25.01.2012, 16:32 Uhr | Christoph Schmidt
ETFs eröffnen Anlegern ein buntes und abwechslungsreiches Anlageuniversum (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Indexfonds erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die Exchange Traded Funds (ETF) genannten Produkte sind einfach konstruiert, kostengünstig und ermöglichen Wetten in fast allen Anlageklassen. Da der Markt sehr liquide ist, können Investoren ihre Anteile schnell wieder zu Geld machen. Dabei steigt die Zahl der Produkte rasant, was auch Kritiker auf den Plan ruft. Sie vergleichen ETFs mit komplizierten Schuldverschreibungen (CDOs), die letztlich einer der Hauptauslöser für die Finanzkrise waren. Bergen die angeblich harmlosen Indexfonds also gefährliche Risiken? Wir haben bei Europas Nummer zwei nachgehakt und nehmen das Thema ETFs für Sie unter die Lupe.
ETFs bilden meist einen bestimmten Börsen- oder Branchenindex nach, in die Anleger kostengünstig ihr Geld stecken können. Alles in allem gibt es vier Möglichkeiten, um einen ETF zu bauen. Die Konstruktion ist davon abhängig, in welche Anlageklasse ein Investor sein Geld stecken möchte. Einen aktiv verwaltenden Fondsmanager gibt es dagegen nicht.
Großer Vorteil der ETFs: Sie decken fast das gesamte Investmentuniversum ab. Von Rohstoffen über Aktien bis hin zu Hedge Fonds ist das Angebot breit gestreut. Anleger können auch auf fallende DAX-Stände oder steigende Anleihenkurse wetten. Der Markt spuckt dabei immer abenteuerlichere Produkte aus. Für institutionelle Investoren bieten die ETF-Konzerne sogar Anlagen auf Kreditrisiken von Unternehmen.
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Damit machen ETFs fast alle Anlageklassen passiv zugänglich. So können Anleger in Märkte investieren, die ihnen sonst nur über Derivate zugänglich wären. Da ETFs aber Sondervermögen sind, tragen Investoren bei ihnen kein Emittentenrisiko, wie das bei Zertifikaten der Fall ist. Geht der Emittent - etwa eine Bank - pleite, ist das investierte Geld futsch. Kunden von Lehman Brothers können ein Lied davon singen. Dagegen ist das Investment bei einem ETF dank des Sondervermögens vor einer Pleite des Emittenten geschützt.
Laut Verfechtern von ETFs vereinen Indexfonds damit die Vorteile von Aktien und Fonds: Sie sind in einem liquiden Markt täglich handelbar und die Preisstellung ist aufgrund einer Vielzahl an Market-Makern transparent. Dies sind spezielle Makler, die für ein Produkt - in diesem Fall ein ETF - einen Preis anbieten. Da sich viele dieser Market-Maker an der Börse tummeln, besteht ein Wettbewerb und der Anleger kann sich den günstigsten aussuchen. So entstehen faire Preise und die ETF-Kosten sind transparent. Da sie zudem passiv gemanaged sind, fallen hohe Transaktions- und Managementkosten weg.

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Für Thorsten Michalik, Leiter von db X-trackers, dem ETF-Anbieter der Deutschen Bank, ist zudem die Vielfalt der Anlagemöglichkeiten eine der Stärken von ETFs. Mit den Indexfonds könnten Anleger kostengünstig in mehrere Anlageklassen investieren. So sei eine Streuung gewährleistet, was das Risiko reduziere. "Diese Aufteilung wäre mit einer Direktanlage in Aktien oder Anleihen wesentlich schwerer möglich", erklärte Michalik im Gespräch mit t-online.de. Er ist sich deshalb sicher: "ETFs werden sich als Standard-Instrument für die Kapitalanlage etablieren.“
Dass die ETF-Anbieter mit den Produkten den Nerv der Zeit getroffen haben, zeigt ein Blick auf die Statistik: So ist die Zahl der handelbaren Produkte in den vergangenen Jahren explodiert. Gab es 2003 weltweit noch 269 handelbare Produkte, knackten die ETFs 2011 die Marke von 3000. Über 1,4 Billion Dollar haben Anleger mittlerweile investiert - Tendenz steigend. Allerdings "machen ETFs immer noch nur drei Prozent des gesamten Fondsmarktes aus", sagte Michalik.

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Doch es gibt auch Risiken, auf die Kritiker immer wieder hinweisen. So bergen synthetische ETFs ein Kontrahentenrisiko. Denn die ETF-Anbieter investieren bei den so genannten Swap-basierten Produkten nicht direkt in Indizes, sondern gehen vereinfacht gesagt mit einem Vertragspartner ein Tauschgeschäft ein. Dieser zahlt dann die Performance des zugrundeliegenden Index. Geht dieser Vertragspartner pleite, kann der ETF einen signifikanten Verlust erleiden. Das Risiko beträgt allerdings maximal zehn Prozent des Fondvermögens und ist bei vielen Anbietern zusätzlich abgesichert.
