24.04.2009, 14:00 Uhr | mfu
Unternehmen bewerten aktuelle Wirtschaftslage wieder positiver (Quelle: ddp) Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im April überraschend aufgehellt. Der ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 82,2 Punkten im Vormonat auf 83,7 Punkte, wie das ifo Institut für Wirtschaftsforschung mitteilte. "Der Rückgang der Wirtschaftsleistung dürfte sich damit deutlich verlangsamen", erklärte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.
Sowohl die Einschätzungen zur gegenwärtigen Geschäftslage als auch die Zukunftserwartungen der rund 7000 befragten Unternehmen fielen besser aus als im Vormonat. Der ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft. Viele Experten hatten trotz düsterer Konjunkturprognosen bereits damit gerechnet, dass sich das Geschäftsklima nach zwei Rückgängen in den Vormonaten wieder etwas verbessert, doch hatten sie einen geringeren Anstieg prognostiziert.
Vor allem ihre Zukunftsaussichten schätzten die Unternehmen im April besser ein. Der entsprechende Index legte von 81,6 auf 83,9 Punkte zu. Der Index für die derzeitige Geschäftslage stieg von 82,7 auf 83,6 Punkte. Allerdings gibt es je nach Branche große Unterschiede bei der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage. Während die Großhändler auch die Entwicklung in den nächsten sechs Monaten etwas positiver als im Vormonat einschätzen, haben sich die Geschäftserwartungen der Einzelhändler aber weiter eingetrübt.
In ersten Reaktionen sprachen Volkswirte übereinstimmend von einem "Wendesignal" für die größte Volkswirtschaft der Eurozone. "Die Aussicht, dass es im zweiten Halbjahr zu einer leichten konjunkturellen Belebung kommt, wird damit immer besser", heißt es beispielsweise in der Studie der Postbank. Insgesamt waren sich die Volkswirte einig, dass der Tiefpunkt der schwersten Wirtschaftskrise seit Bestehen der Bundesrepublik in den ersten drei Monaten überwunden wurde.
Trotz der überraschenden Stimmungsaufhellung warnen die Experten aber vor Euphorie. Nach Einschätzung der Commerzbank wird die deutsche Wirtschaft nach einem katastrophalen Jahresauftakt im zweiten und dritten Quartal weniger stark schrumpfen. Mit dem Ende der Rezession dürfte aber im kommenden Jahr nach Einschätzung des Chefvolkswirten Jörg Krämer kein Aufschwung folgen, sondern nur "eine blutleere Aufwärtsbewegung", die den Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht aufhalten könne. Auch ifo-Chef Werner Sinn befürchtet trotz der besseren Stimmung eine Zunahme der Arbeitslosigkeit. "Den Personaleinsatz wollen die Unternehmen jedoch weiterhin reduzieren", erklärte Sinn.
Quelle: dapd , t-online.de
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