23.07.2010, 13:16 Uhr | cs mit dpa-afx, dpa und AFP
Deutsche Manager sind dank brummender Konjunktur wieder in Partylaune (Foto: imago)
Deutsche Unternehmen blicken wieder optimistischer in die Zukunft. So stieg der Geschäftsklimaindex des ifo-Institutsnach 101,8 Punkten im Juni auf jetzt 106,2 Punkte. Dies war der höchste Anstieg seit der Wiedervereinigung 1990. "Die deutsche Wirtschaft ist wieder in Partylaune", sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Damit kann das hohe Wirtschaftswachstum wohl auch in den kommenden Monaten beibehalten werden. Analysten sind sich sicher: die Konjunktur gibt richtig Gas.
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich damit im Juli sensationell verbessert - und das vollkommen unerwartet. Die befragten 7000 Unternehmen berichteten demnach von einer erheblich verbesserten aktuellen Geschäftslage. Auch die Erwartungen an das kommende halbe Jahr schätzen die Unternehmen deutlich besser ein als im Juni. Nach 102,5 Punkten im Vormonat fiel der Anstieg auf jetzt 105,5 Punkte aber nicht so deutlich aus wie bei der Lagebewertung.
"Die Unternehmen berichten von einer erheblich besseren Geschäftslage als im vergangenen Monat", sagte Sinn. In der Industrie, aber auch im Großhandel, im Einzelhandel und im Bauhauptgewerbe habe sich das Geschäftsklima aufgeheitert. In der Industrie liege etwa die Kapazitätsauslastung nur noch leicht unterhalb des langjährigen Durchschnitts. Dies werde sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen. "Die Personalplanungen der Unternehmen sind günstiger als bisher und deuten auf einen leichten Beschäftigungsaufbau hin", sagte Sinn.
"Laut den jüngsten Geschäftsklimaindikatoren gibt die deutsche Konjunktur aktuell richtig Gas", heißt es dazu in einer Studie der Postbank. Die gute Stimmung ziehe sich quer durch alle Bereiche. Selbst der notorisch hinterher hinkende Einzelhandel gebe sich erheblich zuversichtlicher. Damit keime wieder einmal die Hoffnung auf, dass sich neben den ohnehin gut laufenden Exporten endlich auch mal die Binnennachfrage und speziell der private Konsum belebe und die Wachstumsbasis somit breiter werde. Eine befürchtete konjunkturelle Abkühlung lasse zumindest in Deutschland vorerst auf sich warten. Die deutsche Wirtschaft dürfte das dritte Quartal überaus schwungvoll begonnen haben. Damit hätten sich die Aussicht auf ein Wirtschaftswachstum von mehr als zwei Prozent 2010 nochmals verbessert.
Auch die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) geht davon aus, dass das hohe deutsche Wirtschaftswachstum im dritten Quartal beibehalten werden kann. Dies signalisiere der "erfreuliche Anstieg" der Erwartungskomponente beim Ifo-Geschäftsklimaindex. Insgesamt sei der deutliche Anstieg des Indikators ein gutes Signal für die Fortsetzung der konjunkturellen Erholung. "Die Schuldenkrise in der Eurozone der letzten Monate hatte offensichtlich keinen nachhaltig belastenden Einfluss auf die Unternehmensstimmung."
Deutschland marschiere in Europa voran, so DekaBank-Experte Andreas Scheuerle. "Die Daten zeigen, in welch guter Verfassung Deutschland ist." Die Konjunktur brumme richtig. Etwas überzeichnet sei die Entwicklung im Juli allerdings durch die Hitzewelle, die Fußballweltmeisterschaft und verkürzte Werksferien. Auch mit der zu erwartenden Abschwächung des Wachstums im 3. und 4. Quartal stehe die Wirtschaft unter Dampf. Für einen selbst tragenden Aufschwung sei aber entscheidend, dass auch der Konsum anspringe. Hier hätten sich die Perspektiven zuletzt global eher eingetrübt. Scheuerle warnte deshalb vor zu großer Euphorie.
Auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) warnte vor überzogenen Erwartungen an die Konjunktur in Deutschland. So sei der deutliche Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex wahrscheinlich ein Ausreißer. "Dieser Anstieg des Geschäftsklimas passt kaum in die Landschaft, die von Skepsis über die US-Konjunktur, Sorgen um die Staatsfinanzen im Euroraum und der Diskussion über den Bankenstresstest beherrscht wird", schreibt die LBBW in einer Studie. "Erst die kommenden Monate werden im Rückblick zeigen, ob dieser Indexanstieg wie ein isoliertes Monument in einer ansonsten flachen Konjunkturlandschaft stehen bleibt oder einen Übergang von einer Erholung zum Aufschwung markiert hat."
Quelle: dpa , t-online.de , AFP , dpa-AFX
Hainchen schrieb:
am 23. Juli 2010 um 16:03:20
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Partylaune
Wie lange hält dieses mal die Partylaune??Ich denke, wenn Arbeitnehmer Ihre Rechte einfordern auch am Gewinn teilzunehmen, wird
es der Wirtschaft, schnell wieder schlechter gehn. Jede Woche einen anderen Bericht. Was sollen wir eigendlich noch glauben? Warum dann Gewerbesteuer abschaffen? Politiker der FDP?Nur noch Erbärmlich, den enfachen Steuerzahler der seine Steuer vom Lohn abgezogen wird, kann man ja alles Auftischen. Industrie war früher besser, Soziale Markwirtschaft nicht nur Gewinn.
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Rentner Minus schrieb:
am 23. Juli 2010 um 15:54:16
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Boom die Elite
Da freut sich sich die gute Arbeit von Angie und Guido.
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cuno schrieb:
am 23. Juli 2010 um 15:40:42
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ifo-institut
Ja Herr Widerdinn,wenn diese pseudowisseschaftlichen Voraussagen
genau so zutreffend sind wie die,die Sie zur Wirtschafts und
Finanzkriese getroffen haben,können
Sie bestimmt auch das Wetter für die nächsten 50 Jahre vorhersagen.
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