Die Stimmung in der Wirtschaft hellt sich aufDie Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich weiter aufgehellt. Der ifo-Geschäftsklimaindex ist von 84,3 Punkten im Mai auf 85,9 Punkte im Juni gestiegen, teilte das Münchener ifo-Institut mit. Das Plus fiel damit deutlicher aus als erwartet. Im Vorfeld befragte Volkswirte hatten nur mit 85,1 Punkten gerechnet. Es ist bereits der dritte Anstieg des wichtigen Konjunkturbarometers in Folge, was durch Ökonomen traditionell als Trendwende beim ifo-Index bewertet wird.
Die Unternehmen schätzten im Juni die künftige Entwicklung erneut optimistischer ein, während die aktuelle Lage schlechter als im Vormonat gesehen wird. "Die Befragungsergebnisse untermauern, dass sich die deutsche Wirtschaft allmählich stabilisiert", sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Der Pessimismus der Befragungsteilnehmer hinsichtlich der Entwicklung im kommenden halben Jahr habe weiter abgenommen. Mit ihrer derzeitigen Geschäftslage seien die Unternehmen dagegen genauso unzufrieden wie im Mai.
Besserung zum Jahresende
"Die Stabilisierungstendenzen verdichten sich immer mehr", sagte UniCredit-Experte Alexander Koch. Nach der scharfen Talfahrt sollte diese gegen Jahresende eintreten. Nach der starken Kontraktion seien die Läger der Unternehmen abgebaut und auch die Fiskalpolitik dürfte beginnen zu wirken. Allerdings lieferten die Daten bisher keine Hinweise über die Stärke des zu erwartenden Aufschwungs.
Geschäftsklima auf Erholungskurs
Nach Einschätzung der DekaBank wird sich das ifo-Geschäftsklima in den kommenden Monaten weiter erholen. Vor allem die Erwartungen auf steigende Exporte dürfen angesichts der sich abzeichnenden Erholung der Weltwirtschaft die Erwartungskomponente stützen, sagte DekaBank-Volkswirt Andreas Scheuerle. Die Geschäftserwartungen der Unternehmen stiegen nach Angaben des ifo Instituts im Juni von 85,9 Punkten im Vormonat auf 89,5 Punkte. Dies war bereits der sechste Anstieg in Folge. Der Rückgang bei der Beurteilung der aktuellen Situation fiel mit einem Minus von 82,5 Punkte auf 82,4 Punkte deutlich geringer aus als noch im Mai.
Weiterhin Vorsicht geboten
Trotz des kräftigen Anstiegs des ifo-Geschäftsklimas bleibt nach Einschätzung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) weiterhin Vorsicht geboten. Das ifo-Geschäftsklima habe auf den ersten Blick einen eindrucksvollen Anstieg vollzogen, heißt es in einer Studie. Allerdings resultiere der Anstieg ausschließlich aus den verbesserten Geschäftserwartungen. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Divergenz von Lage und Erwartungen sei weiter Vorsicht geboten. "Die Gefahr, dass es sich beim Anstieg des Geschäftsklimas ähnlich wie 2002 um einen rein erwartungsgetriebenen Anstieg handelt, dem keine entsprechende Verbesserung der realwirtschaftlichen Lage folgt, ist noch recht groß."