Kreditkarten werden oft noch im Geschäft zerstört. (Foto: dpa)Die Zahl der Menschen in Deutschland, die ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können, ist auch im Jahr 2008 weiter angestiegen. Besonders beängstigend: Vor allem Alleinerziehende und Jugendliche sind betroffen.
Wie der „iff-Überschuldungsreport 2008“ des Instituts für Finanzdienstleistungen e.V (iff) und der Stiftung "Deutschland im Plus" zeigt, sind in fast 50 Prozent der Fälle Arbeitslosigkeit und Trennung Überschuldungsauslöser. Eine Überschuldung liegt dann vor, wenn ein Schuldner die Summe seiner fälligen Zahlungsverpflichtungen auch in absehbarer Zeit nicht begleichen kann.
Die wichtigsten Überschuldungsauslöser
Beamte selten überschuldet
Die Studie beinhaltet die Daten von rund 9500 überschuldeten Haushalten in ganz Deutschland. Die Haushalte verfügten in der Regel über ein Nettoeinkommen 1145 Euro. Zum am häufigsten überschuldeten Personenkreis gehören dabei vor allem Menschen ohne Arbeit und Angestellte. Am seltensten verschuldet sind Beamte, Auszubildende, Schüler und Studenten.
Verschwendung ist nicht immer Auslöser
Laut Informationen des iff sind nahezu 80 Prozent der überschuldeten Personen arm. Viele von Ihnen sind zudem alleinerziehend und müssen ein oder mehrere minderjährige Kinder versorgen. Die generelle Armut führt dazu, dass die Betroffenen sich oft sozial ausgrenzen und kaum Möglichkeiten haben den gesellschaftlichen Wohlstand zu nutzen.
Jeder Zehnte in der Schuldenfalle
Zu Beginn des Jahres hatte auch die Creditreform im „SchuldnerAtlas Deutschland 2007“ darauf hingewiesen, dass in Deutschland mehr als 7,3 Millionen Einwohner als überschuldet gelten oder nachhaltige Zahlungsstörungen aufweisen. Demnach sitzt mehr als jeder zehnte Erwachsene in Deutschland in der Schuldenfalle. Im Vergleich zum Vorjahr sind nach Angaben der Creditreform weitere 150.000 Schuldner hinzugekommen.
Duisburg belegt traurigen Spitzenplatz
Die niedrigsten Schuldnerquoten sind in den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg zu verzeichnen, wohingegen die meisten Bürger in Bremen und Sachsen-Anhalt überschuldet sind. Beim Städte-Ranking belegt die Stadt Duisburg den traurigen Spitzenplatz mit einer Schuldnerquote von 16,8 Prozent, gefolgt von Berlin (15,3 Prozent) und Düsseldorf mit 14,8 Prozent).
Hilfe bieten Schuldnerberatungen
Viele Institutionen, wie zum Beispiel die Arbeiterwohlfahrt (AWO), Caritasverbände, Verbraucherzentralen oder auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bieten bundesweit Schuldnerberatungen an. Einen Überblick bieten auch die Internetseiten: www.meine-schulden.de. Eine Kooperation der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Hier können Betroffene über eine Suchmaske auch die nächste Anlaufstelle einer Schuldnerberatung suchen.