Immer mehr Unternehmen wollen Geld vom Staat (Quelle: imago)Der Run auf Staatshilfe in der Wirtschaftskrise ist nach Angaben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ungebrochen. "Wir beobachten eine sehr stetige, kontinuierliche Nachfrage nach unserem Konjunkturprogramm", sagte der Vorstandsvorsitzende der staatlichen Bank, Ulrich Schröder. "Ich glaube schon, dass wir eine weiterhin steigende Nachfrage nach den Programmen haben werden. Die Finanzierungsprobleme bei Unternehmen tauchen erst später in einer Krise auf."
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Investitionsneigung der Unternehmen geht zurück
Der KfW liegen laut neuesten Angaben derzeit 1238 Anträge mit einem Gesamtvolumen von 4,95 Milliarden Euro vor. Weitere acht Milliarden Euro sind anvisiert. Täglich kommen weitere 15 bis 18 neue Anträge hinzu. "Was wir beobachten ist eine zunehmende Verlagerung von Unternehmenskrediten zu Betriebsmittelkrediten", erläuterte Schröder. Das hänge sicherlich auch damit zusammen, dass wegen der Krise "die Investitionsneigung der Unternehmen zurückgeht".
70 ganz große Kredite
Zugesagt hat die KfW nach Schröders Angaben bisher Mittel in einer Gesamthöhe von 825 Millionen Euro für 400 Firmen, abgelehnt wurden 213 Anträge mit 166 Millionen Euro Gesamtvolumen. Mehr als 95 Prozent der Anträge kämen aus dem Mittelstand. Drei Viertel der Kreditanträge bewegten sich bei einem Volumen von unter 500.000 Euro, bislang seien nur 70 Anträge auf Kredite über zehn Millionen Euro eingereicht worden.
DAX-Quartett -
Konjunkturpakete für 2009 und 2010 angelegt
In einem Sonderprogramm stehen seit Jahresbeginn 15 Milliarden Euro aus dem Konjunkturpaket I bereit. Im März wurden im Konjunkturpaket II weitere 25 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, die auch Großunternehmen beantragen können. Angelegt sind die Programme für die Jahre 2009 und 2010. Ob die insgesamt 40 Milliarden Euro ausreichen werden, sei "ausgesprochen schwierig zu prognostizieren", sagte Schröder. Er halte jedoch "nichts davon, jetzt schon von Aufstockung zu reden".