IBM wollte offenbar den Preis für Sun drücken (Quelle: imago)Der US-Computerkonzern IBM hat einem Bericht der "New York Times" zufolge seine Kaufofferte für den Konkurrenten Sun Microsystems zurückgezogen. Zuvor habe der Verwaltungsrat von Sun eine Offerte von insgesamt sieben Milliarden Dollar ausgeschlagen. Grund dafür war demnach, dass nach dem Willen von Sun IBM nicht mehr der einzige Verhandlungspartner sein sollte. Daraufhin habe das IBM-Management die größte Investition der Firmengeschichte abgesagt. Die Zeitung beruft sich auf "eine Person, die mit den Verhandlungen vertraut ist".
Die Verhandlungen waren bereits weit fortgeschritten. Dabei ist nicht klar, ob Sun Micro mit dem Kaufinteresse eines anderen Unternehmens rechnet. Dem Vernehmen nach wollte IBM 9,50 Dollar je Aktie bezahlen, hatte aber sukzessive den Preis nach unten gedrückt. Laut Meldungen wollte IBM sogar nur neun Dollar je Anteil zahlen. Das war Sun offenbar zu wenig.
Sun und IBM würden gut zusammenpassen
Sun war im Hightech-Boom ein erfolgreiches Unternehmen, wirkte aber in den vergangenen Jahren orientierungslos, schrieb riesige Verluste und entließ tausende Mitarbeiter. Deswegen waren Experten von den Gesprächen nicht überrascht. Sun besitzt die Rechte an Servertechnik und Software, die zur Produktpalette von IBM passen könnten. Vermutlich würden aber die Kartellbehörden das Vorhaben kritisch prüfen.
Sun-Aktie stürzt ab
Die Ablehnung der Milliarden-Offerte lässt Fragen aufkommen, wie die nächsten Schritte von Sun aussehen könnten. Denn die sieben Milliarden Dollar lagen weit über dem Aktienkurs vor dem Übernahmeangebot. Nach den ersten Gerüchten um Verkaufsabsichten Mitte März war der Kurs von Sun Micro auf Höhenflug gegangen und legte zeitweise bis zu 80 Prozent zu. Vor der Absage von IBM war das Unternehmen an der Börse etwa sechs Milliarden Dollar wert. Nach Bekanntwerden des Platzens der Übernahmen stürzte der Sun-Kurs um 27 Prozent auf 4,60 Euro ab.