von Untersuchungen und einem unabhängigen Rechtsgutachten" beendet worden, hieß es bei der HRE. "Der Aufsichtsrat hält an seiner Rechtsauffassung fest und sieht dem Ergebnis auch der weiteren gerichtlichen Prüfung entgegen." Aufsichtsrat und Vorstand arbeiteten an einer lückenlosen Aufarbeitung der Vergangenheit.
Aufsichtsrat spricht neuem HRE-Chef das Vertrauen aus
Gleichzeitig sprach das Aufsichtsgremium dem neuen Vorstand um Axel Wieandt sein Vertrauen aus. "Der Vorstand hat für Transparenz gesorgt, die Hypo Real Estate Group stabilisiert und ein Konzept für die Neuausrichtung der Gruppe erarbeitet und in ersten Schritten zügig umgesetzt." In einer bereits in der vergangenen Woche bekanntgewordenen weiteren Klage vor dem Landgericht München verlangt Funke die Weiterzahlung seines Gehaltes für zwei Monate in Höhe von rund 150.000 Euro.
Mehr Themen:
Funke - Ex-HRE-Chef sieht sich als Opfer der Finanzkrise
HRE-Aktien - Ermittlungen wegen Insiderhandels
HRE-Enteignung - Großaktionär Flowers droht mit Klage
Hypo Real Estate - Alles noch viel schlimmer?
Finanzkrise - Lafontaine fordert Untersuchungsausschuss zu HRE
Quelle: dpa-AFX
, t-online.de