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NYC: Luxus-Schnäppchen für 39 Millionen Dollar
17.11.2009, 09:26 Uhr | Spiegel Online
Darin befindet sich die teuerste Wohnung Manhattans: 1 Central Park South (Foto: Reuters)Manhattans Immobilienmarkt leidet unter der Kreditkrise, selbst für Luxusapartments sind die Preise eingebrochen. Die 1000 Quadratmeter der "State Suite", New Yorks teuerster Wohnung, gibt es schon für 39 Millionen Dollar - Spiegel Online hat sie besichtigt. #
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Superlative am laufenden Band
Elizabeth Lorenzo ist schon lange im Geschäft. Ihre Spezialität sind Luxusimmobilien: Nobel-Apartments, Town- und Penthouses, private Hotelsuiten. Superlative benutzt sie am Fließband - so auch jetzt: "In all meinen Jahren habe ich noch nie so etwas Einzigartiges gesehen", trällert sie aufgeregt. "Dies ist die phantastischste Immobilie in der ganzen Stadt!"
Der New Yorker Traum
Lorenzo - zierlich, straff, manikürt - steht in einem riesigen, leeren Saal. Durch die massiven Fenster fällt Sonnenlicht aufs Eichenparkett, spiegelt sich in Marmorsäulen und blütenweißen Wänden. Der Blick geht hinaus auf den Central Park, das Herbstlaub glüht, eine Touristenkutsche zuckelt vorbei. "New York", seufzt Lorenzo. "Wie es funkelt."
Die Top-Adresse im Big Apple
Es funkelt vor allem an dieser noblen Adresse: 1 Central Park South. Eine Adresse, die jeder New Yorker kennt: Hier liegt das legendäre Plaza, das einstige Grand Hotel, das heute größtenteils aus Luxusapartments besteht. Und eben hier befindet sich auch die zurzeit teuerste Eigentumswohnung New Yorks - sie kostet 39 Millionen Dollar. Wobei die Bezeichnung Wohnung untertrieben ist. "Ein prachtvolles Stadtanwesen", verheißt das offizielle Listing. "Perfekt für großartiges, kultiviertes Wohnen."
Preise für Luxuswohnungen fallen
Derlei Wortblasen wirken heutzutage entweder pervers oder verzweifelt. Die Kreditkrise machte auch New Yorks Luxusimmobilienmarkt kaputt, und selbst die jüngste Erholung der Wall Street kommt hier nur schleppend an. Die Preise für Luxuswohnungen (sprich: teurer als eine Million Dollar) fielen im dritten Quartal zwar nicht mehr ganz so schnell, sie lagen aber immer noch um drei Prozent unter denen von 2008.
Schlechte Zeiten - relativ gesehen
1 Central Park South ist ein Musterbeispiel dafür, wie schlecht es um das verwöhnte Marktsegment steht - zumindest relativ. Obwohl als "Trophäe" annonciert, stand die Mega-Immobilie erst zum Verkauf, dann wieder nicht, jetzt wieder doch. Derweil schmolz ihr Preis von 45 auf 39 Millionen Dollar. Früher kannten die Immobilienpreise in New York nur eine Richtung - nach oben. Zugleich zeigt der Fall aber auch, dass eine "schlechte Marktsituation" am Central Park South eine etwas andere Bedeutung hat als etwa in East Harlem.
"Ich glaube, das Schlimmste ist vorbei"
"Ich glaube, dass das Schlimmste vorbei ist", gurrt Lorenzo, einer der Verkaufsstars der Immobilienagentur Stribling. "Ich kann es spüren." Sie reicht dem Besucher eine goldgravierte Visitenkarte und führt ihn langsam durch ihr Vorzeigeobjekt, ein besenreines Prunkzimmer nach dem anderen. Ihre Stöckelschuhe hallen über den Boden. "Diese Räume haben eine gewisse Romantik."
Große Namen, neobarocke Tradition
Auf jeden Fall haben sie Historie. 1907 eröffnet, war das neobarocke Plaza am Central Park fast ein Jahrhundert lang ein Knotenpunkt von Glamour und Großmannssucht. Marlene Dietrich, Marilyn Monroe, Cary Grant, Audrey Hepburn, Truman Capote, Liz Taylor, Jackie Onassis, die Beatles: Alle tummelten sich hier. Ende 2004 kaufte die Immobiliengesellschaft Elad das Plaza, renovierte es, eröffnete es als kleines Boutiquehotel neu und wandelte den Rest in Luxuswohnungen um. Die größte, teuerste davon, Katalognummer CD05-0246, steht aber immer noch leer, und Elizabeth Lorenzo muss weiter auf ihre Provision warten.
Fast 1000 Quadratmeter Platz
Die Zimmerflucht, genannt "State Suite", liegt im zweiten Obergeschoss - dort, wo sich einst die feinsten Plaza-Räume befanden, die "State Rooms": Ballsäle, Hochzeitssuiten, Partytrakte. Sie erstreckt sich über die gesamte Nordachse des Hauses am Central Park entlang sowie über die Vorderfront zur Grand Army Plaza. Es dauert eine Dreiviertelstunde, bis Lorenzo die fast 1000 Quadratmeter abgeschritten hat: Foyer, Salon, Speisezimmer, Wohnzimmer, Arbeitszimmer, Bibliothek, eine 17 Meter lange "Kunstgalerie" ("ideal für Skulpturen"), fünf Schlafzimmer, Ankleidezimmer, sieben Bäder ("für sie, für ihn, für Gäste"), zwei Küchen.
Zwei Küchen - für die Dienstboten und die Herrschaften
Die Messingarmaturen sind Reproduktionen der alten Plaza-Beschläge, mit dem berühmten Doppel-"P". Die Küchen - eine für Dienstboten, eine für Herrschaften - haben Viking-Öfen mit je sechs Gasbrennern. Die schwarzen Marmortheken sind absichtlich matt gehalten - "wie man das 1907 so hatte".
Weiter mit Teil 2: Monatlicher Unterhalt summiert sich auf mehr als 11.000 Dollar
Spiegel Online