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ifo-Geschäftsklima schlechter als erwartet

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ifo-Geschäftsklima schlechter als erwartet

18.12.2008, 10:10 Uhr | cs

Hans-Werner Sinn ist der Chef des ifo-Instituts (Foto: dpa) Hans-Werner Sinn ist der Chef des ifo-Instituts (Foto: dpa) Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat im Dezember ihren Tiefpunkt seit der Wiedervereinigung erreicht. Wie das ifo-Institut mitteilte, sank der Geschäftsklimaindex von 85,8 Punkten im Vormonat auf 82,6 Punkte. Volkswirte hatten im Durchschnitt nur einen leichten Rückgang auf 84,0 Punkte erwartet. Einen ähnlich niedrigen Wert hatte der Geschäftsklimaindex Ende 1982 angenommen. Die Stimmung trübte sich damit den siebten Monat in Folge ein. Und so sehen die Münchner Wirtschaftsforscher sehen Deutschland in den kommenden zwei Jahren in einer tiefen Rezession mit vier Millionen Arbeitslosen.

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Vor allem Export betroffen Die 7000 befragten Unternehmen schätzten sowohl die Lage als auch die Erwartungen deutlich pessimistischer ein. Die "Der Abschwung hat vor allem die Hersteller von Export- und Investitionsgütern erfasst, bislang weniger den Einzelhandel und das Baugewerbe", sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn laut Mitteilung. Das Geschäftsklima habe seine seit über einem Jahr anhaltende Abwärtsbewegung fortgesetzt. Im verarbeitenden Gewerbe habe sich das Geschäftsklima "erheblich" abgekühlt.

Düstere Realität

Die pessimistischen Erwartungen der vergangenen Monate seien Realität geworden. Die Industriefirmen berichteten vermehrt von einer unbefriedigenden Geschäftslage. Die weitere Geschäftsentwicklung schätzten sie als noch etwas ungünstiger ein. Das Exportgeschäft wird ihrer Ansicht nach weiter abnehmen. Die Personalpläne signalisierten einen Beschäftigungsabbau.

Aussichten trüben sich ein

"Die deutsche Wirtschaft ist in einer Rezession jetzt im Winter und sicher auch noch im Frühjahr", sagte der ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger. "Einen Aufschwung sehen wir noch lange nicht, weil im internationalen Umfeld nicht ersichtlich ist, wer dazu das Signal geben sollte." Und so sinken auch die Erwartungen zum Jahresausklang von 77,6 Punkten im Vormonat auf 76,8 Punkte. Volkswirte hatten mit 76,3 Punkten gerechnet. Die Lagebeurteilung trübte sich deutlicher von revidiert 94,9 Punkten auf 88,8 Punkte ein, während Experten hier lediglich einen Rückgang auf 90,8 Punkte erwartet hatten.

"Eskalation" der Wirtschaftskrise

Die abermals kräftige Eintrübung des ifo-Geschäftsklimas ist laut DekaBank vor allem auf eine "Eskalation" der Wirtschaftskrise im Dezember zurückzuführen. "Die weitgehenden Produktionsdrosselungen in der deutschen Industrie haben die Lagebeurteilung auf den tiefsten Stand seit 1970 einbrechen lassen", so DekaBank-Experte Andreas Scheuerle. Auch der moderate Rückgang der Erwartungen passe in dieses Bild. "Nach den Wintermonaten sollte aber das Schlimmste in der deutschen Wirtschaft überwunden sein, was sich dann in einer wieder leicht positiveren Erwartungshaltung niederschlagen sollte".

Daten keine Überraschung

Und so bleiben die Konjunkturperspektiven für Deutschland laut Hessischen Landesbank (Helaba) getrübt. "Insofern stellen die neuen Daten keine Überraschung dar", heißt es in einer Helaba-Kurzstudie. Das Wachstum werde sich weiter abschwächen, ein Ende der Rezession sei nicht erkennbar. Der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte vor diesem Hintergrund zunehmen, mit weiteren deutlichen Zinssenkungen gegen die Krise anzugehen.

Vier Millionen Arbeitslose 2010

Angesichts der Wirtschaftskrise erwartet Sinn 500.000 zusätzliche Arbeitslose im kommenden Jahr. "Erst 2010 dürfte die Arbeitslosigkeit die Vier-Millionen-Marke überschreiten", sagte Sinn der "Rheinischen Post". Die Bundesagentur für Arbeit (BA) sieht dagegen keine Anzeichen für einen dramatischen Stellenabbau. BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt sagte der "Berliner Zeitung", zwar sei der sprunghafte Anstieg der Ankündigungen von Kurzarbeit auffallend. Beruhigend sei dagegen, "dass derzeit offenbar keine großen Entlassungswellen anstehen." Offenbar wollten die Unternehmen ihre Kernbelegschaften halten. Außerdem käme es durch die demografische Entwicklung zu einer Entspannung auf dem Arbeitsmarkt. Im kommenden Jahr drängten 130.000 Menschen weniger auf den Arbeitsmarkt.

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Quelle: dpa-AFX , dapd , dpa , t-online.de

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