24.05.2011, 15:31 Uhr
Deutsche Wirtschaft brummt - ifo-Index stabil (Foto: dpa)
Die deutsche Wirtschaft läuft weiter auf Hochtouren. Die Stimmung hat sich nach zwei leichten Dämpfern im Mai auf hohem Niveau stabilisiert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex verharrte auf der Marke von 114,2 Punkten, wie das Ifo Institut für Wirtschaftsforschung mitteilte. Experten hatten erwartet, dass der wichtigste Frühindikator für die deutsche Wirtschaft im Mai zum dritten Mal in Folge leicht nachgeben könnte. Schon warnen Stimmen vor einer konjunkturellen Überhitzung.
"Wir gehen davon aus, dass wir weiter im Aufschwung bleiben, aber nicht mehr in diesem enormen Tempo", sagte jetzt Ifo-Experte Klaus Abberger. Die erstaunliche Geschwindigkeit der Aufholjagd nach der Krise werde sich nicht dauerhaft halten lassen. Die Erwartungen für die kommenden Monate trübten sich bereits etwas ein.
"Die Konjunktur-Ampeln in Deutschland stehen nach wie vor auf grün", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Der Ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator für die deutsche Wirtschaft. Im vergangenen Monat April war der Wert leicht auf 114,2 Punkte gefallen, auch im März hatte das Institut einen leichten Dämpfer vermeldet. Experten hatten nun eigentlich mit dem dritten Rückgang in Folge gerechnet.
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Das Institut legte die Zahlen für Mai allerdings erstmals nach einer Umstellungen der Berechnung vor, was die Werte in der Vergangenheit zum Teil erheblich verändert hat. So liegt der Index für April nicht mehr bei 110,4 Punkten, sondern bei 114,2.
Von einem grundsätzlichen Stimmungsumschwung sei allerdings weiter nichts zu spüren. "Die bislang schon gute Geschäftslage wird von den Unternehmen nochmals als besser eingestuft", sagte Sinn. Die Erwartungen für das kommenden Halbjahr sind aber etwas gedämpfter. Für das verarbeitende Gewerbe sank der Index zum dritten Mal in Folge leicht. Dennoch wollen die Firmen weiter neue Mitarbeiter einstellen. Die Stimmung im Einzelhandel legte ein weiteres Mal deutlich zu.
Die Folgen der tiefen Einbrüche der schweren Weltwirtschaftskrise seien mittlerweile endgültig verdaut. "Wir haben jetzt den Vorkrisenstand wieder erreicht", sagte Abberger. Trotz etlicher Risiken wie der Schuldenkrise im Euro-Raum oder hohen Energiepreisen sei ein langsameres Wachstumstempo in den kommenden Monaten kein grundsätzliches Problem. Im Gegenteil könne eine geringere Geschwindigkeit auch hilfreich sein.
Eine ganze Reihe von Finanzinstituten meldete sich nach den ifo-Zahlen ebenfalls zu Wort - mit ihren Ausblicken. So dürfte sich die deutsche Wirtschaft laut Commerzbank auf Jahre besser entwickeln als der Rest des Euroraums. Das nach wie vor sehr hohe Niveau des ifo-Geschäftsklimas sollte in den kommenden Monaten zwar sinken, allerdings nur moderat, schreibt das Institut in einer Analyse. Für gewöhnlich falle der Rückgang nämlich niedriger aus, wenn die Notenbank den Leitzins nur verhalten anhebt, so die Commerzbank-Volkswirte. "Genau das erwarten wir diesmal, weil die EZB auf die prekäre Situation der Peripherieländer gewisse Rücksichten nimmt."
Auch die Postbank rechnet in den kommenden Monaten mit einer "etwas verlangsamten Gangart" der deutschen Konjunktur. Das starke Wachstum im ersten Quartal werde sich im weiteren Jahresverlauf "wohl nicht wiederholen", hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Analyse. Dennoch spreche das hohe Niveau des ifo-Geschäftsklimaindex für einen fortwährenden Aufschwung in Deutschland. Nach dem Rekordwachstum von 3,6 Prozent im vergangenen Jahr erwartet die Postbank für das laufende Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 3,3 Prozent.
Ähnliches erwartet Goldman Sachs. Nach dem zuletzt starken Wachstum erwarten die Experten des US-Investmenthauses, dass die starken Wachstumsraten zu Beginn des Jahres nicht mehr aufrechterhalten sind. Der ifo-Geschäftsklimaindex lasse ein etwas gedämpftes Wachstum der deutschen Wirtschaft erwarten, "mehr aber auch nicht", hieß es.
Nach Einschätzung der DekaBank jedoch droht die deutsche Konjunktur heiß zu laufen. "Weder Autos noch die Konjunktur können ständig im roten Drehzahlbereich fahren", sagte DekaBank-Experte Andreas Scheuerle. Scheuerle bezog sich auf den überraschend stabilen ifo-Index und auf den starken Jahresauftakt der deutschen Wirtschaft. Zugleich verwies der Experte aber darauf, dass der ifo-Index nur dank einer Stimmungsverbesserung im Einzelhandel stabil geblieben sei. "In der Industrie als Taktgeber der Konjunktur hat sich das Klima zum dritten Mal in Folge eingetrübt." Dies spreche für eine verringerte Konjunkturdynamik. Angesichts von Überhitzungsgefahren sei eine langsamere Gangart in der deutschen Konjunktur aber zu begrüßen.
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Quelle: dpa-AFX , dpa , t-online.de
Hatsichwas schrieb:
am 25. Mai 2011 um 21:48:30
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@Wolf59
Sie mögen ja Recht haben mit den Zeitarbeitern und es ist sicherlich so etwas wie ein neues Sklaventum! Wenn aber immer weniger
Arbeitnehmer Organisiert sind und somit keine Lobby haben ist das auch eigene Schuld! Wenn nahezu 100% in Gewerkschaften wären, dann könnte und würde man nicht so mit den Arbeitnehmern verfahren können! Aber viele wollen ohne eigenes Zutun dort ernten wo sie nicht mitgesäht haben! Das funktioniert aber nicht, wie man sieht!
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Kritik schrieb:
am 25. Mai 2011 um 17:19:50
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Ifo-Index besser
Nachdem es immer mehr Menschen gibt, die zur Tafel gehen, oder die Papierkörbe nach Essbaren durchsuchen, ist der
"Aufschwung" nicht nachzuvollziehen. Das Volk dümpelt weiter so dahin und lässt sich Geschichten erzählen oder mit Nichtigkeiten ablenken. Deutschland schafft sich ab.
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Wolf 59 schrieb:
am 25. Mai 2011 um 11:05:21
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ifo-Index-Boom! @Hatsichwas! Teil 2
Wer einmal einen gut bezahlten Job verloren hat ,wird kaum noch mal einen unbefristeten halbwegs
vergleichbar honorierten,erhalten!Zeitarbeit,eine angeblich nur um auf Produktionsspitzen schneller und effizienter reagieren zu können,eingeführtes Arbeitgeberinstrument,wurde zur Regel!Oder gehören Sie zu denen,die auf der anderen Seite eines Arbeitsverhältnisses,stehen!?
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