19.02.2010, 17:16 Uhr | Christian Ebner, dpa
Der schwedische Möbelriese Ikea macht sich daran, den Wohnungsbau in Deutschland aufzurollen: Gemeinsam mit dem Hersteller Bien-Zenker importiert der weltgrößte Möbelhändler sein Hauskonzept Boklok von Skandinavien und Großbritannien auf seinen wichtigsten Markt. Die ersten Schwedenhäuser in Holzrahmenbauweise sollen im Rhein-Main-Gebiet entstehen. Doch ausgerechnet am Sitz der Deutschlandzentrale in Hofheim-Wallau zwischen Frankfurt und Wiesbaden regt sich erster Widerstand gegen die "etwas anderen" Reihenhäuschen.
Immerhin 80 Einheiten - 60 Reihenhäuser und 20 Wohnungen - will das gemeinsam mit dem Baukonzern Skanska begründete Unternehmen Boklok (schwedisch für "Wohne clever") in der ersten Welle bis Ende 2010 in deutsche Ballungsräume stellen. Wiesbaden, Hofheim-Langenhain und Offenbach im Rhein-Main-Gebiet sowie ein Projekt im Großraum Nürnberg nennt Ikea als Standorte, weitere sollen folgen.
In der erst langsam angelaufenen Werbung beschwört Einrichtungsexperte Ikea wieder mal skandinavische Werte: Gemeinschaftlichkeit, Naturverbundenheit und natürlich Sparsamkeit. Symbol der in kleinen Siedlungen angelegten, bislang rund 4000 Boklokhäuser und Wohnungen sind kleine Apfelbäumchen an den Wegen. "Vor zehn Jahren waren die Mieten in Schweden hoch subventioniert. Deshalb haben wir ein Haus entwickelt, das funktioniert, erschwinglich ist und nicht subventioniert werden muss", sagt der Ikea-Weltchef Mikael Ohlsson. Nahezu antikapitalistisch wirkt der Plan, die Häuser und Wohnungen unter den Interessenten zu verlosen, denn "Spekulanten" sollen in Neu-Bullerbü nicht zum Zug kommen.
Das Idyll mit Billy - Küchen und Bäder stammen selbstredend aus dem Ikea-Sortiment und eine Einrichtungsberatung gibt es gratis dazu - soll die Immobilienträume breiter Schichten anregen. Am Standort Offenbach wird ein 100-Quadratmeter-Reihenmittelhaus inklusive Grundstück knapp 180.000 Euro kosten. Ob das ohne Keller ein Schnäppchen ist, steht dahin.
"Wir bekommen Anfragen von Interessenten aus dem ganzen Bundesgebiet", sagt Bien-Zenker-Vorstand Philipp Mühlbauer. Privatleute, Bürgermeister und Entwicklungsgesellschaften böten ihm zudem bebaubare Grundstücke an, so dass alles nach einem glänzenden Start aussehe. Die Häuser selbst kann man bislang nur im Ausland in Augenschein nehmen und zumindest von außen auf dem Parkplatz des Ikea-Marktes in Hofheim-Wallau. Weitere Infos soll es Anfang März geben, haben die Partner verabredet.
"Ein bisschen enttäuscht" ist der Fertigbauer Bien-Zenker aber über die Reaktion im bürgerlichen Hofheim-Langenhain zwischen Wiesbaden und Frankfurt, wo sich die örtliche CDU vorläufig an die Spitze des Widerstands gesetzt hat. Die ersten Vorlagen des Projektes hätten ihn und viele andere Bürger abgeschreckt, erzählt Parteichef Frank Härder. Auf den Schwarzweiß-Fotos hätten die Gebäude ausgesehen wie "Baracken, in die man zwei Löcher reingestemmt hat". Gemeinsam mit der FDP hat die CDU den Bebauungsplan erstmal gestoppt und verlangt nun weitere Informationen. "Nicht nachvollziehbar" seien die Bedenken, meint hingegen der Hofheimer Baudezernent Wolfgang Winckler (SPD). Zum Glück seien die Partner "nicht so empfindlich", so dass nach abermaligen Informationsveranstaltungen mit einem baldigen Baubeginn zu rechnen sei.
Weniger zimperlich ist die Stadt Offenbach östlich von Frankfurt, die ein nicht einfaches Neubaugebiet zu füllen hat. Die Siedlung "Lohwald" aus Baracken und Hochhäusern war einst ein sozialer Brennpunkt, der zwar Fußballstars wie Jimmy Hartwig und Schlagersternchen wie Mark Medlock hervorgebracht hat, aber trotzdem wegen der schwierigen Verhältnisse abgerissen wurde. Die Brache trägt nun den Namen "An den Eichen", der die Vermarktung bislang aber auch nicht richtig vorangebracht hat. Das Ikea-Konzept für junge Familien soll es nun aber bringen: "Das ist ein Segment, das wir in unserer Stadt gut gebrauchen können", sagt Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD).
Quelle: dpa , t-online.de
Basplayer schrieb:
am 13. Februar 2010 um 22:30:13
(0)
(0)
Ikea-Haus
Hallo ihr Sachverständigen ! Es ist doch erstaunlich wie viel der Meinung sind, ohne ausreichende Fachkenntnis und ohne so ein
Haus je gesehen zu haben ein Urteil über Preiss und Qualität abgeben zu können. Das würde ich mir nicht zutrauen obwohl ich inkl. Lehre 50 Jahre als Zimmermann gearbeitet habe. Um die Sicherheit braucht sich niemand Gedanken zu machen. Entsprechen sie nicht Deutschen Standards bekommen sie auch keine Baugenehmigung.
mehr
Kommentar melden
Jürgen schrieb:
am 13. Februar 2010 um 19:29:44
(0)
(0)
Ikea
Es wird niemand gezwungen, bei Ikea einzukaufen (okay, vielleicht wir Ehemänner), genau so, wie keiner gezwungen wird, bei Mc Donalds
essen zu gehen. Und trotzdem steigen die Umsätze. Aus den abgegebenen Kommentaren kann man lesen, dass die meisten keine Ahnung von dem haben, was sie beurteilen. Es ist wie bei fast allem: Wer´s will, soll´s kaufen, wer nicht, lässt es bleiben. Es gibt wichtigeres, über das man sich aufregen kann.
mehr
Kommentar melden
Oh man schrieb:
am 13. Februar 2010 um 17:50:59
(0)
(0)
Sinnhaftigkeit
Die Sinnhaftigkeit der einiger Kommentare hier ist echt schlimm...
1. KEIN Kunde wird bei Ikea geduzt. Mitarbeiter (egal in
welcher Position) untereinander ja, Kunden niemals.
2. Fertighäuser in Holzrahmenbauweise haben meistens eine bessere Wärme- UND Schall-dämmung als Massivhäuser
3. Ein 100m²-Haus mit Grundstück für 180.000€ kann teuer sein. Im Kreis Offenbach ist es das sicherlich nicht, und das ist die Vergleichsbasis, die man haben sollte! Ansonsten vergleicht man Äpfel mit
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Sechs Flaschen 2006er Domaine la Casenove + vier Gläser für 39,- € statt 78,30 €. von Hawesko
Zwei Qualitätshemden Ihrer Wahl für nur 50,- € : 5 Jahre Garantie und Retoure kostenlos. zum Special
Testsieger-Patronen für Marken-
drucker im TÜV-geprüften Online-
Shop kaufen. mehr
Samsonite Trolleys, Reisetaschen und Accessoires: Voll gepackt mit guten Preisen von koffer-direkt.de.