Deutsch Bahn: Dumpinglöhne fürs Schneeschippen (Foto: AP)Ein Lohndumping-Skandal erschüttert zur Zeit die Deutsche Bahn. Wie der Staatskonzern bestätigte, wurden osteuropäische Billigarbeiter beschäftigt, die für das Schneeräumen an Gleisen und Bahnhöfen lediglich Dumpinglöhne erhielten. Mit dem Winterdienst sei eine externe Firma beauftragt worden, die wiederum ein Subunternehmen eingesetzt habe, sagte ein Bahn-Sprecher. Dieser habe gegen verschiedenste Vorschriften und Gesetze verstoßen.
Bei dem Subunternehmen habe es Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften gegeben sowie gegen das Arbeitnehmer-Entsendegesetz, dass Mindestlöhne in verschiedenen Branchen festschreibt, sagte der Bahn-Sprecher. Einzelheiten nannte er allerdings nicht.
Dumpinglöhne für Putzkolonnen
Dem Zeitungsbericht zufolge wurden im Berliner Umland bulgarische Putzkolonnen beim Schneeräumen und der Waggonreinigung entdeckt, die trotz überlanger Arbeitszeiten mit Dumpinglöhnen abgespeist wurden. Zudem hätten die Arbeitskräfte selbst beim Schneeräumen in Gleisnähe nicht die vorgeschriebenen Sicherheitswesten getragen.
Bahn erteilt Abmahnung
Der Bahn-Sprecher sagte, die Einhaltung von Arbeitsgesetzen und Sicherheitsvorschriften sei Bestandteil des Vertrags mit der beauftragten Firma. Wegen der aufgedeckten Verstöße sei der Firma eine Abmahnung erteilt worden. Zudem habe sie sich mittlerweile von dem beanstandeten Subunternehmer getrennt.
Offenbar keine Sicherheitsunterweisung
Zu den vertraglich vereinbarten Vorschriften gehört nach Konzernangaben auch, dass die eingesetzten Arbeitskräfte die deutsche Sprache beherrschen müssen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" sprachen die meisten Mitglieder der bulgarischen Putzkolonne jedoch kein Deutsch. Deshalb sei auch fraglich, ob sie die vorgeschriebenen Sicherheitsunterweisungen erhalten hätten. Der Bahn-Sprecher versicherte, die Einhaltung solcher Vorschriften werde regelmäßig überprüft. Grundsätzlich sei in diesem Fall aber die externe Firma für die Sicherheitsunterweisung zuständig.