Daneben kann auch die Wertpapierleihe zu Problemen führen, wobei aktiv verwaltete Fonds diese genauso betreiben. Hierbei verleihen physische replizierende ETF-Anbieter Aktien an Investoren, die Leerverkäufe tätigen wollen. Über die so kassierten Gebühren verbessern die ETF-Anbieter ihre Performance. Allerdings werden für solche Geschäfte immer erstklassige Sicherheiten hinterlegt, was das Risiko minimiert.
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Der Bundesbankvorstand Andreas Dombret warnte dennoch im vergangenen Jahr vor ETFs. Er sieht bei ihnen ähnliche Risiken wie bei den Schuldverschreibungen (CDOs), die die Welt 2008 letztlich in die Finanzkrise stürzten. Denn fiele einer der großen ETF-Anbieter aus, könne es zu Liquiditätsproblemen für den gesamten Markt kommen. Letztlich könne dies weltweite Turbulenzen auslösen. Aufsichtsbehörden wie die SEC und die FSA sehen ähnliche Risiken.
Thorsten Michalik relativiert diese Bedenken. "Meiner Meinung nach hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass ETFs als streng regulierte Investmentfonds ein hohes Niveau an Sicherheit bieten." Es gäbe auch keinen konkreten Beleg, dass ein ETF zu einem erhöhten Risiko am Finanzmarkt geführt hätte. "ETFs stehen für Transparenz und Investorenschutz."
db-X-trackers etwa führt auf ihrer Internetseite täglich aktualisiert alle Wertpapiere auf, in die hauseigene ETFs investieren. Bei anderen Gesellschaften gibt es vergleichbare Angebote. Diesen Standard an Transparenz biete kein anderes Finanzprodukt, erklärte Michalik. Er spielt den Ball sogar zurück: "Anders herum wird ein Schuh daraus: Derivate und Portfoliostrategien, wie sie in ETFs zum Einsatz kommen, werden von sehr vielen herkömmlichen Fonds eingesetzt. Bei ETFs können Sie alles jederzeit nachsehen, bei anderen Fonds nur zwei Mal im Jahr im veröffentlichten Bericht."
Daneben variiert der Wert von ETFs. Ähnlich wie Aktien oder Rohstoffe schwanken die Kurse der Produkte. In Zeiten fallender Märkte oder Crashs verlieren ETFs damit genauso an Wert wie ihre Referenzindizes. Vorsichtige Anleger sollten hier also auf wenig volatile Märkte mit geringer Schwankungsbreite setzen. So verhindern sie zweistellige Prozentverluste innerhalb weniger Tage.
Doch wo geht die Reise bei den boomenden Indexfonds hin. Michalik erwartet auf Privatanleger bezogen zwei Entwicklungen: "Zum einen werden immer mehr Anleger selber aktiv ETFs kaufen, wie zum Beispiel über Sparpläne. Darüber hinaus werden aber ETFs immer stärker in Finanzprodukten eingesetzt, die für Privatanleger konzipiert sind. Viele Dachfonds, Fonds-Policen oder fondsbasierte Vermögensverwaltungen nutzen bereits intensiv ETFs, diese Entwicklung steht auch erst am Anfang", erklärte Michalik in dem Gespräch.
Quelle: t-online.de
Börsianerlein schrieb:
am 25. Januar 2012 um 19:03:17
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zu Zockerfein 16:55:41
Der Trigemachef und Sie haben eigentlich Recht, aber wissen Sie, was eine Vision ist, oder eine Utopie? Wenn a l l e,
a l l e (Manager/ Spitzenbeamte / Wirtschaftsbosse...) für Fehlleistungen mit dem Vermögen haften müßten, dann gäbe es diese Posteninhaber bald nicht mehr. Und Heathhunter ("Kopfjäger") würden sich Blasen in die Füße laufen, sie fänden keinen mehr, der diesen Posten einnehmen wollte.Und letztlich würde das Weltbörsengeschehen leer laufen.
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gebab schrieb:
am 25. Januar 2012 um 18:43:34
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Indexfonds
Leute wie dieser Michalik gehören ins Gefängnis wie alle Bankvorstände die sich so etwas ausdenken.
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frustbolzen schrieb:
am 25. Januar 2012 um 18:07:40
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ETFs - Indexfonds
Was hat denn das alles noch mit Seriosität zu tun ? Das ist doch alles reine Spekulationspapiere, denen man den Anschein
von Seriosität gibt. Die Gier der Anleger wird befriedigt. Es besteht keinerlei echtes Interesse, sich mittel- oder gar langfristig an der Finanzierung von produzierendem oder handeltreibenden Firmen (AGs z.B.) zu beteiligen. Pferdewetten sind da ehrlicher. Wann wird dem Erfindungsreichtum der Banker, ihre Produkte zu verkaufen, endlich mal von der Politik Einhalt geboten ?
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